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Zusätze zum Aquariumwasser

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Hier steht, was man alles in ein Aquarium hinein geben kann - oder besser nicht.

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Wir Aquarianer kippen alles mögliche ins Aquarium. Manches ist gut - anderes ist es weniger. Hier geht es darum, was die verschiedenen Substanzen bewirken - bzw. eben nicht bewirken.
Es ist aber gar nicht so einfach die Wirkungen der verschiedenen Zusätzen allgemeingültig zu erklären. Prinzipiell gilt, daß alle Zusätze in hartem Wasser weniger Wirkung zeigen als in Wasser mit niedriger Härte. Hauptsächlich die Karbonathärte wirkt immer als Puffer. Gewollt oder ungewollt. Somit können Substanzen, welche in hartem Wasser überhaupt keine Wirkung zeigen, in weichem Wasser schon für manche Fische gefährlich werden. Die Wirksamkeit bzw. Gefährlichkeit kommt bei fast allen unten beschriebenen Zusätzen also sehr auf die Härte - hauptsächlich  Karbonathärte - an.

 

Übersicht, warum man das überhaupt macht
Torf, was soll man nehmen? Ballentorf, Torfgranulat oder Fasertorf, oder Schwarztorf?
     Ballentorf, oder Weißtorf, das ist der preiswerte Torf aus dem Lagerhaus
     Schwarztorf
     Torfgranulat, das ist „gerollter” Schwarztorf
     Torf in der „normalen” Aquaristik
     Torf in der Zierfischzucht
Torfextrakt, flüssig
Blätter,
     Seemandelbaumblätter
     Walnussblätter
     Eichenblätter
     Amerikanische Roteiche
     Rotbuchenblätter
Erlenzapfen
Tee, schwarzer
Quebrachorinde oder Mimosa, ein Pulver aus der Rinde der Akazien, oder auch Eichenrinde
Schlußbemerkung

 

Übersicht
Warum gibt man überhaupt irgendwelche Zusätze ins Aquarium?
Da gibt es verschiedene Gründe. Hauptsächlich wohl um das Aquariumwasser zu verbessern. Ob es durch die verschiedenen Zusätze tatsächlich „verbessert” wird werden wir noch sehen. Dann natürlich auch um den Versuch kranke Fische zu behandeln. Um reine Medikamente geht es hier aber nicht. Hier geht es um „Wasseraufbereiter” im weitesten Sinne. Also um Substanzen, die in die Chemie des Wassers eingreifen. Oder eben auch nicht.

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Torf
Torf kann eine hervorragende und preiswerte Substanz sein um das Aquariumwasser - speziell das Zuchtwasser - zu verbessern oder überhaupt „zuchttauglich” zu machen. Guter Hochmoortorf ist in der Praxis das beste Mittel oder die beste Substanz, um ein Zuchtwasser anzusäuern! Man kann mit Torf sogar bedingt die Karbonathärte senken. Bedingt deshalb, weil das Wasser wahrscheinlich schneller dunkelbraun als weich sein wird. Funktioniert also nur in bescheidenem Umfang bei eh schon weichem Wasser. Also in der Praxis bei härterem Wasser doch besser einen Kationenaustauscher nehmen! Siehe dort.
Andererseits kann Torf auch lediglich zu einer Belastung des Aquariumwasser führen - je nachdem, was für eine „Torfsorte” man bekommen hat. Oder was der Radlader eben zusammengeschoben hat und somit in den Ballen gelandet ist! Da gibt es sehr wohl größere Unterschiede. Wenn ich einen richtig guten sauberen Ballen erwischt hatte, habe ich meistens sofort mehrere von der selben Sorte nachgekauft!

Ob Torf nur in fester Form seine positive Wirkung entwickelt oder flüssiger Torfextrakt das gleiche bewirkt steht weiter unten unter Torfextrakt.
Da steht auch daß es zumindest zweifelhaft ist, ob der Torf selber ein Ionenaustauscher ist wie seit einigen Jahrzehnten gesagt wird, oder die enthärtende Wirkung des Torfes auf den Huminsäuren beruht. Zumindest senkt die Huminsäure alleine die KH durchaus.

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Ballentorf oder Weißtorf
Das ist normalerweise leicht gepreßter Weißtorf in Ballen mit einer Füllmenge von meistens 250 Litern. Weißtorf ist nach Torffasern die „jüngste” Torfart - wenn man in der Erdgeschichte von „jung” sprechen kann, da ist bekanntlich alles uralt! - älter ist dann Schwarztorf, noch älter Braunkohle und als ältestes - ehemals - pflanzliches Material kommt Steinkohle. Für unsere Zwecke ist nur Hochmoortorf geeignet. Dieser Torf ist durch abgestorbene Pflanzen und Moose in einem Gebiet entstanden, welches nur durch Niederschläge bewässert wurde. Das Gelände mußte also etwas erhöht sein. Daher der Name „Hochmoor”. Im Gegensatz zu einem verlandeten See, der immer in einer „Senke” liegt. Oder eben unterhalb des umgebenden Geländes. Das nennt man dann „Niedermoor”. So ein Torf ist für aquaristische Zwecke nicht  geeignet, da er allgemein einen höheren pH-Wert hat.
Der Unterschied in der aquaristisch brauchbaren Qualität kann enorm sein. Es hat Zeiten gegeben, da bin ich von Lagerhaus zu Lagerhaus gefahren, um endlich wieder einen brauchbaren Torf zu bekommen!
Torf für die Aquaristik darf nur einen pH-Wert von höchstens 3,5 haben. Liegt er höher, taugt der Torf nur noch für den Garten. Das ist aber ganz einfach heraus zu bekommen: Es steht nämlich auf dem Ballen drauf! Man kann es natürlich auch umständlich haben und etwas Torf über Nacht in destilliertem Wasser einweichen und am nächsten Tage den pH-Wert messen. Ist der um 3 oder auch 4 ist es ok. Diesen Wert muß er aber auch nach Belüftung behalten, steigt der pH-Wert nach Belüftung an, so ist der Torf ungeeignet, da der niedrige pH-Wert dann von Kohlensäure kommt, die ja nicht stabil ist. Dabei aber bitte beachten, daß man so weiches Wasser nur mit einer Schliffelektrode zuverlässig messen kann. Hat man die nicht, so ist es sinnvoller, sich die Spielerei zu sparen. Tut mir leid - ist aber so.
Daß der Torf keine Düngemittel oder andere Zusätze enthalten darf, sollte eigentlich klar sein. Man soll sich aber nicht wundern, wenn man bei der Suche nach geeignetem Torf „schief angeschaut” wird - das ist normal. Ich habe mich daran gewöhnt. Man hat mich sehr oft für einen „Spinner” gehalten. Vielleicht bin ich ja auch einer? lachen-transp
 

Ballentorf_Torfmull


„Ballentorf” im Sack fotografiert. Es handelt sich hier um Weißtorf. Man hat dieses Material früher auch „Torfmull” genannt.


Hier die Deklarationen von einigen brauchbaren Torfsorten:

Floratorf:
Warendeklaration BRD
Torfprodukt DIN 1154-F250
Hochmoortorf ohne Zusätze,
wenig bis mäßig zersetzt (H2-Hs)
pH-Wert (CaCl2): 2,5 - 3,5
Organische Substanz: 15-21 kg
Füllmenge: 250 l

Plantaflor:
Torfprodukt DIN 11540 - F 250
Typenbezeichnung: Torf
Art: Hochmoortorf
Zersetzungsgrad:  wenig bis mäßig zersetzt (H3 - H5) (unleserlich)
Zusammensetzung: Torf ohne Zusätze
pH-Wert (CaCI 2): 2,5 - 3,5
Masse der organischen Substanz: 15 - 21 kg
Füllmenge: 250 l

Gartengold:
Torfprodukt DIN 11540 - F 250
Typenbezeichnung: Torf
Art: Hochmoortorf
Zersetzungsgrad: wenig bis mäßig zersetzt  (H3 - H5)
Zusammensetzung: Torf ohne Zusätze
pH-Wert (CaCl2): 3,5
Masse der organischen Substanz: 15-21 kg
Füllmenge: 250 l

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Schwarztorf

Schwarztorf


Schwarztorf

Dieser hier besteht aus ca. 5 - 15mm großen harten Brocken. Es sind noch einige Torffasern dabei. Schwarztorf ist aquaristisch eigentlich auch geeignet, nur bekommt man ihn nicht so oft zu kaufen. Er war/ist bei Gärtnern nicht so beliebt, da er schwer zu „benetzen” ist. Was nichts anderes heißt als daß man strohtrockenen Schwarztorf schlecht naß machen kann - er nimmt nur ungern Feuchtigkeit auf. Bei uns Aquarianern spielt das aber keine Rolle, da ist er sowieso unter Wasser!  lachen-transp  Da ist eher von Nachteil, daß das Wasser schlechter IN die harten Brocken hinein geht und Torfmull - also lockerer Torf - somit besser durchströmt wird. Also nimmt man besser Ballentorf - eben Weißtorf. Natürlich habe ich den Torf auf obigem Foto zum ansäuern bei der Zucht auch ausprobiert, richtig zufrieden war ich aber mit dem Material nicht.

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Torfgranulat

Torfgranulat


Torfgranulat

Torfgranulat
Dieses Granulat besteht laut Hersteller aus „gerolltem” Schwarztorf. Er ist also nicht gepreßt. Es gibt - oder besser gab - auch gepreßte Torfpellets. Diese waren wie Holzpellets zum heizen und nicht für die Aquaristik gedacht. Sie werden aber momentan (Nov. 2008) aus Rentabilitätsgründen nicht mehr hergestellt. Man kann sie also sowieso vergessen. Pellets sind durch Löcher gepreßtes Material. Sie bestehen immer aus kleinen Würstchen von verschiedener Länge. Je größer der Durchmesser der Würstchen, desto länger sind die einzelnen Stücke - einfach deshalb, weil dünne Würstchen schneller brechen als dicke. Hängt natürlich auch mit der Härte der Würstchen zusammen. Im Gegensatz dazu sind Granulate immer irgendwelche Kugeln oder Kügelchen von verschiedenem Durchmesser. Das zum besseren Verständnis von Granulat und Pellets.
Läßt man entmineralisiertes und mit Leitungswasser auf ca. 25µS „aufgehärtetes” Wasser durch ganz neues Torfgranulat laufen, so steigt die Leifähigkeit eigenartigerweise zuerst stark an. Eigenartig deshalb, weil der Hersteller versichert den Pellets keinerlei Zusätze beizumengen! Nach einiger Spül-Zeit macht der Torf dann aber das, was er eigentlich machen soll: Er geht die Karbonathärte an und Leitfähigkeit und pH-Wert fallen. So kann man nach etwas Trainingszeit schnell und einfach feststellen, wann das Wasser für die Zucht geeignet ist. Das geht sehr gut mit dem Leitfähigkeitsmesser! Ein großer Vorteil von diesem Granulat ist auch, daß es sehr ergiebig ist. Ich ließ mein Zuchtwasser zeitweise durch eine „kleine” Säule mit 20cm Durchmesser und 120cm Höhe laufen, welche das Wasser längere Zeit fast gar nicht mehr gefärbt, aber sehr wohl noch angesäuert bzw. die Leitfähigkeit gesenkt hat. Diese Säule war baugleich mit der Säule des Anionentauschers im Bild unten links.

Nachtrag:
Diese Erfahrungen habe ich mit Torfgranulat gemacht, welches ich vor 2000 gekauft habe. Inzwischen hat sich leider der Vertrieb und somit möglicherweise auch anderes geändert. Ich möchte also darauf hinweisen, daß ich mit dem Torfgranulat, welches heute offenbar unter verschiedenen Namen verkauft wird keine eigenen Erfahrungen habe. Auch bin ich der Meinung, daß man von den Dingen die man verkauft, bzw. für die man sie verkauft etwas verstehen sollte! (Betrifft Torfgranulat)
Und wenn jemand in der heutigen Zeit Torf als Brennstoff verkauft, so würde ich das schon als Raubbau an der Natur verstehen! Bekanntlich ist Torf nicht in unbegrenzter Menge vorhanden, wächst extrem langsam nach - wenn man es überhaupt als „nachwachsen” bezeichnen kann - und ist als Brennmaterial somit viel zu schade! (Betrifft Torfpellets als Brennmaterial)
Es wäre besser, wenn mehr Menschen mehr Verständnis für die Natur und ihren Schutz hätten!
 

PE-Torffilter_800L-Tanks_Austauscher_600


Teilansicht des Zuchtraums, in der Mitte neben den 800-Liter-Tanks die große Torftonne. Sie war meistens zu 2/3 mit Ballentorf und zeitweise auch über die Hälfte mit Torfgranulat gefüllt. Die beiden Austauscher links mußten nur das bereits entkarbonisierte Wasser des großen VA-Kationentauchers mit ca. 130µS vollentsalzen. Deshalb ist der Kationentauscher (rot/braun) kleiner als der Anionentauscher (gelblich).
Rechts über dem 800-L-Tank hängen 3 Spezialabsaugschläuche. Mit diesen habe ich das Wasser aus den Becken mit den ganz kleinen Fischen abgesaugt. Der Schaumgummi hat verhindert, daß kleine Fische mit abgesaugt wurden und die Riffelung - immer nach unten - hat dafür gesorgt, daß noch einige Millimeter Wasser im Becken geblieben sind. Bei der Zuchtbeschreibung vom Neonsalmler ist hier ein Foto wie sie ins Aquarium gehängt werden.

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Torf, die Anwendung in einem normalen Aquarium
Warum soll man eigentlich Torf in ein normales Gesellschaftsbecken geben?
Das kommt auf den Besatz an. Hält man hauptsächlich Lebendgebärende oder Barsche der Ostafrikanischen Seen, so erübrigt sich eine Torfzugabe. Sie ist in diesen Fällen sogar negativ. Anders sieht es bei fast allen anderen Fischen aus. So fühlen sich die meisten Barben und Salmler, Aphyosemion & Co., Zwergcichliden und Labyrinther in Torfwasser sichtlich wohler und haben kräftigere Farben. Das kann manchmal richtig kraß sein. Die Kehrseite der Torfanwendung ist aber genau das, was den Fischen offenbar gefällt - die braune Farbe und die geringe Dosis Tannine. Durch das dunklere Wasser kommt weniger Licht bei den Pflanzen an und sie wachsen nicht so gut wie in Becken ohne Torf. Da muß man dann selber entscheiden was besser ist, eventuell einen leichten Torfstich einstellen, dann ist beiden Seiten geholfen. Den Fischen und den Pflanzen. Muß ja nicht gleich kaffeebraun sein.
Wie wendet  man Torf an?
Jedenfalls - wenn es irgendwie geht - nicht im Strumpf!
Erklärung: Es gibt ein uraltes Gesetz, daß Wasser immer den Weg des geringsten Widerstandes geht! Somit strömt das Wasser immer an dem Strumpf vorbei, aber möglichst nicht durch den Strumpf hindurch. Warum sollte es auch. Das tut es nur wenn ihm nichts anderes übrig bleibt - wenn es also nicht seitwärts vorbei kann. Also wie in einem extra Behälter. Ob man da einen alten Eheimtopf ohne Motor oder einen Eigenbaubehälter zwischen schaltet oder auch einen unten gelochten Topf ins Aquarium hängt und oben Wasser zulaufen läßt - irgend etwas derartiges muß einem eben einfallen. In den Kunststoffabteilungen der Baumärkte gibt es alles mögliche, das sind richtige Fundgruben für den Aquarianer. Man kann natürlich auch als letzte Schicht in einem Filter Torf packen. Hier ist der Strumpf dann auch „erlaubt”. Oder nach dem Torf als Trennung einen Strumpf geben. Der trägt am wenigsten auf bzw. benötigt am wenigsten Platz.
Natürlich „wirkt” Torf auch im Strumpf, schließlich läuft Wasser auch direkt daran vorbei. Er hat aber nie die selbe Wirkung wie in einem extra Behälter.
Wie lange der Torf im Filter bleiben darf ist schwer zu sagen. Das kommt auch darauf an was man bewirken will. Will man „nur” eine bessere Farbe würde ich ihn ruhig länger drin lassen - vielleicht sogar bis er eben nicht mehr färbt, oder der Filter nicht mehr richtig fördert.
Daß man Torf nicht parallel zu Kohle anwenden darf dürfte wohl klar sein - die Kohle holt das heraus, was der Torf hinein geben soll. Es gab früher ganz schlaue Aquarianer - vielleicht gibt es sie auch heute noch - die haben den Torf nach der Kohle in den Filter gegeben. Nur haben diese Leute nicht bedacht, daß die Kohle den Torf dann eben bei der nächsten Runde herausfiltert. Wieder nichts!  zwinkern-transp_grau

Nachtrag und Warnung. Hat man erst wenig Erfahrung mit der Aquaristik, so sollte man vielleicht besser die Finger von Torf lassen. Die ganze Angelegenheit ist nichts für „60cm-Set-Aquarianer”. So effektiv die Anwendung von Torf bei einem alten Hasen sein kann so schnell kann das bei einem Anfänger auch daneben gehen oder keine oder die falsche Wirkung haben.

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Torf, die Anwendung bei der Zucht von Weichwasserfischen
Bei der Zucht von Weichwasserfischen kommt man um Torf eigentlich nicht herum.
Natürlich kann man das Zuchtwasser z.B. auch mit Phosphorsäure ansäuern. In der Praxis geht es aber mit Torf am besten. Dazu benötigt man aber dann schon einen extra Behälter. Also einen alten Eheimtopf oder eine Säule mit Verschraubung. Wenn es ganz einfach sein muß gehen auch zwei ineinander gestellte Eimer, von denen der innere unten mit Fliegengitter bespannte Löcher hat und der äußere eine Verschraubung mit Auslauf. Der Torf kommt in den inneren Eimer, da hinein kommt auch der Einlauf. Macht man den Auslauf ziemlich weit oben so ist der Torf immer unter Wasser und trocknet nicht aus. Die Eimer kann/sollte man bei Nichtgebrauch zudecken. Das ist aber auch die absolute Billigausführung! Ein alter 2-Liter Eheimtopf ist da um ein vielfaches eleganter. Und der kostet auch nicht die Welt.
Dann gibt es auch noch eine sehr einfache Methode für die man nur den Platz für eine Kunststofftonne benötigt. Dazu nimmt man eine große Kunststofftonne (120 oder 200 Liter), gibt vielleicht 50 Liter Weißtorf (Ballentorf) hinein und füllt mit möglichst weichem Wasser auf. Damit der Torf schneller untergeht muß man das ganze belüften. Dadurch entsteht ein vertikaler Kreisel der im Laufe der nächsten Tage immer mehr Torf untergehen läßt. Eventuell täglich zusätzlich umrühren. Nach einiger Zeit ist aller Torf untergegangen und das Wasser ist dunkelbraun. Jetzt Ausströmer entfernen und alles einige Tage ruhen lassen. Haben sich alle Torfteilchen gesetzt steht darüber ein sehr klares Torfwasser, man muß es nicht ein mal mehr filtern. Eheimtopf_alter_ThWill man das trotzdem geht es für wirklich kleine Mengen mit einem Melittafilter. Braucht man mehr Wasser schaltet man einen mit Filterwatte gefüllten alten Eheimtopf dazwischen. Dieser sollte ruhig fester gefüllt sein. Für einen Zuchtansatz gibt man so viel Torfbrühe aus der Tonne in die Becken wie erforderlich. Macht man das längere Zeit so braucht man da nicht ein mal mehr den pH-Wert messen. Dafür bekommt man dann ein Gespür.
Eigentlich habe ich es die letzten Jahre genauso gemacht - nur ein klein wenig anders  lachen-transp. Bei mir war die Tonne die große Torftonne - siehe Foto oben - und ich habe das Wasser aus eben dieser Tonne so lange durch einen vollen 800-Liter-Tank gepumpt bis der gesamte Tank die erwünschte Leifähigkeit erreicht hatte. Das Ausgangswasser in den Tanks hatte ca. 30 - 50 µS. Das Ansetzwasser sollte dann um die 20 µS haben. Hat man noch nicht so viel Übung muß man zusätzlich noch den pH-Wert messen. Hatte ich schwierige Weichwasserfische angesetzt, so habe ich auch schon mal zusätzlich einige Liter reines Torfwasser aus der Tonne in ein 60er Zuchtbecken gegeben.

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Torfextrakt, flüssig
Man kann Torf auch in „flüssiger” Form kaufen. Von verschiedenen Herstellern unter verschiedenen Namen. Dieser Torextrakt hat keinen guten Ruf. Man sagt allgemein, daß Torf nur in fester Form seine positive Wirkung entfalten würde. Habe ich früher auch gedacht.
Denkt man aber etwas nach, so kommt man zu einem anderen Ergebnis. Aus sehr langer Erfahrung weiß ich, daß Torfextrakt - allerdings selber hergestellter und kein gekaufter - sehr wohl die selbe Wirkung hat wie fester Torf! Damit meine ich, daß es überhaupt keinen Unterschied macht ob man das Zuchtwasser durch den Torf laufen läßt oder ob man einige Liter Torfextrakt - also „Torfbrühe”, die einige Zeit mit Torf in Berührung oder eben durch Torf hindurchgelaufen war - in die Zuchtbecken gibt.
Genaugenommen auch logisch! Die alte Geschichte, daß nur fester Torf als „Ionenaustauscher” fungiert mag ja stimmen. Aber zumindest fungieren die Huminsäuren selber auch als „Entkalker” oder „Enthärter”. Und Huminsäuren sind in „flüssigem Torf” auch enthalten. Sie machen hier nichts anderes was andere Säuren in diesem Fall auch täten - sie „binden” die Karbonathärte. (Chemisch richtig ausgedrückt: „Es findet eine Zersetzung in Kohlendioxid und Wasser statt”). Nicht so radikal wie z.B. Salzsäure, sondern ungefährlicher und „sanfter”. Im Ergebnis aber ähnlich. Man kann mit konzentrierter Torfbrühe sehr wohl ein Wasser weicher machen - oder eben die Karbonathärte senken. Wenn ein Wasser keine oder sehr wenig Karbonathärte hat kann man es mit Torfextrakt auch ansäuern. Aber eben wie immer nur bei sehr geringer Karbonathärte. Sonst wird die Huminsäure von der Karbonathärte „gebunden”.

Man kann käuflichen Torfextrakt durchaus anwenden. Wunder darf man nicht erwarten - das Wasser wird eben etwas bräunlich. Im Idealfall bekommt es einen klaren Bernsteinstich. Sieht schön aus. Billiger und wahrscheinlich besser kann man ihn selber machen, indem man ganz normalen sauren Ballentorf in einem größeren Behälter einweicht und auslaugen läßt. Eventuell wegen der Bewegung belüften oder zumindest ab und zu umrühren. Siehe weiter oben.
Interessant ist in diesem Zusammenhang wieder ein mal der Einfallsreichtum der Hersteller:
So soll flüssiger Torfextrakt einerseits durch reduzierten Lichteinfall die Algenbildung hemmen und andererseits das Pflanzenwachstum fördern. Ein Widerspruch in sich.

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Hier geht es um Blätter aus heimischer Wald und Flur und aus den Tropen.
Um eigene Erfahrungen und um aus soliden Quellen abgeschriebene Inhaltsstoffe.
Rechts ein Foto eines meiner Aquarien Anfang der 70er-Jahre. Damals hatte ich auch mal Blätter im Aquarium. Heute halte ich von der ganzen Blättergeschichte nicht mehr sonderlich viel. Man muß halt alles mal ausprobiert haben.  lachen-transp

Gibt man Blätter ins Aquarium, so sollen sie zweierlei bezwecken. Entweder das Wasser positiv verändern oder den Bewohnern als zusätzliches Futter dienen. Die erste Möglichkeit ist ziemlich theoretisch. Zwar sind in fast allen Blättern Tannine und Gerbsäuren enthalten, die kann man aber auf andere Weise einfacher und besser dosiert gekommen. Tanninlösung_verpilzt_333Das weiß oder erzählt natürlich kein Verkäufer dieser Blätter, sonst könnte er sie ja nicht mehr verkaufen. Zwar wirkt die Gerbsäure der Blätter etwas desinfizierend, da gibt es aber bedeutend wirksamere Mittel. Nur färben die meistens. Und farbiges Wasser macht einen schlechten Eindruck. Überhaupt wird die desinfizierende Wirkung der Blätter - eben der Gerbsäure oder des Tannins - meistens ganz gewaltig überschätzt oder übertrieben.

Der Ordnung halber habe ich ein Bild von einer verpilzten konzentrierten Tanninlösung eingefügt.
 So gut kann die fungizide Wirkung wohl nicht sein, sonst wäre ja kein Pilz auf der Oberfläche!


Seemandelbaumblätter
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Diese Blätter sind momentan (2009) sehr beliebt. Warum ist mir nicht ganz klar. Möglicherweise ist es wie so oft: Einer macht etwas vor - und alle machen es nach.
Ironie beiseite. Der Grund ist wahrscheinlich der, daß die Asiaten diese Blätter gerne in die Fischbeutel tun, es soll so weniger Transportverluste geben. Früher hat man dazu Bananenblätter genommen. Letztendlich bringt das aber nichts. Die desinfizierende Wirkung der Seemandelbaumblätter ist im Ernstfall zu gering. Es ist eher eine subjektive Sache. Man meint, daß sich die Fische so „wohler fühlen” und den Streß des Transportes leichter überstehen. So haben wir auch oft Javamoos oder ähnliches zu Garnelen dazu gegeben. Da war der Grund aber ein anderer, die Garnelen sollten sich an dem Substrat anheften können und so nicht im Beutel herumgeschleudert werden. Da muß man mit lebendem Pflanzmaterial aber vorsichtig sein, da es in den Transportkisten kein Licht bekommt, schnell abstirbt und das Wasser belastet. Besser nimmt man künstliches Material. Auch hat man früher manchmal einige Aktivkohlekörnchen in Transportbeutel von Corydoras dazu gegeben, da man der Meinung war, daß diese Fische sich gegenseitig vergiften würden. Die Kohle sollte das Gift eliminieren. Auch das war Augenwischerei. Es hat immer schon „Gerüchte” über alles mögliche gegeben. Bewiesen wurden solche Sachen nie. So durfte man in die Transportbeutel  der Labyrinthfische oder von Corydoras keinen reinen Sauerstoff geben. Wir haben es jahrzehntelang getan - ohne negative Beobachtungen. Auch ohne Langzeitschäden, wie manche Leute gerne behauptet haben. Oder noch behaupten.
Übrigens: Die Inhaltsstoffe der Seemandelbaumblätter sind die selben wie die unserer einheimischen Walnußbaumblätter. Manche Seemandelbaumblätter riechen fast so wie Tabakblätter. Man könnte meinen es seien welche.

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Walnußblätter

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Links im Herbst gesammelte getrocknete Walnussblätter, rechts ein von Garnelen angefressenes Blattgerippe im Aquarium. Ein paar Tage später wird nur noch der Stiel übrig sein.

Blattvergleich_Walnuss_Seemandel_31_8_333Blattvergleich_Walnuss_Seemandel_05_09_333









Ein interessanter Vergleich:
Foto links: Links ein Walnußblatt und daneben ein Seemandelbaumblatt. Beide noch intakt. Datum: 31.8.09
Foto rechts: Die selben Blätter am 5.9.09, also 5 Tage später. Da die Garnelen das Walnußblatt „verzogen” hatten und so nicht mehr beide zusammen auf das Bild gegangen wären, liegt es jetzt anders da. Es ist aber immer noch das gleiche Blatt!

Man kann sehr gut sehen, daß die Garnelen im Wahlversuch Walnußblätter bevorzugen. Nebenbei liegt das Seemandelbaumblatt auch heute noch - am 14.9. immer noch unangeknabbert an der selben Stelle. Natürlich weiß ich, daß ein Walnußblatt dünner ist als ein Seemandelbaumblatt. Das ist hier aber nicht relevant, die Garnelen haben das stabilere Blatt nicht „weniger anknabbern können”, sondern sie haben es gar nicht beachtet.

Blattvergleich_Walnuss_Eiche_333Der Ordnung halber und aus Fairness den Seemandelbaumblättern gegenüber hier ein Vergleich mit einem Eichenblatt. Es wurde genau so wenig beachtet wie das Seemandelbaumblatt.
Offensichtlich werden die Walnussblätter am liebsten angeknabbert.








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Eichenblätter
Eichenblaetter_ThGemeint sind allgemein Blätter der Stieleiche (Deutsche Eiche) und der Traubeneiche. Diese beiden Eichenarten sehen fast genauso aus. Wir haben auf unserem Grundstück von beiden Arten je einen großen Baum. Man kann sie auch auf den „zweiten Blick” nicht so ohne weiteres unterscheiden. Der Unterschied liegt eigentlich nur in der Länge der Eichelstiele. Diese Blätter sind sehr gerbstoffreich. Da sie neben den Blättern der Rotbuchen - welche aber nicht so viele Gerbstoffe enthalten - von den für die Aquaristik geeigneten die kleinsten sind, kann man sie recht gut im Aquarium verwenden. Da stimmen die Proportionen noch am ehesten. Obwohl trotzdem alle Aquarien für „Blattdekorationen” viel zu klein sind. Ist natürlich Ansichtssache!

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Amerikanische Roteiche
Roteichenblaetter_ThDas ist  eher ein Park-, denn ein Waldbaum. Er hat große Blätter, welche sich im Herbst bei den meisten Bäumen sehr schön rot färben. Daher der Name. Er wächst für eine Eiche sehr schnell, ist aber nicht so knorrig wie unsere Eichen. Steht ein selbst gepflanzter Baum auf dem Grundstück.
Der Gerbstoffgehalt ist niedriger als bei unseren einheimischen Eichen und deshalb zum „ansäuern” von Aquarien weniger geeignet. Die Blätter sind aber eine schöne Herbstdekoration.


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Rotbuchenblätter
Rotbuchen werden gerne mit Weißbuchen (Heinbuche, Hagebuche) verwechselt. Dabei sind sie nicht ein mal verwandt. Die Weißbuchen sind näher mit den Birken verwandt (Kätzchen). Wenn man die Unterschiede kennt, kann man beide Bäume schon von weitem unterscheiden. Die auffälligsten Unterschiede: Die Blätter der Rotbuche bleiben den Winter über am Baum und fallen erst im Frühjahr ab, die Weißbuche wächst knorriger oder verwundener, die Stämme der Rotbuche sind meistens gerade. Die Knospen der Rotbuchen sind länger als diese der Weißbuche, das kann man auch im Winter gut sehen. Das Holz der Weißbuche ist härter, wurde früher sogar für große Holz-Hämmer verwendet und ist für mich das beste Brennholz überhaupt.
Für das Aquarium sind die Rotbuchenblätter besser geeignet. Man kann sie auch gut den ganzen Winter über sammeln.

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Erlenzapfen
Crystal-Red_01_ThDas ist eine „heiße” Angelegenheit! Wenn jemand es wagen sollte die Wirksamkeit dieser Wunderzäpfchen in Frage zu stellen wird man ihn wahrscheinlich in die Wüste schicken!
Also wird man mich wohl schicken. lachen-transp
(Daß ich selber auch manchmal Erlenzapfen ins Aquarium gebe beweist das rechte Foto. Allerdings nicht zum ansäuern oder desinfizieren, sondern als Futter. Garnelen brauchen - wie Antennenwelse auch - holzhaltiges Material als Zusatznahrung.)
Sie sollen ja gegen alles mögliche helfen. Tun sie aber leider nicht. Es sind halt ganz einfach Zapfen aus gerbstoffreichem Holz. Und was Tannine wirklich für Wirkungen haben kann man weiter unten nachlesen.
Natürlich wirken sie - wenn es sowieso nichts zum wirken gibt. Einbildung ist weit verbreitet. Will man an etwas glauben, so hat es auch eine Wirkung! In der Medizin nennt man das Placeboeffekt. So haben Erlenzapfen natürlich „Wirkungen” - nur keine wirklichen. Dazu müßten sie erst in Parallelversuchen bewiesen werden. Und genau da funktionieren sie nämlich nicht! Leichte Verpilzungen heilen meistens genauso gut ohne Zapfen oder Blätter. Da halte ich mehr vom „positiven Milieu” des Aquariums. Zur Unterstützung sind sie natürlich „kein Fehler nicht”. Man sollte die Wirkung aber nicht überschätzen.
Zu den Meinungen, daß man die Zäpfchen erst nach den ersten Frösten pflücken solle, da durch den Frost dann die Samen ausgefallen wären: Das ist zumindest nicht ganz richtig. Zwar trocknet Frost alles aus - Gefriertrocknung - und somit werden Erlenzapfen nach starken Frösten trockener sein als vorher. Letztendlich trocknet aber nicht der Frost, sondern die Zeit.  Die Samen fallen dann aus - wie bei allen Zapfen unserer Bäume - wenn die Zapfen selber trockener werden und sich dadurch die Schuppen aufstellen.
Lange Rede kurzer Sinn: Wenn jemand wirklich Zuchtwasser etwas ansäuern will oder meint es “desinfizieren” zu müssen, so soll er Torf nehmen. Das ist immer noch die beste und einfachste Methode.

Kiefernzapfen_trocken_320Kiefernzapfen_feucht_320













Auf dem linken Bild ein feuchter Kiefernzapfen und rechts ein trockener. Legt man einen noch nicht total ausgetrockneten ins Wasser so gehen die Schuppen wieder zusammen und er sieht wieder aus wie der linke. Bei total ausgetrockneten gehen die Schuppen jedoch nicht mehr ganz zusammen. Das ist bei Erlenzapfen genauso, nur habe ich da momentan keine Fotos. Werde bei Gelegenheit welche machen und sie gegen diese hier austauschen.

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Quebrachorinde, Mimosa, Eichenrinde und andere Substanzen aus der Gerberei
Mimosa-Extract_Sack_ThHier sind einige stark gerbstoffhaltige Substanzen, die normalerweise zum gerben von Leder verwendet werden.
In unserer Gegend gibt es noch einen Gerber. Also habe ich mich da bereits Anfang der 80er nach Substanzen umgeschaut, die eventuell bei der Zierfischzucht zu verwenden wären.
Damals habe ich einen großen Ballen mit Quebrachorinde ergattert. Das ist die sehr gerbstoffreiche Rinde eines südamerikanischen Baumes mit extrem hartem Holz. Diese Rinde hat zwar das Wasser sehr schön kaffeebraun gefärbt, zur Zucht habe ich es aber letztlich nicht genommen, da es zu viel Gerbsäure, bzw. Tannin enthält. Ein Orchideenfreund hat sich damals sehr über das Substrat gefreut. An der Stelle, wo ich den Ballen eine Weile gelagert hatte, bevor alles auf dem großen Komposthaufen landete, ist gut 15 Jahre nur Hahnenfuß gewachsen. Aber nur hier, sonst haben wir auf dem ganzen Grundstück keinen Hahnenfuß!
Bei einem Besuch 2008 verwendete der Gerber nur noch „Mimosa”, Foto links. Das ist ein feines Pulver von kaffeebrauner Farbe, eher etwas heller. Dieses „Mimosenpulver” wird aus Akazien gewonnen und enthält sehr viel Tannin. Und obwohl das Wasser davon eine sehr schöne braune Farbe bekommt ist es für die Aquaristik nur bedingt zu verwenden. Es ist zu gefährlich!
Eichenrinde von unserer heimischen Eiche hat ähnliche Eigenschaften. Sie wurde früher auch zum gerben verwendet. Das waren die Lohgerber. In Sonthofen gab es früher auch einen, ich kam als Knabe jeden Sonntag beim verordneten Kirchgang an dem Anwesen vorbei und kann mich noch gut an den strengen Geruch der im Hof zum trocknen ausgebreiteten Lohe erinnern. Übrigens speichert das Gehirn Gerüche übermäßig gut und lange, man kann sich an sie auch noch nach „ewigen Zeiten” erinnern.

Erklärung warum diese Substanzen leider nicht so gut geeignet sind:
Wenn man diese Substanzen richtig, d.h. sehr vorsichtig und über viele Tage ganz behutsam nachdosiert können sie durchaus positiv sein und das Wohlbefinden der Fische auch erhöhen. Früher hat man Tannin angeblich sogar gegen Ichthyophthirius eingesetzt.
Tannin wirkt stark zusammenziehend, der „gebildete” Mensch sagt adstringierend dazu. Es verschließt in der Gerberei die Oberfläche der Tierhäute, sie werden dadurch „gegerbt” und zu Leder. In der Humanmedizin wird es gegen Durchfall, zum gurgeln und eben Mundspülungen genommen. Es soll sogar gegen Typhus verwendet werden. In all diesen Fällen verschließt es die Schleimhaut entweder zur Desinfektion (Mund) oder gegen Flüssigkeitsverlust (Darm - Durchfall, Typhus). Es „gerbt” die Haut und auch die Fischschuppen oder besser die Schleimhäute der Fische. Somit wirkt es gegen Schmarotzer auf der Fischoberfläche, sie können die Oberfläche nicht mehr so einfach angreifen. Es gerbt aber auch die Kiemen der Fische, diese bekommen dadurch weniger Sauerstoff und ersticken im Extremfall. Somit kann man sich gut vorstellen, daß da eine kleine Überdosierung bereits verheerende Folgen haben kann!
Alle diese stark gerbstoffhaltigen Substanzen sollten also nur von sehr versierten Aquarianern angewendet werden. Und auch da bitte sehr, sehr vorsichtig!
Für den Handel sind sie recht gut geeignet, da sie im Endeffekt billiger als „echter Torf” sind und in der Herstellung weniger Arbeit machen.
Klartext: Man muß sie nur auflösen und fertig ist der „Torfextrakt”!
Nachtrag: Selbstverständlich nehmen die soliden Hersteller nur echten Torf - glaube ich jedenfalls. Aber erstens ist glauben nicht wissen und zweitens kann ich mich ja auch irren. Soll ja vorkommen. zwinkern-transp_grau

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Schlußbemerkung:
Natürlich kann man Blätter und Erlenzapfen ins Aquarium geben! Das kann jeder so halten wie er will! Nur sollte er sich über die nicht vorhandene - oder zumindest sehr schwache -  Wirkung im klaren sein. Das ist so ähnlich wie mit den uralten Hausmitteln. Crataegus (Weißdorn) wurde Jahrzehnte - oder Jahrhunderte? - lang als Stärkungsmittel für das Herz betrachtet und angewendet. Heute weiß man, daß er keine Wirkung hat (auch wenn Crataegus momentan - Frühjahr 2010 - jeden Abend im Fernsehen angepriesen wird). Da wird ein überzeugter Freund von „altbewährten Hausmitteln” wahrscheinlich sehr böse werden. Nur - es stimmt eben. Da kann ich nichts dafür, das ist neue Forschung.
Wobei man nie weiß, wer die Gutachten bezahlt hat und wie die nächsten Gutachten/Forschungen ausfallen werden. zwinkern-transp_grau

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Erstellt: Oktober 2008
Letzte Bearbeitung: September 2014

 

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