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Meine Aquaristik

Spektrum

 

Hier will ich versuchen meine Auffassung über die Aquaristik
oder meine Art der Aquaristik zu erklären

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Ein Überblick
Beispiel, verschiedene Betrachtungsweisen kommen zu verschiedenen Ergebnissen.
Die Messerei in der Aquaristik, ein Erklärungsversuch.
Was kann man einem Aquarium alles ansehen?
Fischeinkauf, was ist da zu beachten?
Technik im Aquarium, was ist notwendig?
Welche Chemikalien sind für ein Aquarium notwendig?
Welche Wasserwerte brauchen Fische?

 

Ein Überblick:
Der Untertitel dieser Homepage heißt „Praktische Aquaristik und Zierfischzucht”. Es geht also hauptsächlich um die praktische Seite der Aquaristik. Die Theorie hat bei mir nur so lange Berechtigung, bis sie durch praktisches ausprobieren entweder bestätigt oder widerlegt ist. Selbstverständlich ist die grundlegende Theorie sehr wichtig, schließlich muß man erst ein mal wissen, wie etwas funktioniert. Man sollte dann aber überprüfen, ob die Theorie auch mit der Praxis übereinstimmt! Und das ist eben nicht unbedingt und immer der Fall! Aus diesem Grund ist mir letztendlich die Praxis lieber als die Theorie.
Wenn man ein „guter Aquarianer” werden will, dann muß man lernen den Aquarien und den Fischen anzusehen, ob alles stimmt oder irgend etwas nicht in Ordnung ist. Natürlich kann man nicht alles sehen! Wasserhärte und pH-Wert sollte man kennen. Aber nicht jeden Tag neu messen! Vielleicht kann man es so ausdrücken: Das Aquarium als solches sollte immer im Vordergrund stehen. Die Theorie und die Messerei müssen Zweck bleiben. Wenn das Ziel nicht das Aquarium ist, sondern die Theorie drum herum, die Technik, Wasserpanscherei und Messerei, dann ist der Sinn des Aquariums dahin.
Das kann natürlich - wie immer - jeder machen was er will, so ist aber meine Einstellung.

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Beispiel für die verschiedenen Betrachtungsweisen
Dieses einfaches Beispiel soll zeigen was dabei herauskommt, wenn man die Aquaristik zu einseitig und oberflächlich betrachtet:

Es geht hier um zwei Aussagen, die jeweils falsch oder richtig sind - oder umgekehrt.
Aussage 1:
Antennenwelse fressen keine Pflanzen
:
Falsch - und richtig!
Wenn genügend Wurzeln und Algen vorhanden und nur wenige Antennenwelse in einem (größeren) Aquarium sind, fressen sie keine Pflanzen, man braucht sie dann auch nicht extra zu füttern. Das belastet nur das Wasser unnötig!
Aussage 2:
Antennenwelse fressen Pflanzen:
Auch falsch - und richtig!
Wenn zu viele Antennenwelse in einem (kleinen) Aquarium sind, fressen sie sehr wohl Pflanzen.

Man kann also nicht prinzipiell sagen, daß Antennenwelse Pflanzen fressen oder nicht fressen, es stimmt beides  - es kommt auf die Umstände an. Diese Umstände müssen aber berücksichtigt werden!
Wie man hier sehen kann, ist die Aquaristik nicht einfach immer „schwarz oder weiss” oder „so oder so”, vielmehr ist sie sehr oft „so und so”. Sie hat ungemein viele Nuancen, das macht sie so interessant! Wenn man da wirkliche Aussagen machen will, dann muß man die Sache schon genauer angehen und tiefer schürfen!
Das will ich hier versuchen!
Sollte jemandem dieses Beispiel zu kompliziert oder widersprüchlich sein, möge er es bitte noch ein Mal lesen und darüber nachdenken.
Wenn er auch dann dieses Beispiel nicht verstehen oder nachvollziehen kann, so ist die Afizucht für ihn nicht geeignet! Er wird sie nicht oder zumindest falsch verstehen - was in diesem Fall genauso übel ist! Wahrscheinlich wird er auch nie ein „richtiger Aquarianer” werden. Er gehört halt in die Schar der Leute, die eben „auch ein Aquarium haben”.
Schade um die Fische!

Stimmen Sie aber mit meiner obigen Betrachtungsweise in etwa überein, dann können Sie von diesen Seiten nur profitieren!

Man kann z.B. noch lange keine verläßliche Schlußfolgerung ziehen, wenn man irgend eine Fischart ein mal nachgezogen hat. Die ist erst bedingt möglich, wenn man das einige Jahre mit verschiedenen Stämmen betrieben hat. Und auch dann sind Schlußfolgerungen sehr vorsichtig anzuwenden.
Auch kann man, wenn es bei einem Aquarium so gewesen ist noch lange nicht folgern...

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Es ist inzwischen eine eigene Seite über „Höher Aquaristik” da.

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Die Messerei in der Aquaristik
Will man ein Aquarium beurteilen, so benötigt man dazu möglichst viele Wasserparameter. Meint man. Oder meinen zumindest die meisten. Das stimmt natürlich - aber leider nur bedingt.
Gesamthärte (GH), Karbonathärte (KH), pH-Wert, Leitfähigkeit, Nitrit und Nitrat, vielleicht noch Ammoniak/Ammonium oder Phosphor sind bestimmt wichtig und man sollte es auch ein mal gemessen haben. Ohne es jemals gemessen zu haben, wird man es später nicht „sehen” können!
Vielleicht kann man es mit dem Tachometer im Auto vergleichen: Hat man nie den Zusammenhang von Geschwindigkeit - Fahreindruck (km/h) erlebt - und am Tacho abgelesen, so kann man auch nicht die Geschwindigkeit einschätzen, ohne auf den Tacho zu schauen. Dass das gar nicht so einfach ist, belegen die Unfälle an den Autobahnausfahrten, wo die Leute durch langes schnellfahren kein richtiges Gefühl mehr für die Geschwindigkeit hatten und ihnen dann bei der Ausfahrt die Straße ausgegangen ist, ...

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Was kann man einem Aquarium alles ansehen?
Im Laufe der Jahre sind wir öfter für unsere Fische und Schauaquarien gelobt worden, aber zwei Komplimente haben mich besonders gefreut. Das eine war als ich - da hatten wir bereits kein Zoogeschäft mehr - die ehemalige Konkurrenz mit selbstgezüchteten Fischen beliefert habe, sich ein Mitarbeiter eben dieser Konkurrenz über unsere Schauaquarien geäußert hat: Er meinte, „daß ich da ja mein ganzes Wissen hineingesteckt hätte” und „daß dagegen eben nichts zu machen gewesen sei”. Ein anderes Mal hat der Besitzer eines großen Zoofachgeschäftes gemeint: „Sie können das sehen, wir anderen müssen messen”, er meinte damit, daß ich einem Aquarium sehr viel ansehen kann, ohne unbedingt messen zu müssen. Das ist natürlich etwas übertrieben, aber es ist schon richtig, daß man sehr viel sehen kann - wenn man denn sehen kann!
 
Ein kleines Beispiel: Schauen Sie sich die neuesten Pflanzenblätter, bzw. Triebspitzen in den verschiedenen Aquarien genauer an und Sie werden später schnell feststellen können, in  welchen Aquarien die Pflanzen besser wachsen bzw. auch, welche  Aquarien insgesamt besser funktionieren. Das ist zugegeben eine einfache Übung, aber sie soll nur zum besseren Verständnis dienen. Sie werden später dann auch auf Fotos sehen können, ob Pflanzen in einem Aquarium „gewachsen” oder extra für das Foto „gesteckt” sind. Wie einfach man das sehen kann hängt natürlich davon ab, wie gut oder wie plump getürkt wurde! Frisch gesteckte Pflanzen stehen selten in der richtigen Höhe, sie stecken zu tief im Boden oder sind zu hoch gepflanzt. Ein Stengelpflanzenbusch sieht „unnatürlich” aus, die Pflanzen brauchen eine ganze Weile um die Stengel „auszubreiten” und in die richtige Richtung zum Licht zu bringen. Wenn bei Stengelpflanzen noch einige Blätter aus dem Boden herausschauen, sind sie mit Sicherheit kurz vorher gesteckt worden!
Übrigens: Vor dem Einpflanzen von Stengelpflanzen sollte man die Blätter immer so weit entfernen, wie der Stengel in den Boden kommt. Auch immer jeden Stengel einzeln, zu zweien oder höchstens zu dreien pflanzen und nicht den ganzen Busch auf ein Mal! Die Pflanzen wachsen so besser an.
(Mache ich natürlich auch nicht immer - ist aber trotzdem besser lachen-transp)

Ich habe einem Aquarium meistens ansehen könne, wenn die Fische in ein oder zwei Tagen krank werden wollten. Als wir noch importierten, habe ich auch manchmal Rote Neon und ein paar andere Südamerikafische bei einem befreundeten Importeur gekauft und selber ausgesucht (er war ein schlechter Aquarianer und Kaufmann und hat es auch nicht lange gemacht). Er hat mich immer gefragt, warum ich dieses oder jenes Aquarium nehme und ein anderes nicht. Er selber konnte keinen Unterschied feststellen. Zum besseren Verständnis: Man hat immer ALLE Fische aus einem Aquarium genommen - also „das ganze Aquarium”.
Ich meine, daß man dieses „aquaristische Sehen” nur bedingt lernen kann - man hat es oder man hat es eben nicht.

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Fischeinkauf
Allerdings kann man lernen, Fische und Aquarien genauer anzuschauen. Ich will versuchen einige Tipps zu geben. Achten Sie bei Ihrem Fischeinkauf darauf, ob der ganze Schwarm zusammen steht und in sich selber schwimmt. 1000 Rote Neonsalmler in einem 150cm-Aquarium schwimmen nicht „hin und her”, die Fische schwimmen „in sich”, sie sind immer mehr oder weniger zusammenhängend im ganzen Aquarium verteilt. Wenn der „Schwarm” tatsächlich „schwärmt”, d.h. wenn 90% der Fische in die selbe Richtung schwimmen, ist der Wurm drin! Die Fische dürfen auch nicht in einer Ecke stehen oder die Scheiben rauf und runter oder hin und her schwimmen. In diesen Fällen sind die Fische entweder neu eingesetzt oder nicht in Ordnung. Wenn man - ausnahmsweise - kurz mit dem Fingerknöchel an die Scheibe klopft, müssen die Fische nach kurzer Flucht sofort wieder umdrehen und schauen, wer sie so erschreckt hat. Sind nur wenige Fische einer Art im Becken, sollten sie nicht in den Ecken stehen. Kaufen Sie nicht die Fische mit den schönsten Farben, das sind oft die Todeskandidaten. Natürlich sollen Sie die schöneren, besser gewachsenen und kräftigeren Fische nehmen, aber es wird ihnen irgendwann auffallen, daß manche Fische mit besonders kräftigen Farben auch besonders dünn sind - diese Fische meine ich. Auch sollten die Fische einer Art in etwa alle die gleiche Größe haben, sind in einem Becken Fische unterschiedlichster Größe zusammengesetzt ist das ein schlechtes Zeichen. Solide Großhändler (Importeure und auch Züchter) liefern immer Fische gleicher Größe und gleichen Alters! Wenn der Händler die Pumpen so aufgedreht hat, daß die Fische nur noch gegen die Strömung ankämpfen müssen - kaufen Sie woanders. Wenn die Fische klapperdünn sind ebenfalls. Auch wenn die Ausrede kommt, daß die Fische erst geliefert worden wären. Nur wenige Händler sind in der Lage, Fische „rauf zu füttern”, sie füttern in der Regel „runter”. Sollten sie ausgefranste Flossen sehen, ...

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Wenn es mir mit diesem Absatz gelungen ist, einigen oder besser vielen Aquarianern bezüglich Fischeinkauf die Augen etwas zu öffnen, dann wäre das eine feine Sache!

Zwei Fotos von einem „schlechten” und einem „guten” Brillantsalmler - Moenkhausia pitteri. Dieses Beispiel mag für alte Aquarianer simpel sein - dem einen oder anderen kann es aber vielleicht helfen.

Brillantsalmler_Krücke_ThBrillantsalmer_Männchen_alt_ok_Th











Diese Fische sind mindestens 10 - 12 Jahre alt, vielleicht auch älter. Links eine „Krücke” und rechts ein noch akzeptables Männchen. In diesem Fall sieht der linke Fisch altersbedingt so aus. Er ist nicht direkt krank, sondern eben sehr alt. (Selbstverständlich würde man bei einer Sektion Bakterien und anderes Ungeziefer finden, die findet man bei „gesunden” Fischen aber auch. Nur weniger. Sicherlich wären auch einige Organe angegriffen). Eine Behandlung mit irgendwelchen Medikamenten wäre aber sinnlos und würde nur den Mikroorganismen des Aquariums schaden. Dieser Fisch wird in nicht allzulanger Zeit sterben! Das kann man nicht ändern!
Solche Fische wie auf dem linken Bild soll man natürlich nicht kaufen, so oder ähnlich sehen nämlich auch „schlechte” jüngere Fische aus. Nur haben diese meistens noch ausgefranste Flossen. Das ist hier nicht der Fall, da diese Brillantsalmler in einem friedlichen und unterbesetzten 130er sitzen.
Man muß - unter anderem - darauf achten, daß die Rückenlinie nicht so eckig gerade verläuft. Sie muß insgesamt runder sein. Rechts ist das zwar auch nicht mehr 100%ig in Ordnung, aber wie gesagt, es ist ein alter Fisch. Diese Rückenlinie darf auch nicht nennenswert schmaler als der Fisch allgemein sein, das ist dann der berüchtigte „Messerrücken” (Skalare, Diskus). Auch kann man beim Vergleich der beiden Bilder gut sehen, daß das Auge des linken Fisches im Verhältnis zum Körper größer ist als bei dem rechten Fisch - das ist auch ein schlechtes Zeichen. In den meisten Fällen sind solche Fische auch dunkler - und wirken somit oft farbiger - als der Rest des Schwarms.
Nebenbei sind ausgewachsene Brillantsamler sehr schöne Fische, nur haben sie in der Jugend nicht diesen Glanz und sehen da meistens recht grau aus. Hat man aber ein größeres Aquarium und vor seine Fische länger zu pflegen, so sind sie durchaus eine Überlegung wert. Wenn dann noch schräges Sonnenlicht ins Aquarium fällt gehören sie zu den schönsten Fischen überhaupt. Beim Kauf auf gute Beflossung achten! Natürlich wie immer: Alles Ansichtssache.

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Technik im Aquarium
Was sein muß, muß sein. Der Rest ist überflüssig!
Ein Aquarium funktioniert mit einer guten Beleuchtung mit Schaltuhr, einem Filter und - wenn man Wert auf richtig guten Pflanzenwuchs legt - einer Co2-Anlage vorzüglich. Wenn jemand auf einer Skala sehen will wann er Wasser wechseln soll, kann er sich einen einfachen Leitfähigkeitsmesser kaufen und sein Wasser kontrollieren. Das ist sogar ein sehr nützliches Gerät mit dem man viel anfangen kann, z.B. das Artemiaansetzwasser überprüfen. Es gibt noch mehr nützliche Spielereien, aber wenn jemand bei einem normalen Wohnzimmer-Aquarium Dauermessungen von Redox usw. macht und das Ganze dann mit einem Computer verbindet, dann ist der Sinn des Aquariums dahin! Es kann natürlich jeder - wie so oft oder immer - machen was er will: Nur - ein „richtiger Aquarianer” ist er dann eigentlich nicht mehr. Leider ist  es auch so, daß im gleichen Maße wie die Aquarientechnik zugenommen hat, das Einfühlungsvermögen der Aquarianer abgenommen hat! Leider! Für ein gut funktionierendes Aquarium ist Fingerspitzengefühl wichtiger als übertriebene Technik! Ich bin eben ein „etwas anderer Aquarianer”, deswegen aber wirklich kein Technikfeind! Das gilt nur für Süßwasser, bei Seewasser gelten andere Regeln - da ist etwas mehr Technik „erlaubt”.....

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Notwendige Medikamente und Chemikalien
Man braucht zum Betrieb eines schönen funktionierenden Wohnzimmeraquariums außer Pflanzendünger keinerlei Wässerlein oder Pülverchen !!! Das Geld kann man sich sparen und sinnvoller in einen besseren Filter - damit meine ich nicht stärkere Pumpe, sondern mehr Volumen oder leichtere Reinigung - investieren. Die meisten Pumpen sind eh schon zu stark - eine gute Wasserumwälzung bei einem Wohnzimmeraquarium reicht völlig, ein Mixer ist zu viel. Oder man kauft eine Beleuchtung mit einer Röhre mehr! Oder eine CO2-Anlage für die Pflanzen.
Als ich noch Zoohändler war, wurden wir oft mit der Verkaufsmethode eines größeren Mitbewerbers konfrontiert, der allerlei Mittel ins Aquarium geschüttet und sie natürlich auch verkauft hat. Manche Kunden waren dann unsicher, was denn jetzt das richtige sei. Meine sehr wirksame Antwort darauf war nur eine Geste in Richtung eines der Schauaquarien und die Frage: „Welches Aquarium funktioniert denn besser, dieses hier oder das von der Fa. .... ?” Dann war das schon erledigt! Diese Aquarien waren die beste Werbung! Um so mehr wundert es mich, daß man so wenig schöne Schauaquarien sehen kann - soo schwierig ist das ja nun auch wieder nicht. Zumindest heutzutage.

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Eines der Schauaquarien aus unserem Laden in München, 150x60x60, um 1973, sehr altes Foto, Langzeitbelichtung, die blauen Schlieren waren ca. 1000 Rote Neonsalmler.

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Welche Wasserwerte brauchen Fische
Es gibt vom „Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft”  eine Vorschrift, bei welcher Härte oder bei welchen Wasserwerten dieser oder jener Zierfisch zu pflegen ist. Im großen und ganzen ist das natürlich richtig! So eine Zusammenstellung ist aber immer schwierig. Einerseits kann man die Fische nicht einfach in Härtegrade unter 15° DH oder 15-30° DH einteilen, andererseits muss so eine Tabelle übersichtlich bleiben. So wird also irgend etwas auf der Strecke bleiben und ein erfahrener Aquarianer das eine oder andere anders sehen. Für den nicht so versierten ist die Tabelle aber unbedingt ein sehr guter Leitfaden!
Da steht z.B. auch wörtlich: „Je größer das Wasservolumen eines Aquariums ist, desto stabiler ist die Wasserqualität, daher sollte das Aquarienvolumen für die dauerhafte Haltung 60 Liter nicht unterschreiten. 54 Liter Aquariumvolumen sind als Mindestmaß für die dauerhafte Haltung anzusehen.”
Im Klartext heißt das, dass man Fische in den sogenannten Nanoaquarien nicht halten darf/soll!
Wasserflöhe, Schnecken und auch Garnelen und Krebse sind keine Wirbeltiere und somit in Deutschland gesetzlich nicht geschützt. Mit denen kann man also vom Gesetz her machen was man will!

Hier waren mal die  Links zu den Seiten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.
Da dort aber die Adressen ab und an geändert werden, gibt es diese direkten Verknüpfungen nicht mehr. Ich habe nämlich nun wirklich anderes zu tun, als solche Links auf ihre Aktualität hin zu überprüfen!
Bei Interesse bei einer Suchmaschine „Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft Zierfische” eingeben. Oder „Mindestanforderungen an die Haltung von Zierfischen”.  Da landet man auf diesen Seiten. Die Suchmaschinen aktualisieren die Adressen regelmäßig, so muss ich das nicht machen.  zwinkern-transp_neu
 
Aber - dazu ein Erlebnis - ein so genanntes „Aha-Erlebnis”. Ich habe z.B. Kongosalmler früher bei ca. 15 µS angesetzt. Für den Nichtspezialisten: Destilliertes Wasser aus der Apotheke kann durchaus mehr haben. Früher war man der Auffassung, daß so weiches Wasser lebensfeindlich sei und man darin keine Fische halten könne (manche meinen das immer noch). Ich habe das unter anderem deshalb gemacht weil ich damals noch dachte, daß die Konkurrenz dann mehr Schwierigkeiten hätte sie - die Fische -  bei höheren Leitfähigkeitswerten nachzuziehen. So kann man sich irren, man kann sie natürlich auch in etwas härterem Wasser züchten. Speziell die neueren Stämme! Vor einigen Jahrzehnten war das noch um einiges schwieriger! Aber zurück: Die Kongos saßen also in einem Ablaichbecken mit Gitter und eben 15 µS, der pH-Wert betrug ca. 6 oder weniger. In einem Aquarium darüber waren Zucht-Black-Mollies in einem großen Gitterkorb. Bei einer Kontrolle nach Kongoeiern sah ich, daß ein Black Molly zu den Kongos heruntergesprungen war und dort munter herum schwamm. Das faszinierende aber war, daß dieser Black Molly nicht etwa durch schaukeln seinen Unmut über das extrem weiche und saure Wasser kundgetan hat (das hätte er nämlich „theoretisch” machen müssen!), sondern daß dieser Fisch ganz genüßlich die blitzblanken Scheiben abgelabbert hat !!! Das weiche und saure Wasser hat ihn also nicht im geringsten gestört!
Das war die Wirklichkeit, die „Praxis”. Hier ist ein sehr gutes Beispiel, daß die Praxis letztendlich wichtiger ist als graue Theorie. Es kommt eben nicht darauf an, wie etwas ablaufen „müsste”, oder „eigentlich sollte”, sondern darauf, wie es tatsächlich abläuft. Selbstverständlich ist das Wissen um die Theorie als Grundlage sehr wichtig, aber die Praxis ist letztendlich wichtiger. Sie ist schließlich die „Wirklichkeit”. zwinkern-transp_grau

Woher wollen wir Menschen also wissen, was die Fische wollen oder brauchen? Die Fundortdaten zu übernehmen ist mir zu einfach! Zumal die meisten Aquarienfische inzwischen in Wasser mit ganz anderen Werten gezüchtet werden.
Und:
Würde es ein Eskimo nicht lieber etwas wärmer und ein Aborigines in Zentralaustralien etwas weniger heiß haben? Und wahrscheinlich hätte ein Wüstenbewohner gerne mehr Wasser. Ob die Bewohner Sibiriens die dunklen Wintermonate so mögen? Sie haben sich zwar gut „angepaßt” und trinken viel Wodka, vielleicht hätten sie es aber doch lieber ein wenig heller und auch wärmer.
Es ist klar, daß derartige Äußerungen vielen Leuten nicht gefallen. Sie sind unwissenschaftlich! Aber es sind auch „Standortdaten”!
Solche oder ähnliche Sätze habe ich früher nicht wirklich ernst gemeint. Inzwischen bin ich aber der Meinung, daß man da durchaus ernsthaft darüber nachdenken sollte.

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Dieses Wasser haben wir dann für alle Fische genommen! Wasser zum direkten züchten natürlich ausgenommen!
Es schwammen sowohl Lebendgebärende als auch Weichwasserfische im gleichen Wasser. Ich habe nie eine negative Feststellung gemacht - die Fische offenbar auch nicht!

Und man kann mir glauben, daß ich Fischen ansehen kann ob sie sich wohl fühlen oder nicht!

Nachtrag: Hier noch ein Beispiel:
Zwar kann man - laut Gesetz - Guppys in Wasser mit Härtebereich I = < 15° dGH und Härtebereich II = 15 bis 30° dGH halten, im allgemeinen gelten sie aber als Fische, die härteres Wasser benötigen. Und kein saures!
In der Praxis sieht das folgendermaßen aus:  Erwischt man welche, die aus Israel importiert sind, so bekommt man „Salzwasserguppies” mit Leitfähigkeiten zwischen 1000 und 3000 µS. Wurden die Fische aus Indonesien importiert, so bekommt man welche aus so weichem und saurem Wasser, daß viele Importeure das Auffangwasser extra ansäuern, damit es möglichst wenig Verluste gibt. Wohlgemerkt - hier geht es nicht um Diskus Wildfänge, sondern um gezüchtete Hochzuchtguppies mit herrlichen Farben. Kauft man dagegen Nachzuchten aus Deutschland oder den ehemaligen Ostblockländern - ja, dann kommt es darauf an wo der Züchter wohnt oder was er mit dem Wasser macht, das aus der Leitung, dem Brunnen oder vom Dach kommt. Da sind dann alle Härtegrade möglich!
Alles klar? lachen-transp

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Erstellt: Juli 2004
Letzte Änderung: April 2019

 

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