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Zwergkrallenfrösche

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Die Zucht des Zwergkrallenfrosches Hymenochirus boettgerie

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Allgemeines:
Hymenochirus boettgerie sind sehr angenehme klein bleibende Zwergkrallenfrösche. Sie leben immer im Wasser, sind friedlich und man kann sie gut im Aquarium mit nicht zu großen Fischen halten. Sie kommen ursprünglich aus Südafrika, fressen gefrorene Mückenlarven und manchmal sogar Flockenfutter, unsere haben Forellenfutter bekommen. Man muß das Aquarium abdecken, manchmal steigen sie auch heraus. Haben sie bei uns seltsamerweise nie gemacht.
Es werden auch recht groß werdende „Zwergkrallenfrösche” angeboten, sie heißen Xenopus laevis. Sie sind für normale Aquarien nicht geeignet und sie sollten von „normalen” Aquarianern nicht gekauft werden. Von dieser Art gibt es auch eine albinotische Form.


Zwergkrallenfrösche
~ Geschlechtsunterschiede:die Männchen sind dunkler und natürlich schlanker. Man kann die Geschlechter auch irgendwie zwischen den Beinen unterscheiden, ich weiß aber nicht mehr genau wie das war.
~ Wachstum: wachsen ausgesprochen schnell, haben nach einem Monat schon alle Beine.
~ Die Eier werden normalerweise einzeln abgelegt und sind oben dunkelbraun bis schwarz und unten weiß und schwimmen an der Wasseroberfläche. Man muß die Frösche nach dem Ablaichen mit der Hand herausfangen, da sonst zu viele Eier am Netz kleben bleiben würden. Die an den Händen klebenden Eier kann man am besten mit einer Plastikflasche mit Spritzdüse abspritzen, es geht auch mit einem Zerstäuber. Ansonsten muß man sie einzeln mit einem Finger abstreifen und in das Aquarium „zurückschießen”, also mit dem Finger „schnipsen”, sonst werden zu viele zerdrückt. Abspritzen ist die bessere Methode.
~ die Kaulquappen fressen sofort Artemia, sie brauchen viel Futter.
~ wenn sie nicht richtig laichen wollen, muß man sie mit (durchaus viel) Enchyträen füttern und in weichem Wasser (20 µs) mit nur einigen Zentimetern Wasserstand ansetzen. Ein Männchen und ein Weibchen. Dann geht es schon. Eventuell anderes Paar nehmen, das Männchen sollte möglichst dunkel sein. Sie haben aber auch schon mal erst dann gelaicht, als ich den Wasserstand auf ca. 10 cm erhöht hatte.


Der folgende Text ist aus der alten Afizucht, ich habe ihn nur manchmal zum besseren Verständnis abgeändert. Da kann man lesen, daß die Zucht ein Mal „sehr einfach” und ein anders Mal „eigentlich gar nicht geht”. Ich habe diese Passagen absichtlich so gelassen. So kann man sehen, daß auch ein Berufszüchter seine Schwierigkeiten hat oder hatte und auch, daß die gleiche Art nicht immer gleich reagiert.
Man muß aber bedenken, daß im allgemeinen nichts in die Afizucht eingetragen wurde, wenn alles funktioniert hat, auch sind Einträge vor 1993 sehr selten. Zwergkrallenfrösche habe ich aber schon sehr früh, also bestimmt seit 1985 oder auch füher und in größeren Zahlen gezüchtet.

Der ganze Absatz ist aber nur etwas für einen Züchter der Probleme mit den Fröschen hat. Für einen normalen Aquarianer sind die langen Ausführungen zu langweilig!

„....Gefüttert habe ich rote Mücken und Enchyträen, Herz mögen sie nicht besonders. Habe vorgestern mit weichem Torfwasser aufgefüllt auf gut ein Drittel, also gut 10 cm, klammern heute um 9:00, Eier sind auch schon da, LW = 225µs, Temp. = 22,1°. Es sind ein paar Pflanzenranken im Aquarium, kein Filter und auch keine Luft. Temperatur stimmt, im neuen Zuchtraum ist es momentan nicht wärmer.
Frösche, altes Paar: (hatten schon am 3.3.95 gelaicht), waren im alten Zuchtraum mit einigen cm Wasserstand, habe in Heizungsraum mit vollem 60er, haben sofort gelaicht.
18.03.96, leicht zu züchten, paarweise bei niedrigem Wasserstand (nur einige Zentimeter, damit sie gerade gut schwimmen können) „lagern”, (da haben sie auch gelaicht), dann umsetzen in 60er mit normalem Wasserstand ohne Filter-Strömung, damit die Eier nicht durcheinandergewirbelt werden. Geht mit Einheitswasser (333µs) und auch mit weichem Torfwasser. Eventuell einige Pflanzenranken dazugeben. Enchyträen füttern, laichen nach einigen Tagen. Filter erst anstellen, wenn Junge/Kaulquappen geschlüpft sind. Fressen sofort Artemia. Wachsen sehr schnell.
09.06.96, haben dann später überall und immer gelaicht, die Eier sind sogar in sehr schlechtem Wasser geschlüpft, natürlich nicht viel. Wenn sie laichen wollen, dann tun sie das auch, ob in 40er oder 70er, bei 3cm oder 30cm Wasserstand, das ist alles egal.
24.01.97, das alte Paar von ... hat jetzt wieder gelaicht. Da wir keine Frösche mehr haben, habe ich dieses alte Paar aus einem vergammelten 70er in ein gutes 60er gesetzt und mit Enchyträen und Mückenlarven gut gefüttert, Riccia ist auch drin. Haben gestern das 1. Mal gelaicht, heute geschlüpft, die meisten E gut, wenig verpilzte Eier.
Fazit: die Frösche werden offensichtlich ziemlich alt, da sie so alt noch laichen. Sie sind jetzt über 2 Jahre alt.
19.07.98, die 3 Paare waren in 60ern mit ca. 3-4 cm Wasserstand (gerade am Lineal verglichen, das ist wenig) mit weichem Wasser, in einem 60er waren 3 Frösche, ein sicheres großes Weibchen, ein mittlerer Frosch und ein kleinerer. Habe die 3 60er vor einigen Tagen mit Einheitswasser aufgefüllt auf gut Mittelfinger in Wasser hineintauchen, das sind ziemlich genau 10 cm. Da hat das 3erGespann dann gelaicht. Waren richtige Eischnüre zu sehen. War früher noch nie da. Gestern dann umgesetzt in Einheitswasser, heute wieder Eier da, aber keinerlei „Schnüre”. Die Wasserhärte scheint also nicht so wichtig zu sein. Hatte aber in allen Aquarien freischwebende Ranken.
22.04.00, habe noch ein einziges Paar, das laicht zwar, es kommen aber irgendwie keine Jungen heraus. Es wird einfach nichts. Hatten in 60er gelaicht. Hatte sie dann in 30er auf den Tisch gestellt, bei ganz wenig Wasserstand, haben da gelaicht. Sind viele Kaulquappen geschlüpft, habe Wasser auf gut 10 cm aufgefüllt. Sind viele Kaulquappen drin. Sehen allerdings nicht so aus, als ob sie sofort Artemia fressen könnten. Werde weitersehen.
Hatte das 30er dann mit Luftschlauch auf gut halb aufgefüllt und zuerst nur 4mm Luftrohr und danach halben Filter gegeben und in beleuchtetes 40er Regal gestellt. Als die Quappen dann immer noch gelebt haben, habe ich ihnen Infusorien gegeben, die haben sie aber offensichtlich nicht gefressen. Sie sind ihnen offenbar zu klein. Die Kaulquappen waren zu diesem Zeitpunkt aber sehr dünn, sie bestanden nur auch Kopf und ganz dünnem Schwanz, sie haben aber immer noch gelebt, d.h. es waren keine Toten zu sehen. Habe das 30er dann vorsichtig (unter Wasser) in ein halbvolles 60er getan und mit Artemia gefüttert. Die haben sie dann gefressen.
Jetzt der Sinn der ganzen Schreiberei: Über dem Tisch ist eine Beleuchtung, die Artemia gehen bei dem Licht auf dem Tisch nach oben. Wenn kein Licht da ist, sind die Artemia am Boden. Da die kleinen Quappen nur unter der Oberfläche sind, können sie logischerweise nur dann Artemia fressen, wenn das Aquarium beleuchtet ist. Die letzten Aq., als nichts herauskam, standen entweder im 60er Regal ohne Licht (Mitte oder Westwand) oder ohne Licht auf dem Tisch. Es scheint mir also im Moment sehr wichtig zu sein, daß die Kaulquappen von oben beleuchtet werden.
25.04.00, da die Artemia auf dem Tisch selbst bei Beleuchtung mehr auf der Fensterseite als oben sind, sind die vorigen Überlegungen hinfällig. So kann man sich irren. Ich habe momentan keine Erklärung dafür, daß jetzt plötzlich aus den Eiern was geworden ist. Es waren vorher in einem 60er soviel Eier, daß ich sehr viele mit dem Fläschchen abspritzen mußte. (Der Tisch stand knapp einen Meter vor einem über 2m-breitem West-Fenster).
Nachtrag 03.06.01, das mit dem Licht stimmt zumindest teilweise. Habe 60er mit Quappen, die gestern noch mit dem Bauch nach oben geschwommen sind auf den Tisch gestellt. Sie schwimmen jetzt mit dem Bauch nach unten und sehen sehr viel besser aus. Die Artemia sind auch zumindest hinten oben. Jedenfalls nicht unten.
15.05.00, die letzten Eier haben sich gut entwickelt, die Quappen sind jetzt in einem 70er, alles ok. Heute haben die Frösche in einem 30er auf dem Tisch wieder gelaicht. Die Eier haben oben eine etwas bräunliche Farbe. Nicht richtig schwarz. Sind viele Eier, mußte sie „abspritzen”, Der Wasserstand ist so niedrig, daß die Frösche im Aq. „stehen” können. Auch ist etwas Javamoos drin. Warum die Frösche jetzt gute Eier laichen, kann ich mir nicht erklären. Liegt es vielleicht daran, daß die Tage jetzt länger sind ???. Oder die Sonne auf den Tisch scheinen kann ???. Es war die letzten Tage und heute gutes Wetter.
18.05.00, die Viecher haben doch tatsächlich am nächsten Tag (den 16.) wieder gelaicht, hatte sie in ein neues 30er gesetzt. Diese Eier sind auch gut. Die vom 15. habe ich samt 30er in ein 60er und das 30er dann „versenkt”.
19.05.00, die Quappen im 70er fressen auch „Perla” Italienisches Trouvit. Habe gerade etwas auf die Wasseroberfläche gestreut, sie haben anstandslos danach geschnappt, es geschluckt und noch mal geschnappt. Also nicht wieder ausgespuckt. Dabei haben die Quappen noch nicht einmal richtige Beine, oder noch gar keine. Das finde ich gut. Offenbar brauchen viele Fische oder auch andere Viecher gar nicht so viel Artemia. Der Nährstoffgehalt von gewerblichem Trockenfutter ist sowieso höher.

03.06.01, bekomme zur Zeit keine durch, die Frösche laichen zwar (nur 1 Paar, habe mindestens 5), die Eier schlüpfen auch, aber es wird eben nichts. Die jungen Larven schwimmen eigenartigerweise auf dem Rücken, d.h. die Oberseite ist hell. Bei den Eiern ist es momentan auch so - die Oberseite ist weiß, die Unterseite schwarz. Die 60er sind im VA-Regal ohne direktes Licht. In 30ern auf dem Tisch wurde aber auch nichts.
10.06.01, hatte ein 60er auf den Tisch gestellt, vorsichtig Wasser gewechselt (mit Ausströmer abgesaugt, dann mit Luftschlauch aufgefüllt). Sehen jetzt ganz gut aus, habe sie in das VA-Regal gestellt. Wasser aufgefüllt, kl. Schaumstoff hinein. Eigenartigerweise haben wir momentan noch 2 60er mit guten Quappen.
Eine ganz einfache Erklärung wäre: Die ersten Eier sind immer schlecht, bis dann irgendwann die „guten” Eier kommen und es „von alleine geht”.

22.03.02, laichen wieder, liegt viel an Enchyträen. Man kann die jungen Frösche auch mit Enchyträen füttern. Enchyträen „verwirbeln”, dann geht es besser, sonst machen sie einen Klumpen, da tun sich die kleinen Frösche schwerer, einzelne Würmer herauszuholen.”

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Erstellt:  Dezember 2006
Überarbeitet, ergänzt: September 2012

 

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