Wintervogelfutter selber machen
  
 
Eine kleine Anleitung, wie man ein gutes Winterfettfutter für die Vögel im Garten schnell und einfach selber herstellen kann
Ganz unten steht noch etwas über Äpfel für Amseln
Auch dieser Buntspecht frißt das Fettfutter sehr gerne.
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Normalerweise haben wir als Winterfutter für die Gartenvögel immer ganz normale Sonnenblumenkerne aus dem Lagerhaus und auch Meisenknödel verwendet. Ab und zu auch Sultaninen. Da ich aber im letzten Jahr gezielt Vögel fotografieren wollte, habe ich eigenes Winterfettfutter „gekocht”. Zuerst habe ich es mit „Rindertalg” probiert. Die Beschaffung war aber gar nicht so einfach. Es gibt nur noch wenige Metzgereien, die so etwas verkaufen. Zwar habe ich doch noch eine gefunden, aber ein zweites Mal mache ich das sowieso nicht mehr! Das Zeugs und somit die ganze Küche stinkt beim erhitzen ganz gewaltig! Die Futterzubereitung geht mit Kokosfett vom Diskounter bedeutend einfacher und sauberer und das Futter wird genauso gerne gefressen wie das mit Rindertalg. Der einzige Unterschied war, daß das Futter, in welchem noch fleischige Teile vom ausgelassenen Talg waren auch von Elstern gefressen wurde. Sollte ich also mal gezielt Elstern fotografieren wollen, so werde ich es wohl noch ein mal probieren. 
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Die Bilder lassen sich mit der linken Maustaste vergrößern.
Hier sind die Zutaten für ein gutes Fettfutter: Kokosfett, Haferflocken, da kann man feinere, „zarte” oder auch ganz normale nehmen. Dann Korinthen oder Sultaninen, welche Sorten ist nicht so wichtig, wichtiger sind zusätzliche Nüsse, bei mir ist es Erdnussbruch. Natürlich ungesalzen! Das ist dann auch schon alles. Wer Geld übrig hat oder Haselnüsse nehmen will, die sind natürlich auch gut, besser als Erdnussbruch sind sie aber auch nicht - nur teurer.
Hier ist etwas zu sehen, was jeder aus der Friteuse kennt. Ganz normales Kokosfett. Nicht zu heiß werden lassen, offenes heißes Fett kann sehr gefährlich werden! Hier soll das Fett ja nur richtig flüssig werden, damit sich die Haferflocken vollsaugen können.
So sieht „Rindertalg” aus, bereits zugeschnitten. Man bekommt ihn beim Metzger in größeren Stücken. Er ist nicht teuer, dieser Topf voll hat keine 3 € gekostet. Es stinkt aber ganz furchtbar. Das ist aber natürlich Ansichtssache - vielleicht mag es ja mancher. 
Der Rindertalg wird ausgelassen. Eine Temperatur knapp über 100° ist ausreichend. Der Vorteil dieses Talgs ist der, daß man die ausgelassenen Stücke auch verfüttern kann. Eichelhäher und Elstern sind dankbare Abnehmer!
So sieht der ausgelassene flüssige Talg aus. Auch nicht viel anders als Kokosfett, nur etwas trüber und er ist nicht so flüssig. Und er „riecht” mehr.
Flüssiges Kokosfett mit den Zutaten.
Fertig vermischte Zutaten, also das fertige Futter.
Das Futter in kleine Schalen abgefüllt. Jetzt muss es erst noch hart werden.
Fertig ausgehärtete Futterdosen, Rechts ist ein aus der Dose heraus genommener Block. Das heraus nehmen geht sehr gut, einfach umdrehen und kurz gegen eine harte Unterlage klopfen und fertig. Wenn das Futter nicht gleich heraus geht, kann man die Behälter etwas verdrehen, dann geht es noch leichter.
Fettfutterblock im Futterhaus neben ganz normalen Sonnenblumenkernen. Der Block wird da einfach lose hinein gelegt.
Dieses Häuschen ist schon über 25 Jahre alt und kein Vorzeigeobjekt mehr. Den Vögeln ist das aber egal. Sie mögen es! Immer noch.
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Der Kleiber, ein dankbarer Abnehmer
Äpfel als Winterfutter für Amseln Da dieses Jahr ziemlich viele Äpfel übrig geblieben sind, habe ich einige halbiert und auf oben offene Kompostsilos gelegt. Die Amseln stürzen sich förmlich darauf. Man muss aber darauf achten, die Äpfel in etwa zu halbieren. Ich mache das mit einer kleinen Hand-Gartenschaufel. Ein mal „drauf hauen” und gut . Einfach beim Vogelfutterhaus ausgelegte ganze Äpfel, auch angeschnittene wurden nicht so recht angenommen. Vielleicht fühlen sich die Amseln auch auf dem Kompostsilo sicherer als auf dem Boden. Wie dem auch sei, diese Äpfel sind ein gutes Amselfutter. Auf dem unteren Foto haben die Amseln die Äpfel selber unter dem Schnee freigelegt!
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Bei Interesse an den im Winter 2013/14 entstandenen Vogelfotos auf den Link klicken, da sind noch mehr davon. Nebenbei hat sich dieses Wintervogelfutter so gut bewährt, daß wir es nun regelmäßig zu den Sonnenblumen füttern. Es wird einfach ein kleiner Block zu den Sonnenblumen ins Futterhaus gelegt. Sonnenblumenkerne mit Schale direkt zu dem Fett dazuzugeben halte ich nicht für empfehlenswert. Die Vögel fressen sie lose sehr gerne, wenn es denn gute Sonnenblumenkerne sind - da gibt es durchaus Unterschiede! Sie werden von den meisten Vögeln (alle Meisenarten, Kleiber) in die Rotbuchenhecke oder andere Büsche „mitgenommen” und da im Schutz des Geästs aufgehackt. Ein positiver Nebeneffekt ist der, daß die Büsche dadurch mit Guano gedüngt werden. Finkenvögel fressen auch schon mal direkt im Futterhaus, oder am Boden davor. Beim Fettfutter ist der Platz - oder das Volumen - viel zu schade für Sonnenblumenkerne mit Schale. Wenn schon, dann wenigstens welche ohne Schale. Die sind aber nicht so billig und das öffnen können die Vögel durchaus selber machen. Bei uns haben sich die gehackten Erdnusskerne - natürlich ungesalzen! - sehr gut bewährt. Und da sie nicht soo teuer sind, kann man dann auch mehr davon nehmen. 
Noch eine Anmerkung für interessiertere Leser: Ich hatte eine Schale mit den „ausgekochten” Rindertalgresten auf eine zugedeckte Holzbeuge gestellt mit der Meinung, daß sie schon ein Marder finden würde - oder zumindest die Mäuse. Zwischen Holz und Abdeckung waren ca. gut 20cm frei. Die Schale war von außen nicht einsehbar! Trotzdem hat es nicht lange gedauert und ein Elsterpaar hat die Rindertalgreste entdeckt. Es war mir nicht ganz klar, wie die das gemerkt haben! Angeblich können Singvögel - zu denen die Elstern gehören - ja nicht riechen! Aber die Elstern gehören auch zu den „Rabenvögeln”, und die können es offenbar doch! Zumindest den stinkenden Rindertalg.

Erstellt: 20. Februar 2014 Letzte Änderung: Februar 2020
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