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Ozon in der Aquaristik

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Der Einsatz von Ozon in der Aquaristik

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16. Oktober 2017: Diese Seite sollte überarbeitet werden, denn obwohl ich nun schlicht und einfach 50 - in Worten: fünfzig!! - Jahre Erfahrung mit Ozon in der Aquaristik habe, kommt immer noch etwas dazu! Man lernt eben tatsächlich nie aus! Auch nicht als Grufti! Voraussetzung ist allerdings, daß man überhaupt lernen will - und nicht eh schon alles weiß!  zwinkern-transp_blau

Mitte der 60er Jahre habe ich mit Ozon in der Aquaristik angefangen - da habe ich das erste Gerät gekauft. Und obwohl ich Ozon seit dieser Zeit nicht dauernd, sondern nur zeit- und auch mehr versuchsweise eingesetzt habe möchte ich sagen, daß ich ziemlich viel Erfahrung mit Ozon habe. Ich habe im Laufe der Jahrzehnte einiges ausprobiert.
Fotos und technische Angaben zu Ozongeräten gibt es auch unter Technik/Geräte/Ozonisator.

 

Überblick über Ozon in der Aquaristik
Nachtrag zur Gefährlichkeit von Ozon
Ozonreaktor, wie wird Ozon im Aquarium angewendet
Vorteile von Ozon, oder was kann Ozon
Was kann Ozon nicht
Ozongeräte haben bei trockener Luft mehr Leistung
Die Geschichte  mit den sauberen Schläuchen
Eine interessante Beobachtung
Zusammenfassung

 

Überblick:
Ozon besteht aus drei Sauerstoffatomen und wird durch Hochspannung erzeugt. (In der Natur auch, da riecht es manchmal nach einem Gewitter nach Ozon.)
Allgemein wird geschrieben, daß Ozon ein Reizgas ist und es soll bei erhöhter Konzentration zu Augenreizungen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Unwohlsein usw. führen. Es soll bereits in so geringer Menge schädlich sein die man noch gar nicht  riechen kann. Bei hohen Konzentrationen soll Ozon sogar „giftig” sein.
Das mag in kleinen Räumen möglich sein, ich habe davon in einigen Jahrzehnten nichts bemerkt und ich habe auch nie Kopfschmerzen oder irgendwelche Probleme bekommen. Ozongeruch ist dermaßen penetrant, daß man eine „Überdosierung” sofort bemerkt. Ein „ganz bisschen” Ozongeruch empfinde ich durchaus als angenehm - das wird natürlich individuell verschieden wahrgenommen werden. Es ist also nicht so, daß man vor dem „nicht ungefährlichen Ozon” Angst zu haben braucht. Sollte jemand wider Erwarten auf Ozon empfindlicher reagieren so kann er das obere Ende des Kontaktrohres (siehe weiter unten) verschließen, ein Luftröhrchen hineinkleben - oder Nippel einschrauben - und die Abluft nach draußen leiten. Dann gibt’s garantiert kein Kopfweh!
Ozon ist es aber auch kein Wundermittel! Es erhöht ganz einfach das Redoxpotential des Wassers. Und da in der Aquaristik ein hohes Redoxpotential meistens von Vorteil ist, kann Ozon in vielen Fällen auch recht gut sein. (Ein niedriges Redoxpotential ist nur in einem Denitrifikationsfilter erwünscht).
Ozon kann man nicht „lagern” oder irgendwie „konservieren”, man muß es immer an Ort und Stelle erzeugen. In der aquaristischen Praxis wird ein Ozongerät zwischen Luftpumpe (kleines Gerät = Membranpumpe, großes Gerät = Verdichter oder ähnliches) und einen Ausströmer geschaltet. Selbstverständlich ist darauf zu achten, daß weder Wasser in das Ozongerät noch ozonhaltige Luft in die Membranpumpe zurück gelangen kann und zweitens die Schläuche „ozonfest” sind, (meine Luftschläuche aus Kunststoff sind alle ozonfest, Gummischläuche wird wohl kaum noch einer haben!) Sollte ozonhaltige Luft in die Membranpumpe gelangen, so sind zumindest die Gummimembranen und bei einer Wisa der Schaumstoff fällig, da beides durch Ozon zerstört wird. Man baut also am besten ein gutes Rückschlagventil nach der Membranpumpe ein. Ein kleiner „Luftkessel” (oder auch „Druckdose” genannt) mit vielleicht 100 - 200 ccm oder auch mehr Volumen ist auch kein Fehler, er verringert oft das Brummen der Pumpe. Installiert man so einen „Luftkessel” an der höchsten Stelle der Luftleitung ist er nebenbei der beste Rückflußverhinderer.
Obwohl man überall lesen kann, daß man mit Ozon den Sauerstoffgehalt des Wassers nicht direkt erhöhen kann, so doch zumindest indirekt, da sich ein hohes Redoxpotential nicht mit einem Sauerstoffdefizit vereinbaren läßt.

Nachtrag zur Gefährlichkeit von Ozon (2016):
Sander_Ozonisator_25mg_1_200Sander_Ozonisator_25mg_2_200hNachdem ich mehrere Jahrzehnte keinerlei Probleme bei der Anwendung von Ozon hatte, bin ich da etwas leichtsinnig geworden. So habe ich momentan in einem kleinen Zimmer mit ca. 12qm ein 100x50x50cm Meerwasseraquarium nur mit Korallen und niederem Getier. Dieses ozonisiere ich manchmal über den Abschäumer mit einem kleinen Sander Ozonisator (bis 25mg Leistung) mit  weniger als 10mg. Siehe Foto links. Nun ist das recht wenig! Und normalerweise schalte ich das Gerät sofort aus, wenn man im Raum etwas Ozongeruch wahrnehmen kann. Dieses Abschalten habe ich aber vor ein paar Tagen vergessen. Und da ich manchmal nicht durchschlafen kann (bin ja schon etwas älter) setze ich mich dann gelegentlich entweder vor ein Aquarium oder den Computer. So habe ich in besagter Nacht ein paar Fotos bearbeitet. Zwar habe ich den Ozongeruch bemerkt und das Gerät auch sofort abgeschaltet, aber da es draußen sehr kalt war blieb das Fenster zu. Schließlich macht mir etwas Ozon ja nichts aus! Anfangs habe ich auch keine Wirkung bemerkt, aber nach einer halben Stunde habe ich das Kabuff dann fluchtartig verlassen! Mir haben die Augen gebrannt und ich hatte leichte Schmerzen in der Brust. Auch war mir etwas schwindelig und insgesamt war mir „gar nicht so gut”. Das Ozon hatte mich dermaßen erwischt, daß ich die Nachwirkungen noch bis zum Mittag gemerkt habe! Bei den Aquariumbewohnern konnte ich keinerlei Beeinträchtigungen feststellen. Entweder hat ihnen das Ozon nichts ausgemacht oder der Ozoneintrag ist mit dem Abschäumer zu gering und er bläst mehr Ozon in die Luft als ins Wasser.
Wenn ich früher keine Wirkung von Ozon verspürt habe, so lag das in erster Linie wohl daran, daß da immer in großen Räumen ozonisiert wurde. Und in der Zucht-Anlage in der feuchten Luft hat das Ozon immer mit irgendetwas reagiert. Nebenbei wird es natürlich auch an meinem Alter liegen, bekanntlich wird man mit dem Alter etwas anfälliger zwinkern-transp_neu.
Jedenfalls werde ich in Zukunft sehr vorsichtig ozonisieren und mir demnächst einen richtigen Ozonreaktor bauen. Die Ozonisierung über den Abschäumer ist sowieso nicht zu empfehlen, da die Reaktionsstrecke viel zu kurz ist. Auch wenn es extrem feine Luftblasen sind.

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Ozonreaktor, wie wird Ozon angewendet
Ozon soll man nicht direkt im Aquarium anwenden. Das heißt, daß man nicht einfach einen Ausströmer mit ozonisierter Luft ins Aquarium geben sollte. Man verwendet dazu ein sogenanntes Kontaktrohr. Dieses Rohr kann sich im oder außerhalb des Aquariums befinden.
Es steht hier absichtlich sollte, denn ich habe es schon oft direkt mit einem Ausstömer ins Aquarium eingeleitet. Es ist nie etwas „passiert”.
Ein „richtiges” Ozon-Kontaktrohr ist ein Rohr mit einem Ausströmer darin, die Größe des Rohres richtet sich nach dem Bedarf. Früher bei Meerwasser waren das durchaus bis 16cm Durchmesser und 100cm Länge. Es hat oben einen Zu- und unten einen Ablauf, vor oder im Ablauf befindet sich normale Filterkohle. Diese Kohle dient als Katalysator und sorgt dafür, daß kein Ozon direkt ins Aquariumwasser gelangt. Je nach Bauart ist die Kohle mit Kies abgedeckt oder in einem extra „Abteil”, sie darf nämlich auf gar keinen Fall vor dem Auslauf mit ozonhaltigem Wasser in Berührung kommen oder gar im Kontaktrohr herum gewirbelt werden, da dann das Ozon sofort neutralisiert werden würde. Ende der 60er und Anfang der 70er hatten wir solche Kontaktrohre häufig in Meerwasseraquarien.

INitratfiltersaeule_neben_VA_Wanne_Thn den letzten Jahren habe ich eine andere Vorrichtung verwendet.
Ich habe ganz einfach ein 200 cm langes und 10 cm dickes Plexirohr genommen und unten mit einem feinen Ausströmer (Holz oder Keramik) Ozon hinein geleitet. Oben - genauer im oberen Drittel - kam Aquariumwasser hinein und unten lief es wieder heraus. Durch den unten angebrachten Ausströmer wurde das Wasser im Gegenstrom genügend mit dem Ozon-Luftgemisch verwirbelt.
Auf dem Bild rechts ist dieses Plexirohr in der Mitte zu sehen, ein kleiner Teil des Filterwassers lief immer durch das Ozonrohr. (Die beiden Säulen links und rechts haben mit Ozon nichts zu tun gehabt. Rechts die Versuchssäule zum Nitrat entfernen, siehe hier. Ganz rechts die - leere - 1000L-Versuchs-VA-Wanne, die PE-Tonne rechts dahinter war der Filter - jedenfalls ein Teil vom System) Dabei habe ich festgestellt, daß Ozon gar nicht so aggressiv ist: In dem Plexirohr haben sich nämlich ganz kurze verschiedenfarbige Algen gebildet - und zwar mitten in der ozonisierten Zone.
Will man wegen möglicher zu starker Ozonbelastung der Raumluft ganz sicher gehen, so kann man das Ozonrohr oben verschließen und die Ozonabluft ins Freie leiten. Zwar nicht sehr elegant aber einfach geht das mit einem Plastikbeutel und einem Gummiring. Die Röhrchen für Zu- und Abluft klebt man dann oben in die Rohrwandung ein.

Nachtrag September 2016:
Habe in einem Diskusforum gelesen, daß da Jemand Bedenken hatte, daß das Wasser im Kontaktrohr überlaufen könnte. Wenn man das zulaufende Wasser hinein pumpt und das untere Rohr - also den Auslauf - zu dünn wählt, dann kann das schon passieren. Aber wer macht das schon! Der Praktiker wird in so einem Fall das Wasser nicht hinein pumpen, sondern heraus pumpen/saugen. Also die Pumpe im Auslauf installieren. Dann kann mit Sicherheit nichts überlaufen. Und natürlich wird er das ober Rohrende höher als den Wasserstand des Aquariums legen, wenn das Rohrende offen ist. Ist es geschlossen, bedarf es einer anderen Konstruktion.
In dem oben beschriebenen Fall lag das sowieso anders. Das Kontaktrohr hatte in etwa immer den selben Wasserstand wie der Filterbehälter - auf dem Foto ganz rechts - da es mit diesem durch einen 20mm-Schlauch verbunden war. Der Auslauf des Kontaktrohres lief direkt in die VA-Wanne. Durch den Höhenunterschied Filterbehälter -> VA-Wann lief immer Wasser nach. Ob ich den Wasserdurchlauf geregelt hatte, weiß ich nicht mehr. Und ich weiß auch nicht, wieviel Wasser da in der Stunde durchgelaufen ist.
Was bei dieser „Konstruktion” gefehlt hat war die Aktivkohle, um überschüssiges Ozon zu eliminieren. Das war aber hier gar nicht nötig, da die Ozonisierung mit einem Sander Ozonisator mit nur 25mg Ozon betrieben wurde. Und die Wanne + Filterbehälter + Nebenbecken zusammen ca. 1200 Liter Nettovolumen hatte. Und darin saßen bei diesem Versuch gute 1000 halbwüchsige Kongosalmler in der VA-Wanne + ca. 300 halbwüchsige Moosgrüne Sumatrabarben im Nebenbecken. Und da ich ja feststellen wollte, ob dieses Filtersystem auch etwas taugt, wurden dieser Fische natürlich tüchtig gefüttert. 
Es hat etwas getaugt, es ist ein gutes System. zwinkern-transp_neu
Ich habe den Filterbehälter ihn noch. Vielleicht kommt irgend wann eine Beschreibung von dem System.
Eine richtige Beschreibung eines Ozon-Kontaktrohres mit Fotos kommt mit Sicherheit, da ich selber eins brauche und somit eins bauen muss!

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Vorteile von Ozon, oder was kann Ozon:
1.)
  Bekanntlich bekommt älteres Aquarienwasser einen Gelbstich. Dieser Farbstich wird durch Ozon zerstört bzw. er entsteht erst gar nicht. Ozonisiertes Wasser ist immer kristallklar. Es wird so klar, daß es den von Seewasser bekannten Blaustich bekommt. Das kann aber im Extremfall dazu führen, daß man eine “kristallklare Brühe” im Aquarium hat, da diese „Klarheit” eben nur optisch ist lachen-transp. Allerdings wird nur der organische Gelbstich von altem Aquariumwasser entfernt, andere Farbstoffe werden von Ozon in der Regel nicht angegriffen!
2.)   Fische wachsen schneller. Offenbar ist Ozon in der Lage Stoffe die das Wachstum der Fische hemmen zu vernichten.
3.)   Schläuche und Pumpenköpfe bekommen keinen Belag und müssen nicht mehr so oft gereinigt werden. Somit ist die Pumpenleistung höher und immer konstant. Dieser Belag in den Schläuchen entsteht natürlich nur, wenn das System auch belastet ist. In einem unterbesetzten Aquarium hält sich dieser Belag in Grenzen. Das hat aber nicht nur Vorteile! Näheres steht HIER
4.)   Das Redoxpotential wird erhöht. In der 1000-L-VA-Wanne waren die ansonsten grauen oder braunen Bartalgen/Pinselalgen mit Ozon immer schön grün. Dann sieht so ein grüner Teppich sogar richtig gut aus!
5.)   Wenn ein geringer Ozonüberschuß in der Luft ist, riecht es nicht mehr (nach anderem). Selbst der Gestank einer toten Schnecke wird neutralisiert. Er ist nicht mehr wahrzunehmen. Diese Beobachtung haben wir bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit (100%) gemacht, da ist der menschliche Geruchssinn bedeutend empfindlicher als bei normaler Luftfeuchtigkeit von vielleicht 40 - 60%.
Da ich seit gut 40 Jahren nicht mehr rauche und „in frischer Luft auf dem Land” lebe, rieche ich schon einen in über 200 Meter entfernt fahrender Traktor. Er stinkt!

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Was kann Ozon nicht:
Ozon ist kein Wundermittel, man kann mit Ozon nicht verhindern, daß Fische krank werden können. Man kann also mit normalen Geräten keine Aquarien sterilisieren. Das ist aber auch gar nicht der Sinn der Sache.
Heute wird manchmal Trinkwasser mit Ozon keimfrei gemacht, dazu sind jedoch sehr leistungsfähige und teure Geräte notwendig.

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Ozongeräte haben mit trockener Luft mehr Leistung.
Die Geräte erzeugen mehr Ozon, wenn die zugeführte Luft trocken ist. Das kann man mit Silicagel - oder Silkagel, Silica Gel oder Kieselgel - erreichen.  Der Aufwand ist allerdings recht groß. Ich habe dazu eine Plexisäule mit 10cm Durchmesser und vielleicht 50 cm Höhe genommen, oben nur mit aufgelegtem Deckel mit Loch und unten mit einen Harzfänger (siehe Austauscherbau). Die Säule wurde mit Silicagel gefüllt und unten wurde die Luft für das Ozongerät angesaugt. Also: Silicagel - Luftpumpe mit Ansaugnippel (z.B. Wisa) - Ozongerät. Zwar habe ich den Unterschied der erzeugten Ozonmenge zwischen normaler Luft und getrockneter Luft nie gemessen (ich hätte es auch nicht gekonnt), er war aber durchaus da. Man hat es am verstärkten Geruch bei gleichen Einstellungen sofort wahrgenommen. Aber wie gesagt ist der Aufwand recht groß. Das Silicagel ist schnell erschöpft und muß im Backofen (um 120°, je nach Art des Silicagels) regeneriert werden. Das geht zwar gut und schnell, da man am Farbumschlag sofort den Zustand des Silicagels erkennen kann, es macht aber trotzdem Umstände. Und das Silicagel ist auch nicht umsonst. Man muss halt die Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen, oder wie man so unschön sagt: Das muss jeder für sich selber entscheiden. zwinkern-transp_neu
Nachtrag September 2015:
Momentan bin ich wieder für Lufttrocknung und baue mir gerade eine größere Plexisäule für das Silicagel. Es ist nämlich so, daß die Ozonisatoren bei trockener Luft nicht nur effektiver arbeiten, sondern auch weniger verschmutzen. Das hängt damit zusammen, daß bei feuchter Luft mehr Salpetersäure entsteht. (Ich verwende Ozon momentan an einem Meerwasserbecken)
Wahrscheinlich wird die Beschreibung der neuen Trocknersäule hier oder in der Bastelkiste erscheinen. Relativ preiswertes Silicagel habe ich schon bestellt. Mal sehen, was da kommt.
Januar 2016: Das Silicagel ist in Ordnung, aber die Säule habe ich noch nicht ein mal angefangen. :-(

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Die Geschichte mit den sauberen Schläuchen: (Nachtrag Sept. 2015)
Es gab in unserer Anlage auch eine ausrangierte VA-Milch-Wanne mit 1.000 Litern Nettovolumen (Leider habe ich davon kein richtiges Foto). Diese Wanne habe ich in Laufe der Jahre - oder besser Jahrzehnte? -  mit verschiedenen Filtersystemen für Belastungsversuche eben dieser Filtersysteme verwendet. So war sie auch ein Mal mit 1000! mittleren Kongosalmlern besetzt. Zusätzlich saßen in einem auch an diesen Kreislauf angeschlossenen 100x30x30 Aquarium noch 300! mittelgroße Moosgrüne Sumatrabarben. Um festzustellen, ob das System auch gut arbeitet, wurde natürlich reichlich gefüttert! Das Filtersystem war also sehr stark belastet und ich musste ohne Ozon das Pumpengehäuse - die Pumpe hat das Wasser aus der VA-Wanne in das externe Filtersystem gepumpt - innen mindestens jede Woche reinigen.  Mit Ozon praktisch überhaupt nicht mehr!
Soweit ist das ist ja kein Fehler nicht! Denkt man aber weiter, so könnte es sein, daß sich bei Ozonisierung auch keine Bakterien im Filter ansiedeln (der Belag in den Schläuchen und in der Pumpe besteht unter anderem aus Bakterien). Und das wäre dann schon ein Fehler. Sogar ein großer!
Leider habe ich keine Möglichkeit mehr dieser Sache nachzugehen. Es sind nicht mehr so viele Süsswasseraquarien da, um hin und her probieren zu können. Vielleicht fällt mir aber noch etwas ein, wie man es trotzdem rekonstruieren kann.

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Eine interessante Beobachtung
Bekanntlich kann man die richtige Dosierung von Ozon am Redoxwert des Wassers feststellen. Die Messung des Redoxpotentials ist aber nicht so einfach und auch nicht immer sicher. Und - ganz nebenbei - braucht man dafür ein elektronisches Gerät und eine sauber gewartete Elektrode!
Die Kontrolle der richtigen Ozonmenge geht aber auch einfacher. Es riecht nämlich erst dann im Raum nach Ozon, wenn kein Ozon mehr im Aquarium verbraucht wird. Also wenn das Wasser „sauber” ist. Solange reduzierbare Verbindungen im Aquarium vorhanden sind, riecht es im Raum nach gar nichts! Jedenfalls nicht nach Ozon! Wenn im Raum selber reduzierbare Verbindungen bestehen, so riecht es auch da nicht nach Ozon. Selbst wenn das Wasser selber völlig „sauber” ist.
Das habe ich schon vor vielen Jahren in der Anlage festgestellt. Richtig verstanden habe ich es aber erst vor einiger Zeit, als in meinem Seewasser-(Versuchs)-Aquarium ein ganzer Spross Caulerpa taxifolia praktisch über Nacht abgestorben war. Die Caulerpa rosemosa und alle anderen Algen waren intakt. Das Wasser war etwas trübe und es roch nicht mehr sauber nach Meer. Während der Ozonisierung roch es im Raum in keinster Weise nach Ozon, sondern etwas nach undefiniertem Meer, oder Tang. Erst als das Wasser wieder völlig klar war fing es langsam an, im Raum nach Ozon zu riechen. Das Ozon wurde einfach über den Abschäumer ins Wasser geleitet, also ohne Kontaktrohr oder ähnlichem. Bei der Ozonisierung während des „normalen” Aquariumbetriebes riecht es sehr schnell nach Ozon.

Nachtrag:
Natürlich kann man ein - regelbares - Ozongerät so weit herunterregeln, daß man selbst bei „sauberem” Seewasser im Raum kein Ozon mehr riechen kann. Das sind dann nach meinen Erfahrungen bei der Einleitung über einen Abschäumer auf 1000 Liter gerechnet unter 20mg/h. (Bei der Verwendung eines Kontaktrohres sind es je nach Länge desselben - 1m oder auch 2m - entsprechend mehr)
Aber bei dieser Dosierung kann man die Ozonisierung auch gleich bleiben lassen. Da ist es eh nur noch Spielerei! zwinkern-transp_neu

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Zusammenfassung
Der Kommerz bescheinigt Ozon in der Aquaristik noch weitere Vorteile, so soll z.B. Nitrit und auch Ammonium/Ammoniak zu Nitrat oxidiert werden. Andererseits soll - laut Hückstedt - Ozon aber auf gar keinen Fall in neu eingerichteten Aquarien verwendet werden - und nur da wäre es interessant. In  eingelaufenen Becken machen weder Ammoniak, noch Nitrit oder gar Nitrat Ärger - außer bei Murksern. (Oder wenn von jetzt auf gleich eine größere Menge Caulerpa abstirbt, siehe weiter oben) Schaut man also genauer hin, so bleibt von den Vorteilen im Süßwasser nicht so viel übrig. Deshalb bin ich der Meinung, daß Ozon in guten eingerichteten Wohnzimmeraquarien keinerlei Vorteile bringt. Wirkliche Vorteile sind nur in der intensiven Zierfischzucht oder in überbesetzten Aquarien zu erwarten. Da kann man Ozon wirklich gebrauchen. Bei Meewasseraquarien natürlich auch, da macht sich der höhere Redoxwert durchaus positiv bemerkbar, außerdem wird das Wasser klarer und bekommt den berühmten Blaustich. (Den bekommt es natürlich auch in Süßwasseraquarien).

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Juni 2007
Letzte Bearbeitung: September 2016

 

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