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Tateurndina ocellicauda

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Die Zucht von Tateurndina ocellicauda, der Schläfergrundel, Schwanzfleckgrundel oder Pastellgrundel

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Allgemeines:
Tateurndina ocellicauda sind sehr schöne und empfehlenswerte Fische. Sie sind verträglich und unempfindlich. Ich mag sie auch deshalb gerne weil sie ihre Jungen nicht fressen, jedenfalls meistens. Man kann die Jungen - sofern man keine großen Zahlen züchten muß - in einem 60er zusammen mit den Eltern aufziehen. Die Jungen fressen nach dem Freischwimmen sofort Artemia. Die Zucht und auch die Aufzucht ist relativ einfach. Die Jungen wachsen schnell, gut und gleichmäßig.

Futter:
Die Fische fressen alles, auch Forellenfutter. Mit reiner Forellenfutterfütterung entwickeln sich Tateurndina ocellicauda zu Prachtexemplaren! Man kann sich jegliches anderes Futter sparen! Im Gegenteil halte ich z.B. gefrorene Mückenlarven für das schlechtere Futter! Allerdings ist das mit dem Forellenfutter nicht ganz soo einfach: Die Umgewöhnung ist mitunter etwas „schwierig”. Junge Pastellgrundeln fressen nach Artemia meistens kein Flockenfutter. Normales Forellenfutter (oder Granulatfutter) ist zu grob. Wenn man ihnen aber Forellenfutter mit der Körnung 000 gibt, fressen sie es. Und später dann auch normales Forellenfutter. Da ich das mit mehreren Stämmen erlebt habe nehme ich an, daß das bei allen so ist.

Zucht:
Zur Zucht besorge man sich die schönsten Fische, die man nur auftreiben kann! (Wiederhole mich dauernd, das ist aber ungemein wichtig, da es sonst schade um die Nachzuchten und letztlich um die Arbeit ist). Es gibt verschieden gefärbte Stämme, die Fische mit orangenem Bauch sind die schönsten. Das größte Männchen und das größte und dickste  Weibchen nehmen.
Die Geschlechter lassen sich leicht unterscheiden: Die Männchen sind größer und bekommen bereits im Halbstarkenalter einen Stirnbuckel, die Weibchen haben keinen Buckel, dafür aber einen dicken Bauch. Eben möglichst von orangener Farbe. Die Rückenflosse der Weibchen hat zwar meistens einen schwarzen Rand, das ist aber nicht sicher, da es eben verschiedenen Stämme gibt.

Zur erfolgreichen Zucht muß man einige Dinge beachten:
Die Fische laichen zwar in Blumentöpfen, Hurtis_Th „Hurtis” (das sind gut einen Meter lange „Ziegelsteine”, mit denen man früher z.B. Stalldecken gebaut hat, siehe Foto links. Ich habe aus diesen langen Teilen Röhren geschnitten) oder auf den Boden gelegten Röhren jeder Art. Sie laichen praktisch überall, auch an Aquarienscheiben! Sie haben auch schon mal in eine laufende Schaumstoffilter-Patrone gelaicht. Die in die Patrone gebohrte „Röhre” hatte einen Durchmesser von 25mm (das war praktisch der Filterauslauf), da war aber auch noch ein 4mm-Luftröhrchen drin. So mußten die Elterntiere gegen die Luftblasen in die Röhre schwimmen, es war also eigentlich ziemlich eng und unpraktisch. Nach menschlichem Ermessen! Dieses stimmt aber sehr oft nicht mit den Empfindungen der Fische überein.
Es war im allgemeinen bei sehr vielen Fischarten oft so, daß Fische zum laichen die Röhren bevorzugt haben, die nach meinen „menschlichen Ansichten” viel zu „unbequem” waren, es waren meistens die engsten.
Tateurndina_PVC_Laichrohr_ThObwohl Tateurndina also praktisch überall laichen, ziehen sie im Wahlversuch senkrecht ins Aquarium gehängte PVC-Rohre mit 32mm Durchmesser eindeutig vor. Dann klappt das mit dem Züchten auch schneller. Man kann so auch größere Mengen züchten, siehe Foto links (zum besseren fotografieren habe ich das Rohr außen angehängt). Damit das Rohr nicht abrutscht, habe ich ein PVC-Stäbchen angeschweißt. Nach kurzer Zeit wird man feststellen, daß sich das Männchen nur noch in der PVC-Röhre aufhält. Dann kann man vorsichtig die Röhre heraunehmen und nachschauen, ob Eier da sind. Braucht man keine großen Stückzahlen, läßt man das Männchen im Rohr und wartet ab. Das Weibchen kann auch im Aquarium bleiben. Es dauert bei 25° etwa 6 Tage, bis die Jungen freischwimmen. Sie fressen sofort Artemia.
Tateurndina_Brutrohre_1_ThWenn man mehr Fische benötigt, hat sich bei mir eine einfache Filter-Rohr-Kombination bewährt. Rechts ein Foto davon. Es geht darum, daß die Eier immer von frischem sauerstoffreichem Wasser umspült werden. Die Ströhmung darf aber nicht zu stark sein, sonst werden die Eier weggeschwmmt. Im rechten Rohr sind die Eier. Links einer meiner selbstgebauten Patronenfilter. Das Wasser steigt im linken senkrechten Rohr mit Ausströmer nach oben. Oben läuft das gefilterte Wasser nach rechts zu den Tateurndinaeiern. Das senkrechter Rohr im T-Stück ist dazu da, damit  die Luft des Ausströmers entweichen kann und im „Eierrohr” nur Wasser läuft. Später habe ich es so gemacht, daß ein Teil des gefilterten Wassers aus dem dann waagrecht gedrehten T-Stück direkt ins Aquarium lief. Der Grund ist der, daß ein Aquarium ohne Oberflächenbewegung nicht richtig funktioniert, also mußte ich extra ein Luftrohr oder einen zweiten Filter anbringen. Man muß da aber schon aufpassen, daß die Wassermenge im Eierrohr nicht zu groß wird.
Zeitweise habe ich wegen großem Bedarf die Pastellgrundeln auch auf eine andere Art gezüchtert: Da hatte ich meistens 2 PVC-Rohre in einem 70er (unsere „70er” sind 72x62x35) in den vorderen Ecken. In diesen 70ern waren - neben anderen Fischen - mehrere Pastellgrundeln. Wenn Eier in einem Rohr waren, wurde es in einem 60 an obige Filter-Rohr-Kombination angeschlossen. Ich hatte natürlich mehrere davon. Man kann das Rohr mit den Eiern ruhig trocken transportieren, da passiert nichts. Hatte das schon bei Ramirezi geschrieben.


Das ist eigentlich alles, die Zucht ist nicht schwierig. Noch ein Orginalabsatz aus der Afizucht:
„Gute Methode zum „ausbrüten der Eier”: nehme Schaumfilter mit Ausströmersteigrohr, stecke oben nach dem 90°-Winkel ein T-Stück (waagrecht, der 90°-Auslauf ist waagrecht) und danach den 25er Winkel mit dem aufgesteckten 32er Rohr. Das 32er Rohr ist dann senkrecht und bekommt etwas über die Hälfte des Wassers aus dem Filter. Die Länge des 32er Rohres ist momentan so, daß es auf dem Boden aufsitzt, es paßt alles zusammen. Ca. 1/3 oder so läuft aus dem freien Ende des T-Stücks direkt in das Aquarium. Zusätzlich gebe ich ca. 10 Tropfen Trypo dazu. Das Aquarium ist dann zwar nicht „biologisch”, man merkt es daran, daß das Wasser anfangs nach füttern trübe wird, aber es funktioniert gut. Der Vorteil dieser Anordnung ist der, daß das 60er besser funktioniert. Wenn man den gesamten Auslauf des Filters unter Wasser einlaufen läßt (wie früher bei Antenneneiern) dann muß man ein extra Luftrohr in's Aquarium hängen, sonst bildet sich auf der Wasseroberfläche ein leichter Film und speziell bei belastetem Wasser wie bei Antenneneiern wird das Aquarium instabil. Nachtrag:Ganz wichtig ist aber die Strömungsmenge, also der Wasserdurchlauf, hatte 2 Bruten mit ziemlich viel Durchlauf, die Jungen schwimmen dann nicht sofort frei, sondern liegen noch am Boden herum. Sie werden offenbar zu früh aus dem Rohr „herausgeschwemmt”, obwohl die Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist. Hatte ein Rohr-Gelege „vertrödelt” und im Aquarium mit den Alten gelassen. Jetzt ist in dem 60er ein richtiger Schwarm Junge. Es sind offenbar alle geschlüpft und sehr in Ordnung.”

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Überarbeitet, ergänzt:   März 2008, Oktober 2010
 

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