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„Höhere Aquaristik”

Spektrum

 

Eine Seite für die Aquarianer mit mehr Erfahrung und auch Interesse.

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Warnung:
Um diese Seite zu verstehen benötigt man eine gewisse Intelligenz und auch Einfühlungsvermögen.
Sie ist also möglicherweise nicht jedermanns Sache!
Das ist weder arrogant noch diskriminierend, sondern ganz einfach eine Tatsache aus der Erfahrung von mehreren Jahrzehnten!!

Es ist eine Seite für den ernsthaften Menschen, der sich auch für Phänomene oder eben Dinge interessiert, die man eventuell nicht so einfach erklären kann. Ganz „normale” Sachen der „Höheren Aquaristik” sollen hier auch hinein kommen.
Den Namen „Höhere Aquaristik” habe ich für mich eigentlich immer schon für Dinge verwendet die ich nicht so recht erklären konnte, von denen ich nicht wußte wie sie zustande kommen oder warum etwas so ist und nicht anders.
Aber auch für Dinge, die für einen „Auch-Aquarianer” nicht so geeignet sind.
 

Gleiche Aquarien reagieren nicht unbedingt gleich
Das Aquarium für Todeskandidaten
Können Fische logisch denken?
„Kranke Aquarien” oder kranke Fische in „gesunden Aquarien”
Mit den richtigen Ansaugern funktionieren Filter besser
Gesunde oder eben gute Eier werden in einem funktionierendem Milieu nicht von Mikroorganismen angegriffen.
Populäre Irrtümer in der Aquaristik
Die Sache mit dem Luftdruck, laichen Fisch tatsächlich eher bei fallendem Luftdruck?
Warum ich gegen zu viel Wasserwechsel bin
Welche Temperatur brauchen Fische wirklich?
Ein junger Brillantsalmler in einem ungeheizten Becken.
Sind die meßbaren Werte des Aquariumwasser wirklich so aussagekräftig?
Einige Originalabsätze aus der alten Afizucht
Gerüche in der Anlage, oder warum es im neuen Zuchtraum zuerst gemuffelt hat.
Hat ein mehrmaliger großer Wasserwechsel mit gutem abgestandenen Wasser auch Vorteile?
Ein einfacher Indikator zur Feststellung der „biologischen Aktivität” des eigenen Aquariums.
Wieviel füttern aus einer anderen Sichtweise
Wonach schnappen die Fische da?
Wie aussagekräftig sind einmalige Beobachtungen?
Verschiedenes Getier im Aquarium

 

Gleiche Aquarien sind nicht alle gleich
Anlage_Grosse_Abteilung_1ste_Reihe_ThBeispiel: Wir hatten in der „großen Abteilung” ca.100 „Regalplätze” mit 150cm Länge und 60cm Tiefe in drei Etagen. Es waren in der unteren Reihe meistens 150er (148x62x35cm)und in der mittleren und oberen Reihe zwei 70er (72x62x35cm) nebeneinander. Die Aquarien wurden alle mit dem gleichen Filtersystem betrieben, hatten das gleiche Wasser und hätten somit identisch sein müssen. Sie waren es aber nicht, selbst nebeneinander stehende Aquarien haben unterschiedlich gut funktioniert. Es war absolut normal, daß ich mit den Töpfen mit Jungfischen durch die Reihen gegangen bin und meine Frau gefragt habe welches momentan das beste Aquarium sei (für die „Große Abteilung” war mehr meine Frau zuständig. Ich habe öfter meine Frau gefragt, nicht weil einer von uns beiden besonders dumm und der andere besonders intelligent ist, sondern ganz einfach deshalb weil zwei Menschen mehr wissen als einer. Gilt immer - nur müssen sie zusammen und nicht gegeneinander arbeiten!) Speziell wenn ich besondere Jungfische hatte wollte ich sie logischerweise nur in die besten Aquarien setzen. Im allgemeinen waren die besten Aquarien oben, da war es am hellsten. Es waren aber nicht alle Aquarien der obersten Reihe gut, da gab es auch weniger gute. Es hat auch nichts gebracht, wenn man die Filter ausgetauscht hat. Auch waren die besseren Aquarien nicht andauernd die besseren, das hat sich durchaus geändert.
Erklärung:
Den wirklichen Grund weiß ich bis heute nicht. Momentan erscheint es mir am wahrscheinlichsten, daß diese Aquarien längere Zeit nicht behandelt worden waren und sich so mehr Mikroorganismen gebildet hatten. Es dauert bekanntlich mitunter sehr lange bis sich ein Aquarium von Medikamenten erholt. Dafür spricht auch, daß die besten Aquarien meistens in den obersten Reihen standen. Ganz oben waren immer die kleinsten Fische, die mußten eigentlich nie behandelt werden. So sind diese Aquarien ganz selten mit Malachitgrün in Berührung gekommen. In der Mitte waren Verkaufsfische, da haben speziell Lebendgebärende schon mal FMM (Formalin + Malachitgrün + Methylenblau,  -  wo nur der Ausdruck FMC her kommt?)  lachen-transp - auch mit Salz - bekommen. So waren das logischerweise nicht die wirklich guten Aquarien!

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Das Aquarium für Todeskandidaten.
Der Importeur, bei dem ich um 1965 gearbeitet habe hat auch Meerwasserfische importiert. Die Behandlung von kranken Fischen war damals mangels geeigneter Medikamente bedeutend schwieriger als heute. Und die importierten Fische waren in bedeutend schlechterem Gesundheitszustand als Heute! Zwar wurde natürlich behandelt, aber die Fische wurden logischerweise nicht alle gesund. Die vermeintlichen Todeskandidaten wurden dann manchmal in ein extra Becken gesetzt. Das war ein größeres Aquarium mit Filter und Abschäumer, an dem aber sehr wenig gemacht wurde. Gerade mal etwas Wasserwechsel, aber viel weniger als bei den anderen Aquarien. Eigentlich war es ein „Gammelbecken”, da war sogar Mulm drin - in Meerwasser!
Dieses Seewasseraquarium war  eigenartigerweise ungemein stabil und vermeintliche Todeskandidaten sind öfter wieder gesund geworden. Wir haben uns immer sehr darüber gewundert!
Erklärung:
In den letzten Jahren scheint es mir als ob ich eine Erklärung gefunden hätte. Das war ein sehr gut funktionierendes Aquarium mit einer großen Zahl Mikroorganismen. Vielleicht war das der Grund.

Nachtrag Juli 2015:
„Mulm” in Meerwasser - damals sagte man „Seewasser” - war zu dieser Zeit absolut unmöglich. Heute bin ich der Meinung, daß gerade dieser „Mulm” der springende Punkt dieses Aquariums war. Nach heutiger Meinung trägt „Detritus” zur Stabilität eines Meerwasseraquariums bei. Es sollte nur nicht zu viel sein. Meiner Meinung nach kann es auch mehr sein.  

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Können Fische logisch denken?
70er_leer_schraeg_oben_ThIm Laufe der Zeit habe ich einige nicht so einfach zu erklärende Dinge erlebt, mit das eigenartigste war aber folgendes. Die Aquarien in unserer Anlage standen alle „Rücken an Rücken”, die Regale waren also immer ”doppelt”, oder hinter jedem Aquarium war noch ein anderes (außer die Reihe oder das Regal war direkt an der Wand - logisch). Da waren in einem 70er (72x62x35) vielleicht 5 oder 7 Channa orientalis mit ca. 15cm Länge. Weil Schlangenköpfe gerne aus dem Becken steigen war das Aquarium abgedeckt - bis auf einen ganz kleinen Spalt hinten beim Filter, der aus der unterschiedlichen Höhe von Filterkammer und Aquarium herrührte. Durch den gelangte ein Schlangenkopf zuerst in die Filterkammer (nicht abgedeckt) und dann ins Becken dahinter, also in die nächste Reihe. Dieses Aquarium war nicht abgedeckt, es hatte aber nur einen Wasserstand von vielleicht 15 cm (ich weiß nicht mehr was da drin war, diese Reihe war nur 3 Fächer lang und ich habe da meistens etwas mit züchten ausprobiert oder eben gespielt). Die Rückwände beider Aquarien waren gestrichen, der Schlangenkopf konnte also nicht in sein „altes Aquarium” schauen. Trotzdem war er am nächsten Tag wieder in dem Becken wo er hergekommen war. Ich will hier nicht lang erklären woher ich genau weiß, daß das DER Schlangenkopf war usw. - es war aber 100%ig so.
Zusammenfassung: Dieser Fisch muß sich also den Weg gemerkt haben! Er muß gewußt haben wo er landet, wenn er aus dem nicht mal halb vollen 70er herausspringt. Er muß auch genau gewußt haben wo der Filter ist bzw. wo er hergekommen ist, denn nur von da konnte er wieder in sein altes Aquarium zurück. Erklärungen wie Zufall sind mir zu simpel und zeugen genaugenommen von wenig tieferem Verständnis für die Natur!
Wenn jemand meint, daß ich spinne - bitte sehr - damit kann ich gut leben. lachen-transp
Es gibt übrigens eine ganze Reihe Dinge in der Natur mit der sich ernsthafte Menschen mehr beschäftigen sollten.

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„Kranke Aquarien” oder kranke Fische in „gesunden Aquarien”.
Es gab in der Anlage eine etwas eigenartige Angelegenheit: Es gab „gesunde Aquarien” und es gab „kranke Aquarien”. Ganz so eigenartig war es eigentlich nicht, es gab halt gute Aquarien, da waren die Fische (fast) immer gesund und schlechtere Aquarien da wurden die Fische schneller krank. Oder besser: Sie waren nicht richtig gesund. Schließlich gibt es einen Unterschied zwischen „krank” und nicht „richtig gesund”.
Dazu eine Geschichte. Es gab eine Zeit, da hatten wir Schwierigkeiten mit Wagteil-Platys, es war fast täglich ein Toter in den Aquarien. Keine zwei oder drei, aber immer wieder einer. Da ich keine Lösung mehr wußte, habe ich mich an ein bekanntes Institut gewendet. Da war ein ungarischer Dr. med. vet., der sowieso hier in die Gegend fahren wollte und somit mit Frau und Töchterchen hier vorbei kam. Er hatte sich sein Studium mit Fische züchten verdient und hat laut eigener Aussage von Fischen viel Ahnung gehabt. Als erstes hat er sich über die vielen  „Moosgrünen Sumatrabarben” gewundert und gemeint, daß sie schwierig zu züchten seien. Das war ein guter Stamm und der hat eigentlich keinen Ärger gemacht. Nach einer kurzen Untersuchung der Platys hat er gemeint, daß die doch in Ordnung wären und daß es „normal” sei, wenn mal ein Fisch sterben würde. Zwar habe ich an dem Tag gelernt wie man Tuberkulose unter dem Mikroskop erkennen kann, aber eigentlich war „außer Spesen nichts gewesen”. Irgendwie ist halt alles eine Frage des Standpunkts. Bei den Platys habe ich noch eine Weile Tote herausgeholt bis es sich von alleine erledigt  hat.
Nachtrag: Natürlich ist es „normal” wenn mal ein Fisch stirbt, es kommt aber immer auf die Umstände an. Oder darauf, was man unter „normal” versteht.
 

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Mit den richtigen Ansaugern funktionieren Filter besser.
Mit verschiedenen Ansaugern funktionieren Filter verschieden gut. Ansauger für Filter_verschiedene_Th
Da in die gleichen Aquarien abwechselnd verschieden große Fische kamen hatten wir auch verschiedene Ansauger. Das ging von Schaumstoffpatronen bei ganz kleinen Zebrabarben bis zu geschlitzten PVC-Rohren bei den größeren Fischen. Im Laufe der Jahre habe ich dabei festgestellt, daß die verschiedenen Ansauger Auswirkungen auf die Filterleistung der an sich identischen Schaumstoffpatronen hatten. Unabhängig vom Besatz. Und zwar haben die Filter bei feinen Ansaugern nicht so gut funktioniert wie bei groben.

Erklärung:
70er_leer_schraeg_oben_ThDie Filterpatronen befinden sich - einige Aquarien habe ich ja noch - in einer abgetrennten Kammer (Foto links), das ist bei allen 70ern gleich. Wenn der Ansauger ganz (Foto rechts oben) fein ist entsteht in der Kammer kein Mulm, der Boden bleibt fast sauber. Nimmt man einen Ansauger mit Schlitzen, so setzt sich auf dem Boden in der Kammer Mulm ab. Offenbar arbeitet die Filterpatrone besser wenn sich in der Filterkammer Mulm befindet.

Zudem hatten wir noch einige wenige Aquarien ohne Kammer, da waren die Schaumstoffpatronen somit einfach in einer Ecke des Beckens - ohne extra Abteil. Da haben die Patronen am schlechtesten gearbeitet.

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Gesunde oder eben gute Eier werden in einem funktionierendem Milieu nicht von Mikroorganismen angegriffen.
Darüber habe ich schon an anderer Stelle geschrieben. Hier noch ein mal genauer.
Ich hatte schon immer das „Gefühl”, daß „gute Eier” in einem funktionierenden Milieu nicht angegriffen werden, einen Beweis hatte ich aber nicht und so richtig getraut es auszuprobieren hatte ich mich auch nicht. Es waren halt auch keine überflüssigen Eier zum herumprobieren da. Es war also nur ein „Gefühl” (von der gleichen Sorte „Gefühl” habe ich immer noch einige  lachen-transp). Das Aha-Erlebnis kam, nachdem ich eine Versuchsplexisäule mit Weiherschlamm geimpft hatte. Da schwamm einige Tage später ein ganz kleiner Fisch in der Säule! Es war ein Schleierschwanz, der als Ei mit dem Bodenschlamm in die Säule gekommen war (Schleierschwänze waren damals nur im Weiher, er kann also nur aus dem Weiher gekommen sein!). Er hat sich prächtig entwickelt und hatte als großer Fisch keinerlei Schäden. Da habe ich damals ganz schön gestaunt! Heute ist das für mich selbstverständlich und logisch. Ein funktionierendes System ist so lange „friedlich” - wie die andere Seite intakt ist! Ist ein Organismus nicht intakt wird er allerdings sofort angegriffen. Ein unbefruchtetes Ei zum Beispiel wird attackiert und verspeist. Planarien und andere Schmarotzer fressen natürlich auch intakte Eier, aber solche Viecher gehören nicht in ein „funktionierendes System”. Sie haben in der kompletten Aquaristik nichts verloren.
Wie kommt man zu so einem „funktionierenden System”? Das wäre eigentlich recht einfach. Man muß weniger an seinem Aquarium herumfummeln, sondern es besser „laufen lassen”. Man muß sehen lernen - das ist schon bedeutend schwieriger. Das kann man nicht oft genug wiederholen. Man muß irgendwie ein Gefühl für das System Aquarium bekommen. Man muß merken wie viel man füttern darf und sehen ob die Fische genug Sauerstoff haben. Man muß lernen alles mögliche zu sehen, wenn man in ein Aquarium schaut. Man muss lernen, ein Aquarium am Zustand des Mulmes, der vorhandenen oder nicht vorhandenen Algen, am Wuchs und der Wuchsart der Pflanzen, am Schwimmverhalten der Fische usw. zu erkennen oder zu beurteilen. Leider kann ich das nicht besser erklären. Es ist nicht einfach etwas beschreiben zu wollen, was für einen selber zwar selbstverständlich, für andere aber offenbar nicht einmal so ohne weiteres zu verstehen ist!. Man muß halt einfach SEHEN lernen.
Als nächstes darf man keine Chemikalien ins Aquarium geben. Oder eben nur das, was wirklich notwendig ist, also Pflanzendünger. Sonst nichts!
Beispiel: Zeitweise habe ich die Kleinstlebewelt von vielen Aquarien unter dem Mikroskop angeschaut. Speziell das Geziefer aus Filter und Mulm. Obwohl ich die richtigen Namen trotz Bestimmungsbücher nicht kenne, habe ich sie dann doch ziemlich alle gekannt - sozusagen „vom sehen”. Dabei habe ich festgestellt, daß die besten Aquarien auch immer die höchste Dichte an Krebschen, Würmern u. Co. hatte.
Direkt gegenüber der Eingangstüre zur Anlage war ein 150er in der obersten Etage, das war eine Art Vorzeigeaquarium. Es war zwar ein leeres Becken ohne Einrichtung, das hatte aber immer besonders gut zu funktionieren und es waren meistens schöne Fische drin. So waren es auch ein mal Diskus. Da diese krank waren, wurden sie behandelt. Womit weiß ich nicht mehr genau, wahrscheinlich war es Metronidazol. Danach war das Aquarium tot. Es hat ewig gedauert, bis da wieder Kleinstlebewesen in größerer Zahl drin waren. Bestimmt 3 Monate. Trotz ewigem Wasserwechsel.

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Populäre Irrtümer in der Aquaristik.
Eine kleine Aufzählung von „Gerüchten”, denen man in der Aquaristik immer wieder begegnet:

1.)  Neoneier - oder überhaupt Eier von Zierfischen - dürfen nicht dem Licht ausgesetzt werden. Irgendwo steht sogar geschrieben, daß man zuschauen könne wie die Eier weiß werden, wenn sie Licht abbekommen.
Meine eigene Beobachtung hierzu:
Unser Zuchtraum hat ein ca. 2m breites Fenster genau nach Westen, da schien im Sommer nachmittags die Sonne direkt auf einige der 60er Ansetzaquarien. Da habe ich ein mal im Sonnenlicht ein ganzes 60er voll Neoneier wie kleine Bernsteinkugeln leuchten gesehen. (Neonsalmler habe ich meistens in Gruppen von gut 10 Fischen in 60ern - 60x30x30 - angesetzt, da war dann freilich der ganze Boden mit Eiern bedeckt). Das Aquarium war in der Mitte, auf der einen Seite schien die Sonne herein und auf der anderen Seite habe ich ins Aquarium geschaut. Sieht gut aus - ein Aquarium voll kleiner Bernsteinkügelchen! Einige wenige Eier sind natürlich verpilzt, das ist immer so, aber nicht mehr als sonst auch. Übrigens: Die Sonne hat natürlich bei gutem Wetter jeden Tag in den Zuchtraum geschienen. Somit haben alle eventuell in diesen 60ern angesetzten Fische auch Sonne abbekommen. zwinkern-transp_neu
Es ist durchaus möglich, daß z.B. Neoneier früher empfindlicher waren als heutzutage, aber jedenfalls sind es die Eier der heutigen Stämme nicht mehr.
2.)  Zuchtansätze von z.B. Salmlern oder Barben müssen immer abgedunkelt werden.
Falsch, siehe weiter oben. Es hat oft sogar die Sonne in die Aquarien mit angesetzten Fischen geschienen.

3.)
  Wasser mit einer Leitfähigkeit unter 20 µS (das ist in etwa destilliertes Wasser) ist so lebensfeindlich, daß man darin keine Fische halten könne.
Falsch, in so einem Wasser habe ich fast alle Weichwasserfische gezüchtet.
Diese Aussage geistert immer noch in einigen „Fachbüchern” herum! Auch in solchen mit neuerem Datum.

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Die Sache mit dem Luftdruck.
Man kann oft lesen daß die Fische hauptsächlich bei fallendem Luftdruck laichen würden.
Dazu ist folgendes zu sagen. Es gab in irgendeinem Buch einen Artikel, wo von 1000den (tausenden!) Skalarepaaren protokolliert worden war wann sie gelaicht hatten. Es war in keiner Weise ein Zusammenhang zwischen laichen und Luftdruck festzustellen! Auch der Mond hatte keine Einfluß.
Aus meinen eigenen Beobachtungen kann ich zwar bestätigen daß von vielleicht 5 Paaren öfter 2 oder sogar 3 zeitgleich gelaicht haben! (Manchmal hat natürlich auch nur ein Paar gelaicht, es war nicht zwingend so). Das hatte aber mit dem Luftdruck nichts zu tun. Dummerweise besitze ich nämlich ein Präzisionsbarometer mit mehreren „Dosen” - und da war nie irgend ein besonderer Luftdruckunterschied festzustellen. Weder rauf noch runter! Leider - es wäre mir auch lieber gewesen einen greifbaren Anhaltspunkt zu haben!
Warum von den Skalaren oft mehrere Paare zeitgleich gelaicht haben weiß ich nicht. Entweder hatte ich bei allen vorher Wasser gewechselt oder Enchyträen gefüttert, darüber habe ich nicht Buch geführt. Ich bin aber der Meinung, daß es „zwischen Himmel und Erde” noch einige unbekannte Dinge gibt, die vielleicht von späteren Generationen entdeckt werden. Es gibt genügend Dinge die man heute - noch - nicht erklären kann.

Woher kommt jetzt die Meinung vom Luftdruck und den laichenden Fischen?
Bekanntlich ist der Mensch schnell bereit das zu glauben was er glauben will! (Etwas objektiver wird er erst mit zunehmendem Alter und gleichfalls zunehmendem Wissen). Wenn er jetzt der Meinung ist daß die Fische bei einer heranziehenden Tiefdruckwetterlage laichen, so wird er diese Gelegenheit nicht verpassen und die Fische auch entsprechend „behandeln”, also den Corydoras kälteres Wasser geben und Salmler z. B. in weiches Wasser setzen usw. Wenn diese Fische dann gelaicht haben war es natürlich der fallende Luftdruck - was denn sonst!
Die Frage ist wie so oft im Leben: Was war früher da - das Ei oder die Henne? Oder etwas anders in diesem Fall: Was war jetzt der wirkliche Auslöser? Das Tief oder das sorgfältige herrichten der Laichaquarien?

Das ist überhaupt nicht bösartig gemeint, es ist nur eine alte Lebensweisheit!

Dazu gehören z.B. auch viele Statistiken über die Wechselwirkung zwischen Lebensgewohnheiten und Gesundheit. Wenn man da etwas darüber nachdenkt fällte es einem mitunter wie Schuppen von den Augen.
Da gibt es z.B. in Süditalien „Das Dorf der Hundertjährigen”. Das hohe Alter und die Gesundheit der Einwohner wird allgemein auf den Verzehr einer kleinen Zwiebelart und hauptsächlich auf den hohen Konsum von Olivenöl zurückgeführt. Offenbar nicht beachtet wird aber, daß dieses Dorf auf der Kuppe eines recht steilen Berges liegt: Jeder Einwohner muß - egal wohin er geht - einen steilen Weg hinauf gehen. Das ist nach heutigen Erkenntnissen sehr gut für Kreislauf, Herz und somit langes Leben. Daß sich diese Menschen bei der täglichen „Bergsteigerei” kein Übergewicht leisten können ist natürlich auch von Vorteil.
Es wäre hier interessant heraus zu bekommen warum die Einwohner wirklich so alt werden. Schließlich wird Olivenöl in allen Mittelmeerländern in größeren Mengen verzehrt.

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Warum ich gegen zu viel Wasserwechsel bin.
Vorne weg, natürlich bin ich nicht prinzipiell gegen Wasserwechsel! Aber ich bin dagegen, daß die Aquarianer immer die Finger im Aquarium haben und ewig darin herumplanschen! Man muß ein Aquarium „laufen lassen” und nur gegebenenfalls eingreifen.
(Mit „nicht immer die Finger im Aquarium haben” meine ich nicht, daß man das Aquarium vergessen soll. Im Gegenteil, man muß täglich genau schauen, ob und was sich alles geändert hat. Wenn man sehr gut sehen kann, so kann man bereits Dinge bemerken, die sich erst demnächst verändern werden. Hier zeigt sich dann die Erfahrung oder die „Qualität”  des Aquarianers. Zwar ist das bei einem normalen Wohnzimmeraquarium nicht so wichtig, das kann man auch durchaus einige Tage „vergessen”, deswegen alleine wird nichts passieren. Bei einer Anlage voll frisch importierter Fische oder „vollbesetzten” - auf deutsch permanent überbesetzten - Aufzuchtbecken ist das aber schon anders. Da kann „schlechtes sehen” auf die Dauer existenzgefährdend werden.)
Es besteht ein großer Unterschied zwischen frischem Leitungswasser und gutem Aquariumwasser. Mich interessiert inzwischen keine „Analyse” des Wassers, ob ein Wasser in diesem Sinne gut oder schlecht ist kann man sowieso nicht messen. Und die Härte ist eben so - oder eben anders. Wenn sie wirklich zu hoch ist muß man sie halt ändern. Leitungswasser ist frühestens dann gutes Aquariumwasser, wenn es einige Tage abgestanden und belüftet wurde! Oder im Aquariumsystem „durchgearbeitet” worden ist. Das ist die Erfahrung eines „sehenden Aquarianers” aus gut vier Jahrzehnten! Natürlich geht Wasserwechsel auch mit frischem Leitungswasser - gehen tut viel oder sogar alles. Aber es geht eben verschieden gut. Nur merken das viele Menschen nicht. Ich würde sogar sagen: Die Meisten!
Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß von vielen Herstellern von Wässerchen und natürlich auch Wasserpflanzenhändlern einerseits gefordert wird in ein neues Aquarium sofort möglichst viele Pflanzen einzusetzen, sogar um später wieder welche zu entfernen. Das deshalb, da sich dann schneller ein „gutes Aquariumwasser” einstellen würde, andererseits soll man aber 80% Wasser wöchentlich wechseln. Da hat man ja wieder 80% „nicht fischtaugliches” Wasser. Wo bleibt da die Logik?

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Welche Temperatur brauchen Fische wirklich?
Oder welche Temperaturen sind für die verschiedenen Fische optimal?
In jedem Buch über Fische kann man die „richtige” Hälterungstemperatur nachlesen. Das sind in etwa die Temperaturwerte der Fundorte. Das ist natürlich richtig und auch gut so. Nur müssen die Angaben mit den tatsächlichen Werten nicht immer überein stimmen. Oder zumindest vertragen sehr viele Fische im Versuch auch bedeutend niedrigere Temperaturen. Der Extremfall war ein Schwertträger und einige Kardinalfische aus dem Weiher, die ich beim normalen „Herbstabfischen” nicht erwischt hatte und die ich dann nach mehreren erfolglosen Versuchen am 4. November 2001 im dunkeln mit Scheinwerfer doch noch fangen konnte. Die Temperatur im Eimer betrug dann 8° (acht), mit WTW-Gerät gemessen! Daß die Kardinal das überlebt haben, mag ja noch einleuchten, aber daß Schwertträger so niedrige Temperaturen vertragen können hätte ich nicht gedacht.
Später habe ich während der Auflösung der Anlage durch Schlamperei ein Aquarium nicht beheizt und die Temperatur fiel auf knapp 20°. Das hatte ich erst einige Zeit später gemerkt. Da die niedrige Temperatur den Fischen - Kongo- und Brillantsamler, Schachbrettschmerlen, ein Synodontis, Antennenwelse, verschiedene Corydoras und noch andere Salmler - offenbar nichts ausgemacht hat habe ich das Aquarium letztlich 4 Jahre unbeheizt weiter laufen lassen. Es hat in dieser Zeit keinerlei Ausfälle gegeben. Die Fische waren vielleicht eine Idee ruhiger, das kann aber auch eine subjektive Beobachtung gewesen sein. (Schließlich müßte es theoretisch ja so sein! zwinkern-transp_grau) Positiv war, daß sowohl die Kongosalmler als auch die Brillantsalmler nebeneinander durch das ganze Aquarium „gesegelt” sind und der 6er-Trupp Botia sidthimunki immer „mit sich selber beschäftigt war” - das machen sie nur, wenn sie sich wohl fühlen.
Dieser Absatz soll nun nicht dazu verleiten alle tropischen Fische zu Kaltwasserfischen zu degradieren! Er soll nur etwas zum Nachdenken anregen und zeigen daß manches durchaus anders sein kann als man meint. Jedenfalls muß man die Sache mit der Temperatur nicht soo wichtig nehmen, ca. 24° oder 25° sind für ein Gesellschaftsbecken durchaus in Ordnung und ein oder zwei Grad rauf oder runter ist auch nicht so schlimm. Mein Versuchs-60er im Wohnzimmer hat keinen Heizer und schwankt zwischen 23° und 26°. An sehr heißen Sommertagen hat es auch mal einige Tage 27°.

Diese Beobachtungen darf man nicht mit einem plötzlichen Wasserwechsel mit kaltem Wasser vergleichen. Hier ist die Temperatur über Tage oder Wochen gefallen. Wenn man Fische plötzlich bedeutend niedrigeren Temperaturen aussetzt kann das tödlich sein! Beispiel: Der Leiter einer Zooabteilung hatte in der Verkaufsanlage einen Wasserwechsel durchgeführt. Das frische Leitungswasser war so kalt, daß die Fische teilweise unbeweglich am Boden lagen oder sich nur noch sprunghaft vorwärts bewegten um dann wieder auf dem Boden liegen zu bleiben. Daß ich mit diesem Herren ziemlichen Zoff bekommen habe kann man sich wohl vorstellen. Zum Glück hat der damals meine Schimpferei ganz gut weggesteckt und ist auch später noch zufriedener Kunde geblieben.

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Ein junger Brillantsalmler bei 18° in einem ungeheizten Becken.

Junger_Brillantsalmler_600


Dieser kleine Brillantsalmler ist um 10mm lang, ich habe ihn zufällig im Wurzelwerk dieser angegammelten Anubias gesehen und mit etwas Glück auch fotografieren können. Nun ist ein junger Brillantsamler nichts besonderes. Dieser aber schon! Sein Geburtsaquarium ist nämlich ein nicht geheiztes ziemlich ungepflegtes 130 x 60 x 60 Becken, in welchem die Temperatur momentan (Dez. 2008) Morgends um 18° beträgt und Abends um 20°. Und nicht etwa seit einigen Tagen, sondern seit ca. 4 Jahren. Im Sommer geht sie allerdings nicht so weit herunter. Da ist sie um 20° konstant. Wie man auch sehr gut sehen kann befindet sich der kleine Fisch in recht guter Verfassung! Er hat zwar einen „Spitzbauch”, das ist aber bei jungen Fischen dieser Größe normal.
Erklärung: Bei Roten Neonsalmlern und anderen etwas schlankeren Fischen deutet ein Spitzbauch zumindest auf „nicht gute” Fische hin. Gute RN sollten einen durchgehend runden Bauch haben. Das hängt damit zusammen, daß ausgehungerte Wildfänge bei „normaler” Eingewöhnung zuerst einen Spitzbauch und erst nach einiger Zeit einen durchgehenden längeren Bauch bekommen. Mit genügend Erfahrung kann man den „Spitzbauch” auch überspringen. Das dauert dann zwar länger als wenn man sie sofort „mästet” - es sind aber immer die besseren Fische  geworden.

Unwissende Leser mögen mich bitte nicht für einen üblen Tierquäler halten. Ich mache solche Sachen nur wenn ich überzeugt davon bin, daß die Fische keinen Schaden nehmen! Der kleine Brillantsalmler ist der beste Beweis dafür.

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Sind die meßbaren Werte des Aquariumwasser wirklich so aussagekräftig?
Die so gerne gemessenen Werte wie Nitrit, Nitrat oder Phosphor sind eigentlich ziemlich uninteressant. Interessanter sind sie für die Industrie - die verkauft die Reagenzien. (Auch Eisen muß man nicht unbedingt messen, das kann man sehen - da sind bei einem Mangel die neuen Blätter der Pflanzen anormal hell und brüchig.) Beim pH-Wert ist es ähnlich, der bewegt sich in „normalem” Aquariumwasser zwischen 6,5 und 7,5 und das ist ok. Das Leitungswasser selber ist meistens eine halbe Einheit höher. Die Meßstreifen sind sehr oft ungenau und zeigen gerne einen zu niedrigen Wert an. Will man tatsächlich messen, so braucht man ein Gerät mit richtiger Elektrode und keine Billig-Gelausführung. Bei wirklich weichem Wasser (< 50µS) benötigt man sogar eine Schliffelektrode. Versucht ein 0815-Aquarianer den pH-Wert zu ändern so schadet es meistens mehr als es nützt. Um den pH-Wert auf Dauer zu senken muß man etwas mehr Erfahrung haben. Schüttet man einfach „pH-minus” oder „Eichenextrakt”, oder wie auch immer die Industrie die Phosphorsäure nennt die in diesen Wundermitteln drin ist ins Aquarium, so kann es durchaus negative Überraschungen geben. Man kann mit so einem „Eichenextrakt” aber sehr gut verkalkte Abdeckscheiben reinigen. Dafür ist er bestens geeignet!
Die interessanteren Werte wie die Zwischenverbindungen bei der Umsetzung von Eiweiß Richtung Nitrat sind bedeutend unangenehmer, in der Aquaristik weitgehend unbekannt und nicht so einfach meßbar. Man sollte vielleicht öfter die Nase über das Aquarium halten, wenn das Riechorgan nicht durch Zigarettenqualm und Großstadtgestank zu sehr beeinträchtigt ist, so wird man eventuell einen komischen Geruch nach Phenol feststellen, das ist bedeutend gefährlicher als gerade mal 50 oder sogar auch 100mg Nitrat.
(Selbstverständlich betreibe ich meine Aquarien nicht mit 100mg Nitrat, ich habe aber genügend Versuche in dieser Richtung gemacht. Ab 200mg fressen Kongosalmler und Moosgrüne Sumatrabarben weniger und die Farben der Sumatrabarben werden minimal blasser, ansonsten konnte ich keine Änderungen im Verhalten feststellen. Nennenswert höher bin ich nie gegangen.)
Nebenbei hat die Erfahrung gezeigt, daß eigenartigerweise die ewig messenden Aquarianer selten wirklich gute Aquarien haben! Ob das daran liegt, daß sie sich zu sehr auf die meßbaren Werte verlassen und dadurch weniger Gespür für das System Aquarium entwickeln weiß ich nicht.

Einschränkung: Natürlich sollte der Anfänger Nitrit kontrollieren, man sollte die KH und die GH seines Leitungswassers kennen und auch mal Nitrat gemessen haben. Darum geht es nicht, es geht um die ewig wiederkehrende Messerei und die falsche Meinung, daß diese Werte eine echte Aussage über das Aquarium machen könnten. Sie sind nur vage Anhaltspunkte. Aus diesem Grund kommt man mit diesen Angaben auch nicht weiter, wenn man z.B. herausbekommen will warum sich in einem Aquarium Blaualgen breit machen. Ein paar Fotos von so einem Aquarium mit theoretisch „einwandfreien” Werten löst sehr oft einen Aha-Effekt aus: Man kann sehr schnell sehen, wo der Haken ist.

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Einige Originalabsätze aus der alten Afizucht.

30.01.94: Kampffische umgesetzt, Aquarium "funktioniert" nicht richtig, "schlechter" Mulm am Boden, Kampffische krank.
FAZIT: Nicht Kampffische sind krank, sondern Aquarium funktioniert nicht. (hat zu wenig oder die falschen Einzeller, bzw. Kleinstlebewesen)
05.02.95, blaue Keilfleckbarben haben zwischendurch immer wieder Oodinium, habe ca. 7 kranke in neueingerichtetes 130er Schau (mit Deutenseewurzeln) gesetzt. In 70er mit Kupfer behandelt = ok.
In 130er Schau nicht behandelt, nach einer Woche ohne Tote auch ok. Im 70er war das Oodinium allerdings schneller weg - und ist wahrscheinlich auch schneller wieder da.
13.02.95, auf Börse mit L. gesprochen: Diskusseuche sind laut Untergasser Bakterien und Viren. Irgend jemand hat 2 Anlagen. Eine Anlage ist sauber, die andere nicht. Geht nur durch Schleuse (nach duschen und desinfizieren) in die andere. L. sagt, Diskusseuche ist nicht zu bekämpfen.
Meine Meinung: Die Diskuszüchter sind in der Regel Anhänger der sterilen Zuchtmethode. Sie verwenden UV-Lampen und Ozon und alles mögliche. Ich bin ein Freund der natürlichen Aquarienhälterung und -filterung. Glaube, daß möglicherweise in den Diskusbecken dermaßen wenig organische Substanz und somit - oder auch - Kleinstlebewesen sind, daß die Diskus-Aquarien einfach nicht „funktionieren" können. Wie Seifert mit seinem Kompost für den Garten bin ich irgendwie der Meinung, daß ein „richtiger" Mulm Wunder wirken kann. Möglicherweise geben die Viecher irgendwelche Stoffe an das Wasser ab, wodurch dieses fischfreundlicher wird. Oder sie bauen irgendwelche Stoffe ab, die man zwar nicht messen kann, die aber das Wohlbefinden der Fische negativ beeinflussen. Wie auch immer - ich glaube daran!

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Gerüche in der Anlage, oder warum es im neuen Zuchtraum zuerst gemuffelt hat.
Diesen mit PE verkleideten Zuchtraum hatten wir nicht von Anfang an. Er wurde erst nach 1990 eingerichtet. Da die Decke und die Außenwände dieses Raumes mit PE verkleidet sind, der Boden neu gestrichen war ist er zumindest anfangs ziemlich steril oder zumindest sehr sauber gewesen. Er ist mit der restlichen Anlage nur durch einen türbreiten Durchgang verbunden.
Und obwohl es in der restlichen Anlage selten „gerochen” hat war das bei diesem Raum anfangs der Fall. Er hat irgendwie „gemuffelt”.

Anlage_Zuchtraum_60er_400

Erklärung:
Dieser Raum war anfangs zu „sauber”, nachdem sich auf dem immer feuchten/nassen Boden an manchen Stellen grüne Algen gebildet hatten war es mit dem muffeln vorbei. Dann war der Raum auch nicht mehr so „sauber” im Sinne von steril. „Sauber” war er immer noch.

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Hat ein mehrmaliger großer Wasserwechsel mit gutem abgestandenen Wasser auch Vorteile?
Ja, er hat. Das ist aber etwas schwieriger zu erklären. Jeder langjährige „sehende Aquarianer” wird schon festgestellt haben, daß manche Pflanzen nach einer gewissen Zeit im selben Aquarium anders wachsen als am Anfang des Aquariums, also in der ersten Zeit nach der Einrichtung. Das muß nicht unbedingt zum Schlechteren werden, aber meistens ist es so. Es kann also durchaus passieren, daß vorher zügig gewachsene Rotala macrandra nicht mehr richtig wächst, eventuell sogar kümmert. Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, daß sich im Aquarium Stoffe entwickeln, die das Wachstum der einen oder anderen Pflanze stören. Möglicherweise werden auch andere Stoffe zur Mangelware. Eventuell hemmen sich die Pflanzen auch gegenseitig. Vielleicht ist es auch so wie die „Bodenmüdigkeit” bei Erdepflanzen. Die genauen Gründe kenne Ich nicht. Allerdings sind die Gründe für die „Bodenmüdigkeit” auch nicht wirklich bekannt. Man kann sie aber mit gutem Kompost - die Bodenmüdigkeit, nicht die Gründe - weitgehend ausschalten! So wachsen dann selbst gute Kartoffeln jahrelang am selben Standort! Mangelernährung scheint mir am unwahrscheinlichsten, da das auch mit guten Spurenelementdüngern passieren kann. Diesem „Phänomen” kann man mit öfteren großen Wasserwechseln - aber bitte mit gutem Wechselwasser - bedingt entgegen wirken. Man ist dann sozusagen wieder auf dem 0-Punkt. Im Gegensatz zu einem Wasserwechsel mit Leitungswasser aber nicht im negativen Sinne. So kann man auch einem vermurksten Aquariumsystem wieder auf die Sprünge helfen. Wahrscheinlich ist da aber auch eine Reinigung des Bodengrundes notwendig. Das geht recht einfach mit einem dickeren Rohr, welches auf den Absaugschlauch aufgesteckt wird. So kann man den Kies auch im Aquarium durchspülen. Diese Absaugrohre gibt es heute zu kaufen, früher mußte man sie selber basteln.
Wenn nun Jemand meint, daß obiger Absatz ein Widerspruch zu nicht so häufigem Wasserwechsel und zum „biologischen Aquarium” sei, so hat er natürlich Recht. Im sprachlichen Sinne! Im Sinne der „gehobenen Aquaristik” hat er Unrecht, es ist eben etwas anderes, aber beides ist richtig. Schwierig? Natürlich! Die „Höhere Aquaristik” ist nicht soo einfach.  ;-)

Noch ein Grund für häufigen Wasserwechsel, selbst mit Wasser direkt aus der Leitung:
Ein Aquarium mit so genanntem Altwasser zu betreiben ist nicht jedermanns Sache, es ist diffizil und erfordert viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Hat man diese Eigenschaften nicht, so ist die Aquaristik bedeutend leichter, wenn man sehr viel Wasser wechselt. So werden Fehler, welche während der Woche gemacht werden, am Wasserwechseltag einfach „weggewechselt”.  Ob das der Grund für den im Internet so gepriesenen häufigen Wasserwechsel sein könnte?  zwinkern-transp_grau

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Eine einfache Methode, um die „biologische Aktivität” des eigenen Aquariums zu überprüfen.

Huepferling_600_Silkypix


An anderer Stelle habe ich bereits geschrieben, daß sich im Mulm eines biologisch intakten Aquariums viele Kleinstlebewesen befinden. Und zwar um so mehr Arten und Individuen, je besser das Aquarium funktioniert. Um das festzustellen, braucht man aber ein Mikroskop und auch Erfahrung mit mehreren Aquarien. Zwar kann man das auch mit einem Gerät vom Billigheimer sehen, aber mit einem besseren eben besser. Und ein besseres ist teuer. Auch braucht Erfahrung Zeit! Einfacher, schneller und vor allem billiger geht es, wenn man nachts die Aquariumbeleuchtung anschaltet und ins Aquarium schaut. Etwas genauer schaut - mit guten Augen oder einer guten Brille! Dann kann man nämlich an den Scheiben ganz kleine Tierchen beobachten, die mit großer Geschwindigkeit an ihnen herum „hüpfen”. Es sind neben anderen Kleinstlebewesen Hüpferlinge von unter einem Millimeter Größe! Das Foto zeigt ein „großes” Eier tragendes Weibchen, die meisten Tiere sind bedeutend kleiner! Wenn man auf das Bild klickt, erscheint die Originalaufnahme. Es ist ein 1 : 1 Makro mit einer Vollformatkamera aufgenommen. (Nikon D700 + Micro-Nikkor 105 mm, 1:2,8) Dieses Foto ist somit 36mm breit. Der Pfeil markiert den Hüpferling.
Ist das Licht eine Weile an, verschwinden die Minitierchen. Sie sind nur nachtaktiv. Logisch, tagsüber würden sie an den Scheiben wohl nicht lange überleben. Deshalb, wegen ihrer Kleinheit und wegen der nur kurzen Pausen zwischen ihrem Herumgehüpfe ist ein Foto von ihnen gar nicht so einfach zu machen. Zwar könnte man sie unter dem Mikroskop fotografieren, aber dazu müßte man sie erst mal erwischen. Das ist mir zu viel Aufwand - und daher wird es hier kein besseres Foto geben.  lachen-transp
Aus der Menge der vorhanden Kleinstlebewesen kann man auf die biologische Aktivität eines Aquariums schließen. 
Verwendet man Mittel gegen Algen oder Einzeller, oder überhaupt zu viel Chemie, so sind gar keine - oder zumindest nur sehr, sehr wenig - Hüpferlinge da. Und das Üble daran ist, daß es sehr viele Wasserwechsel und auch einige Monate braucht, bis die Viecher wieder auftauchen.
Einschränkungen,
ja, leider gleich im Plural! Ob man die Tiere nur durch impfen mit Mulm aus einem Weiher (Weiherschlamm) ins Aquarium bekommt oder ob sie auch von alleine erscheinen, weiß ich nicht sicher. So weit ich mich erinnere, waren sie früher auch in unbeimpften Aquarien vorhanden. Wahrscheinlich kommen sie auch mit Pflanzen ins Aquarium.  Oder mit selbst gefangenem Lebendfutter. Da sind die Viecher in der Regel auch drin.
Die Anzahl der Tiere in verschiedenen Nächten ist leider verschieden! Von einem Tier alle paar Zentimeter bis nur eins alle 10 cm. Es kann also durchaus sein, daß man sie in einer Nacht nicht - oder nur sehr schwer - finden kann und in einer der nächsten Nächte ist man von der großen Zahl überrascht. Vorher natürlich von dem mickrigen Vorkommen enttäuscht. Also: Leider ist das somit kein 100%iger Indikator. Aber es steht ja nicht umsonst hier auf der Seite „Höhere Aquaristik”. Das ist halt kein „Tip” für den 0815-Aquarianer.  lachen-transp
Nachtrag: Natürlich erscheinen die Tierchen nur auf zumindest etwas veralgten Scheiben. Je mehr, desto besser. Auf blitzblanken Scheiben finden sie ja nichts zum fressen.

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Wieviel füttern aus einer anderen Sichtweise.
160er_2011_06_S_333Beispiel: In meinem Wohnzimmeraquarium schwimmen ca. 150 mehr oder minder ausgewachsene Rote Neonsalmler, mindestens 150 kleine Garnelen - auch einige Amanos - und noch einzelne „Restfische”. Sie bekommen täglich 1 bis höchstens 3 ccm Granulat (mit Messlöffel, Perla-Larva) und vielleicht 2 - 3 Tetratips. (1 ccm feines Granulat ist so wenig nicht, da dieses Granulat eng liegt und es tatsächlich 1ccm Futter ist. Fast ohne Luft dazwischen) Die Garnelen werden nicht gezielt gefüttert, sie fressen allerdings bei den Tabletten mit. Es sind auch genug Algen da. Diese Futtermenge reicht aus, daß die Neons eine „gute Figur” haben. Sie sind recht aktiv - für „langweilige” Rote Neonsalmler nicht unbedingt selbstverständlich und einen Teil des Tages damit beschäftigt, das komplette Aquarium nach Fressbarem abzusuchen. Der letzte verbliebene Brillantsalmler versucht - auch mit Erfolg - kleine Garnelen zu fangen. Die Fische haben offenbar Hunger - oder Appetit? Das ist durchaus ein Unterschied! - sind aber in sehr guter Verfassung.
Nun habe ich versuchsweise die Futtermenge so weit erhöht, bis die Fische nicht mehr richtig gefressen haben. Etwas mehr wäre also durchaus noch gegangen! Das waren dann ca. 4 - 6ccm Granulat pro Tag + Tetratips. Das Ergebnis davon ist, daß die Neons keine „gute Figur” mehr haben und die Weibchen sogar bedeutend zu „fett” sind. Das ist oft die Vorstufe der berüchtigten „Laichverhärtung”.
Die Moral von der Geschicht’ ist die, daß es gar nicht so einfach ist, die Fische richtig zu füttern! Einfach so viel ins Aquarium zu kippen, wie die Fische fressen, ist mit Sicherheit die falsche Methode!
Zumindest in einem Wohnzimmeraquarium, bei der Aufzucht gelten andere Regeln. Da muß soviel gefüttert werden, wie die Fische fressen. Schließlich sollen sie ja wachsen. Und zwar möglichst schnell.
Eine Erklärung, daß die Fische „mehr oder weniger” ausgewachsen sind, bzw. ob WF oder NZ besser sind, kommt demnächst bei Fragen und Antworten. Ist inzwischen da:  „Wildfänge oder Nachzuchten?

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Wonach schnappen die Fische da?
Bei meinen Glutaralversuchen habe ich festgestellt, daß die Fische (Rote Neonsalmler) nach der ersten Zugabe von Glutaral in der Strömung vom Filtereinlauf (Filter ins Aquarium) standen und nach irgend etwas geschnappt haben. Das hat mir eingeleuchtet: Ich war der Meinung, daß die Chemikalie einige Kleinstlebewesen aus dem Filter umgebracht, oder zumindest so weit betäubt hat, daß sie aus dem Filtersubstrat herausgespült werden konnten. Nun ist nach vielen Wasserwechseln mit Sicherheit zwar kein Glutaral mehr im Wasser vorhanden, wenn man die Fische aber nicht so viel füttert, stehen sie immer noch - oder eben wieder - in der Strömung und schnappen nach irgend etwas. Ich kann nichts erkennen. Was aber nicht viel zu sagen hat, da die Fische kleine Partikel viel besser sehen können als Menschen und auch sehr schnell reagieren.
Bei dem Filter handelt es sich um einen 20-L-Eheimtopf, befüllt mit verschieden grobem offenporigem Schaumstoff und etwas Filterfließ. Es ist also keine so grobe Füllung, daß man meinen könnte, dass die Viecher halt einfach durchwandern würden.

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Wie aussagekräftig sind einmalige Beobachtungen?
Botia sidthimunki_2_222Februar 2013: Im 160er schwimmen noch 4 übrig gebliebene Botia sidhimunki. Die waren anfangs immer sehr aktiv, kamen bei der Fütterung sofort angesaust und waren auch sonst fast immer irgend wo zu sehen. Seit einigen Jahren zeigte sich nur noch sehr selten das Weibchen, es lebte die meiste Zeit in der einzigen eingebauten Höhle. 160er_2013_Maerz_Schmerlenhoehle_222Zwar ist der Eingang z.Z. total mit Javamoos zugewachsen, aber es scheint, daß sie die Höhle immer noch bewohnt.
Von der Existenz der Männchen habe ich nichts mehr mitbekommen. Ich dachte manchmal, daß sie irgend wo gestorben sein müssten! Nun sind seit einiger Zeit - ohne eine mir bekannte Änderung am System - plötzlich alle vier wieder da! Was ist nun die richtige Schlussfolgerung? Sind die Botien „zutraulich” und immer sichtbar oder sind sie „versteckt lebend”, da man sie ja nie zu Gesicht bekommt?
Wohlgemerkt, es handelt sich hier um die selben Fische im gleichen nicht umgestalteten Aquarium!
Selbstverständlich sind auch die Wasserzusammensetzung, die Fütterung und die restlichen Parameter genauso - oder zumindest nicht nennenswert anders - wie sie immer waren. Darauf muß man bei solchen Vergleichen sehr penibel achten.

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Verschiedenes Getier im Aquarium
Es geht hier um Getier, welches man mit den bloßen Auge erkennen kann, man muss halt etwas genauer hinschauen. Viecher, die so klein sind, daß man sie nur unter einem Mikroskop erkennen kann, sind hier nicht gemeint.
Betrachtet man sein Aquarium etwas genauer - oder auch manchmal Nachts - so kann man absonderliche Viecher entdecken. So die bereits weiter oben beschriebenen Hüpferlinge (Copepoden).
Aber es gibt noch andere, so einen alten Bekannten, einen Wurm, der zwar zu den Tubifex (Tubificiden) gehört, aber mit den in stark belastetem Schlamm lebenden Futterwürmern nichts zu tun hat. Ich habe diese Würmer immer in guten Aquarien gefunden. Nicht so häufig, und oft habe ich sie erst entdeckt, wenn ich im Bodengrund gewühlt habe. Oder neue größere Pflanzen eingesetzt habe. Hier ist ein Foto von so einem Wurm. Wie der Wurm genau heißt, habe ich nie heraus bekommen. Ist mir auch nicht mehr so wichtig.
Zur Größe ist zu sagen, daß die Würmer alle in „Eisenbahnerbremssand” sitzen, der ist sehr fein. Unten ist ein Bild von dem Sand auf Millimeterunterlage.Die Fotos sind somit alle mehr oder weniger stark vergrößerte Makroaufnahmen.

Eisenbahnerbremssand zum Größenvergleich.

Eisenbahnerbremssand_333Wurmhäufchen_1_333











Bodenwurm_333Wurm-und-unbekanntes-Tier_2_333












Wurm-im-Boden-160er_333


In einer der letzten Nächte habe ich ein „neues” mir unbekanntes Tier entdeckt. Es saß zuerst an der Scheibe. Als ich dann nach einigen Fotos (Nikon D800, 105mm Makro 1:2,8) an die Scheibe geklopft habe, hat es sich auf den Boden fallen lassen. Bild oben rechts. Daß es direkt auf den „Bau” eines Wurmes fiel und ich so beide auf ein mal fotografieren konnte, war Zufall. Größe - siehe Bremssand oben.

Unbekanntes-Tier_1_333Unbekanntes-Tier_2_333











Das Bild unten ist in Originalgröße, das sind bei einem Vollformatsensor 36x24 mm. Man kann auf der linken Seite Fraßspuren von Geweihschnecken erkennen. Daß die Scheibe etwas veralgt ist, ist bei mir durchaus normal, ich nehme es da nicht so genau. Bei Privataquarien bin ich eher für „Natur”. Im Gegensatz zu den Zuchtbecken aller Art - da war ich schon eher penibel.

Unbekanntes_Tier_Orginalfoto_333


Dann sind da noch seit einiger Zeit kleine Muschelkrebschen. Die sind zwar im ganzen Aquarium verteilt, Nachts kann man sie aber gut an der Scheibe beobachten. Es ist eine sehr kleine Art unter oder höchstens mit einem Millimeter Größe. Wenn das Licht eine Weile an ist, verschwinden sie nach unten Richtung Pflanzen und Bodengrund. Ein größeres Foto habe ich nicht, es ist eh schon eine unscharfe Vergrößerung.

Muschelkrebschen_333


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Erstellt:  2007
Letzte Änderung: Februar 2017
 

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