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Die lieben Aquarianer

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Eine nicht nur ironische Seite über die verschiedenen Species von Aquarianern

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... aktualisiert und mehr dazu im  AfiBook-Button-80

Die Gleichgültigen, oder die „eben auch ein Aquarium haben”
Die „Spezialisten”,
Der Wasserspezialist
Der Wissenschaftler, die viele neuen Fische bestimmt hat
Die wirklich guten Aquarianer
Die Wichtigtuer

 

Da ich mit kurzen Unterbrechungen - z.B. Bundeswehr, W18 -  seit 1960 hauptberuflich mit der Aquaristik zu tun habe, habe ich in diesen Jahren natürlich auch sehr viele Aquarianer kennen gelernt. Es waren logischerweise sehr unterschiedliche Charaktere und wie man ja so schön sagt, ist „jeder Mensch einmalig”. Meistens haben sie aber trotzdem irgendwie in eine „Schablone” gepaßt.
Diese „Schablonen” will ich hier beschreiben.
Es soll hier nicht in Anfänger, Fortgeschrittene oder Aquarianer mit viel Erfahrung unterschieden werden, sondern eher über die Sichtweise, wie die verschiedenen Menschen an die Aquaristik heran gehen.
 

Der Unterschied zwischen einem guten und einem weniger guten Aquarianer:
Wenn beide ein schönes Aquarium sehen fragt der gute Aquarianer wie das gemacht worden ist, der weniger gute weiß es entweder schon - das sind dann die Schlaumeier - oder er ist ihm eben egal. Er fragt jedenfalls nicht nach.
Man kann es auch ganz einfach sehen: Der gute Aquarianer geht auch etwas näher heran, um mögliche Details sehen zu können, der weniger gute bleibt einige Meter davor stehen und betrachtet das Aquarium nur allgemein. Und in der Regel nicht lange, dann wendet er sich anderen Dingen zu.
Eine Beobachtung, dass zu den nicht wirklich guten Aquarianern auch Leute gehören, die schon sehr lange Aquarien haben: Vor einiger Zeit musste ich mehrere zu groß gewordene Korallenstöcke aus meinem Aquarium entfernen. Ich habe sie einem Aquarianer in meinem Alter angeboten, der mehrere Jahrzehnte Vorstand eines Aquarienvereins war. Man konnte also annehmen, dass es ein „guter” Aquarianer ist. Dieser Mensch hat aber in der ganzen Zeit, in der wir die Korallen aus dem Aquarium geholt und verpackt haben, keine einzige Frage bezüglich des Aquariums gestellt! Dabei hätte es durchaus etwas zum fragen gegeben: Die LED-Beleuchtung des Aquariums ist eine recht gute Eigenbaulösung, das Farbspektrum nicht das allgemein übliche, die „Filterung” und die Abdeckung auch nicht von der Stange und anderes mehr. Warum er nichts gefragt hat weiß ich nicht wirklich. Ein gewisses Interesse ist wohl dagewesen, da er im Gespräch das etwas unübliche Füllmaterial einer Filterkammer erwähnt hat.
Fazit: Bei so wenig Interesse kann man kein wirklich guter Aquarianer sein und es auch nicht werden! Stellt man deshalb keine Fragen, weil man sich keine Blöße geben will, so macht es die Sache auch nicht besser. Wenn man nämlich nie fragt, kann man auch nie etwas dazu-lernen!

 


Die Gleichgültigen, oder die eben auch ein Aquarium haben
Das sind die mit den 60er oder vielleicht noch 80er Aquarien aus dem Baumarkt oder vom Billigheimer. Das ist die große Masse der Aquarianer. Die sind sogar in einem so kleine Ort wie Grünenbaindt (300 Einwohner) mit 6 Individuen vertreten. Interessanterweise haben diese Leute die Aquarien oft sehr viele Jahre. Sogar generationsübergreifend! Aber mehr als füttern, Pflanzen nachkaufen und die toten Fische entfernen ist da nicht wirklich drin. Manche machen sogar Wasserwechsel. Aber meistens sehen diese Aquarien recht trostlos aus. Natürlich nicht immer - aber eher mehr.

Gammelbecken_500b


Gammelbecken_Filter-Klebeband


Originalfoto eines Aquariums in Grünenbaindt, man beachte das Klebeband am Filter.


Die Spezialisten
Viele „Spezialisten” sind in Wirklichkeit lediglich „Wichtigtuer”. In den Ruf Spezialisten zu sein kommen sie deshalb, weil sie sich gut verkaufen können.....
 


Der Wasserspezialist:
Es gab bis vor einigen Jahren hier in der Gegend einen älteren Herren, der unter anderem Vorträge über Wasser vor Aquarienvereinen gehalten hat. Der Gute hatte aber keine Ahnung von Ionen-Austauschern, von Aquarienwasser allgemein genaugenommen auch nicht! Den ersten Austauscher seines  Lebens hat er von mir geschenkt bekommen - da war er schon Rentner, über 65 Jahre alt und hatte schon viele, viele Jahre Vorträge gehalten! Ich habe ihm die Säulen deshalb gegeben, damit er nicht mehr sein Zuchtwasser von weit her in Kanistern heranschleppen musste. Das hat er aber trotzdem getan. Er war eben ....
 

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Der Wissenschaftler, der viele neue Fische bestimmt hat:
Im Laufe der Jahrzehnte habe ich viele Leute kennen gelernt, die irgendwie etwas mit der Aquaristik zu tun hatten. Darunter  war auch ein Mensch, dessen Namen sich in vielen Fischnamen wieder findet.
Diese Fische hat alle er bestimmt! Soweit, so gut. Aber - die Sache hatte einen Haken. Dieser Herr Dr. hatte in Wirklichkeit überhaupt kein Interesse an den Fischen oder der Aquaristik, obwohl er es gerne so aussehen ließ, sondern nur an dem neuen Fisch! Dem konnte er einen neuen Namen geben - nämlich seinen! War der Fisch erst ein mal bestimmt. ließ er ihn fallen wie eine heiße Kartoffel. Will sagen, ab dem Moment war der Fisch nicht mehr „sensationell” oder irgend etwas, sondern gar nichts mehr.
Dazu muß gesagt werden, daß es in den 60er Jahren - auch noch Anfangs der 70er -  durchaus öfter vorkam, daß in  Importsendungen neue, noch nicht bestimmte Fische dabei waren. Die Sendungen waren damals nicht so gut „sortiert” und es waren fast immer sehr interessante „Beifänge” dabei.
Natürlich oder irgendwie ist das durchaus „normal” oder es wird wahrscheinlich üblich sein.
Es gab damals aber einen direkten Vergleich und so konnte ich feststellen, daß Forscher auch anders sein können, nämlich Professor Dr. Konrad Lorenz. Dem ging es nie um die Seltenheit eines Fisches, sondern er konnte sich an einem kleinen unscheinbaren bereits beschriebenen Fisch richtig ergötzen! Das hat mir damals sehr imponiert.
 

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Die wirklich guten Aquarianer
Wir hatten ein Aquaristikfachgeschäft mit relativ „hohem Niveau”, aber von den Kunden waren gerade mal 5-10 wirklich gute Aquarianer. Und das in München mit damals auch schon über einer Million Einwohner!
Nehmen wir als Beispiel eines wirklich guten Aquarianers einen junger Mann namens „Gutty”, Der hieß so, weil er immer Gutties (Süßigkeiten) aß. Als der das erste Mal in unseren Laden kam war er gerade mal 18 Jahre alt, zwei Jahre später hat er bereits Blattfische (Monocirrhus bizirrhosum oder so) gezüchtet und mit 25 Jahren hatte er dann die schönsten Aquarien, die ich jemals gesehen habe. Sie waren schöner als meine! Es war aber auch ein sehr penibles Kerlchen.
Gutty hatte wirkliches Interesse an der Aquaristik und hat alles „aufgesaugt” was er erfahren konnte. Selbstverständlich war er auch intelligent genug, um es zu verarbeiten und sich seine eigenen Gedanken zu machen oder überhaupt welche zu haben.
Ich habe keinen Kontakt mehr mit diesem Aquarianer, da er sich später in „eine andere Richtung” entwickelt hat.
 

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Die Spinner
Spinner ist ein Ausdruck, der bei mir nicht negativ ist, sondern im Gegenteil - fast immer - sehr positiv gemeint ist! Diese „Spinner” sind Menschen, welche ihr Hobby immer irgendwie ganz gewaltig übertreiben. Es gibt sie überall, bei den Anglern, Sammlern und Fotoamateuren und natürlich auch bei den Aquarianern. Und ohne diese Spinner sähe die Welt bedeutend trauriger aus!
Hecht_112cm_20kg_ThIch bin auch so ein „Spinner”, z.B. beim angeln. Da habe ich meine Ruten selber gebaut. Natürlich habe ich den Blank  nicht selber hergestellt, man baut eine Rute bereits „selber”, wenn man die Ringe selber wickelt und den Korkgriff und die Rollenhalterung anbringt. Zu meiner Rechtfertigung muß ich aber auch sagen dürfen, daß ich im  allgemeinen immer recht gut gefangen habe - besser als die Bier-Angler. zwinkern-transp_grau Inzwischen angle ich nicht mehr, es interessiert mich nicht mehr. Die wirklich großen Hechte kann ich nicht fangen - oder sie sind ganz einfach nicht da - und Karpfen, Forellen & Co. langweilen schon lange.

 

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Die Wichtigtuer
Hier wird es etwas schwierig, da sehr viele Menschen ihre Hobbies nur deshalb betreiben, um sich irgendwo „wichtig zu machen”. Es gibt genügend Leute, die ihre Hobbies nicht um der Sache wegen, sondern wegen ihrer Wirkung auf das dadurch entstehende Umfeld betreiben. Also wegen der Wirkung auf den Rest der Hobby-Kollegen oder auf andere Menschen, mit denen sie in Verbindung sind. Diese Leute sind in den Vereinen weit verbreitet. Sehr oft gehören sie da der „Vorstandschaft” an.
Eine grosse Gruppe dieser „Wichtigtuer” hat ein „spezielles” Aquarium - hauptsächlich um sich von der Masse abzuheben und damit zu unterstreichen, dass sie etwas besonderes sind. Und natürlich sind sie auch sehr von sich eingenommen - leider sehr oft völlig zu unrecht. Natürlich gibt es z.B. bei den Diskusliebhabern oder den Meerwasseraquarianern auch solide Aquarianer!! Das sei absolut klargestellt! Aber ich habe da eine ziemlich lange Erfahrung! Sowohl früher im Laden als auch in den letzten Jahrzehnten.

Schlussbemerkung:
Obwohl obiges in etwa schon stimmt, ist es nicht so wirklich ernst gemeint und so sollte man es auch verstehen. Es soll sich also bitte, bitte niemand auf den Schlips getreten fühlen! Wir Menschen sind nun mal so oder so - oder auch so und so!  zwinkern-transp_neu

 

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© 2006 - 2020  Uwe J. Splett, www.afizucht.de