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Zierfischfutter allgemein

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Das ist eine allgemeine Übersicht über Zierfischfutter, Flockenfutter, Granulat, Pellets und Tablettenfutter. Sowie Tiefkühlfutter, Futtermischungen und auch Lebendfutter.

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genauere Beschreibungen der einzelnen Futtersorten sind auf den speziellen Seiten

Trockenfutter, das ist „Futter in der Dose”, also Flockenfutter genauso wie Granulat
Lebendfutter, Kulturen und Futter das man selber fangen kann
Tiefkühlfutter, tiefgefrorenes Futter das man kaufen muß
Selber hergestellte Futtermischungen und „Ersatzfutter”

Kann ein „normaler” Aquarianer die Qualität eines Futters beurteilen?
Woher weiß man ob ein Trockenfutter „gut” oder „schlecht” ist?
Zusammenfassung

 

Eine Warnung vorweg:
Wenn Sie sich Ihre Illusionen über Ihr „phantastisches Futter” bewahren wollen, lesen Sie diese Seite nicht. Es wird Ihnen einiges nicht gefallen! Durch meine jahrzehntelange intensive Arbeit in der Branche habe ich viel mitbekommen was sich nicht so gut anhört.
Auch möchte ich betonen, daß ich keinesfalls ein notorischer Quertreiber bin, ich bin nur sehr wahrheitsliebend und kann es nicht leiden, wenn irgendwelche Großkopferte uns kleine Menschlein für dumm verkaufen wollen. Auch wenn ich mich wiederhole: Mich interessiert keine Theorie, mich interessiert seit langem nur noch „was unten raus kommt” oder eben „Das Ergebnis”! Und Ausdrücke wie „hochwertig” oder ähnliche Sprüche machen auf mich keinen oder nur noch einen negativen Eindruck!
 


Trockenfutter
Unter Trockenfutter verstehe ich alles Futter, welches man irgendwie in einem einfachen Behälter kaufen kann. Auch Futter in Tuben. Dieses Futter hat bei Aquarianern keinen guten Ruf. Meiner Meinung nach zu Unrecht! Wenn es nicht gerade von einem miesen Hersteller stammt, kann man damit alleine seine Aquarienfische füttern. Man sollte vielleicht bedenken, daß einige gute Lebensmittel für den menschlichen Verzehr auch „Trockenfutter” sind - Nudeln, Reis, Haferflocken fallen mir spontan ein. Auch Corn Flakes oder Müslis gehören dazu. Wenn der Aquarianer verschiedene Futtersorten füttern will so ist das sein Wunsch - schließlich sollen seine Fische nicht jeden Tag Einheitskost bekommen. Das ist aber ganz einfach eine subjektive Meinung. Forellen und Lachse z.B. werden meistens mit nur einem einzigen Futter aufgezogen, nur eben im Laufe ihres Lebens mit verschiedenen Pelletsgrößen und verschiedener Zusammensetzung. Und da es hier um viel Geld geht darf man sicher sein, daß diese Methode gut ist - sonst würde man sie ändern! Überhaupt liegt der Vorteil von „Forellenfutter” darin, daß damit Fische wachsen müssen, Fische welche mit  „Zierfischfutter” gefüttert werden, dürfen nur nicht sterben, sonst würde es auffallen! Eine Kontrolle seitens der Verbraucher - hier Aquarianer - gibt es nicht.
Zusammenfassung: Technisch ist es im 21. Jahrhundert kein Problem ein Trockenfutter mit allen Inhaltsstoffen herzustellen, die Aquarienfische für eine gesunde Ernährung benötigen.
Es geht hier nicht um die Form des Trockenfutters, also ob es Flocken, Granulat oder Pellets sind, sondern nur um die Inhaltsstoffe.

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Lebendfutter
Dagegen ist im Prinzip nichts einzuwenden. Allerdings werden die Qualität, die Inhaltsstoffe oder eben die Wirkung auf die Fische fast immer überschätzt! Ich kann das gut beurteilen, da ich viele Jahre auch viel Lebendfutter gefangen und gefüttert habe.
Heute bin ich der Meinung daß der größte Vorteil von Lebendfutter in der Dosierung liegt! Man kann praktisch nicht zu viel füttern. Oder anders, viele Züchter haben viele kleine Becken,  manchmal mit nur einem Zuchtpaar in einem Aquarium. Hatte ich auch. Da ist die genaue Fütterung (ob mit Flocken-, Granulat- oder Tiefkühlfutter ist egal) recht schwierig und zeitaufwendig. Mit einer Portion lebender Cyclops, weißen oder schwarzen Mückenlarven ist das leichter - die leben im Aquarium weiter! Was den Inhalt betrifft, so bestehen Wasserflöhe u. Co. fast nur aus Wasser. Natürlich bestehen sie auch aus Mineralien, Vitaminen und Stoffen die für die Fische gut sind, die sind aber in einem guten „Trockenfutter” genauso selbstverständlich.
Ein weiterer Vorteil ist, daß der Aquarianer beim fangen von Lebendfutter aus seiner Bude heraus und an die frische Luft kommt - und das ist ja auch kein Fehler nicht!
Zudem bewegt sich Lebendfutter, da kann der Aquarianer sehen, daß seine Fische auch etwas schneller schwimmen können. Meistens schwimmen sie allerdings beim füttern mit Granulat genauso schnell. lachen-transp
Bei all den - eher subjektiven - Vorteilen gibt es auch Nachteile. Man fängt nämlich nicht nur die Futtertiere eines Gewässers, sondern fängt sich auch alle Schädlinge und eventuell sogar auch Krankheiten ein.
Zu Lebendfutter gehören auch alle Futterzuchten. Enchyträen und Drosophila sind ein sehr gutes Futter ohne diese Nachteile - siehe dort. Wenn man den Platz für einen Behälter hat, so sind Schwarze Mückenlarven auch recht gut. Zwar sind Artemianauplien auch Lebendfutter, ich möchte sie aber eher als Aufzuchtfutter bezeichnen. Sie sind für ein „normales” Lebendfutter zu teuer, machen im Verhältnis zum Nutzen zu viel Arbeit und man braucht sie als Normalaquarianer eigentlich nicht. Ähnlich ist es mit Infusorien - braucht man auch nicht.
Die berüchtigten Tubifex gehören auch zum „Lebendfutter”. Sie heißen auf deutsch „Schlammröhrenwürmer” und leben im Schlamm belasteter Gewässer. Je mehr Belastung, desto mehr Tubifex - in sauberen Bächen gibt es keine Schlammröhrenwürmer! Nebenbei auch keine „Roten Mückenlarven”. Daß sie somit weniger Futterwert als gutes Trockenfutter haben ist wohl klar. Auch stehen sie im Verdacht alle möglichen Krankheiten zu übertragen. Aber es ist eben Lebendfutter, und mancher Städter kommt an nichts anderes heran.

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Tiefkühlfutter
Tiefkühlfutter ist sehr beliebt, habe es zeitweise auch viel verfüttert. Bei genauerer Überlegung schmelzen die Vorteile zumindest von einigen Sorten dahin. Die meisten Tiefkühlfuttersorten kommen aus diffusen Quellen. Man weiß eigentlich nie genau was man da bekommt. Sind die gefrorenen Roten Mückenlarven nun aus einem mit Schwermetallen stark angereichertem Fluß aus Osteuropa oder aus asiatischen Klongs? Da sind mir die aus den Klongs noch lieber gewesen - das waren die aus Hong Kong. Bei den anderen Futtersorten ist es nicht viel besser.
Die einzige Qualitätskontrolle die man da als Aquarianer hat ist, daß das Futter im aufgetauten Zustand wenig farbige Brühe abgeben soll und die eingefrorenen Tierchen heil sind. Zerfallen z.B. aufgetaute Artemia in Beine und Kiemen, so hat man nicht gerade die beste Qualität erwischt.

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Selber hergestellte Futtermischungen und „Ersatzfutter”
Hierunter fallen alle selber zusammengestellten Futtermischungen jeder Art, so wie Rinderherz, Mischungen mit „entkapsulierten Artemiaeiern”, aufgetautes, neu gemischtes und wieder eingefrorenes Tiefkühlfutter. Gurken, Mohrrüben und das restliche Gemüse aus dem Garten oder die Kräuter aus Wald und Flur. Auch Katzen- und Hundefutter gehören hierher - und Kaninchenfutter, das ist dann gepreßtes Heu.
Die meisten dieser „Spezialfutter” haben eins gemeinsam - man kann sehr gut darauf verzichten! Und statt dessen besseres FISCH-Futter kaufen!
Nur wenige sind als Fischfutter wirklich gut geeignet. So z.B. eingefrorener Blattspinat, im Gegensatz zu Gurken eine saubere Angelegenheit. Oder rohe Kartoffeln für frisch importierte Ancistren.
Wenn jemand jeden zweiten Tag ein mehrere Zentimeter dickes Gurkenstück in sein 60er gibt, so braucht er sich über ein nicht „optimal” funktionierendes Aquarium nicht zu wundern. Der muß dann natürlich jede Woche mindestens die Hälfte Wasser wechseln, oder sogar 80%.
 
Selbstverständlich habe ich diese Sachen - und noch viel mehr !!! - auch mal gefüttert, daher weiß ich ja schließlich daß sie nicht so gut sind! lachen-transp

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Kann ein „normaler” Aquarianer die Qualität eines Fischfutters beurteilen?
Die Bezeichnung „normaler” Aquarianer soll in keiner Weise diskriminierend sein, nur muß man irgendwie unterscheiden zwischen Aquarianern, die ein oder zwei oder eben hundert oder hunderte Aquarien betreiben.

Prinzipiell:  Nein - er kann es genaugenommen nicht - leider!
Er kann nur feststellen, wie gern oder ungern seine Fische dieses oder jenes Futter fressen. Er weiß nicht ein mal, wie die selben Fische das gleiche Futter unter anderen Umständen fressen würden!
Daß der Geschmack eines Futters - oder irgend eines Nahrungsmittels - mit der Qualität der Inhaltsstoffe nichts zu tun hat ist von der menschlichen Ernährung wohl allgemein bekannt. Sonst müßten Eis, Schokolade, Torte und die restlichen Süßigkeiten oder Schweinebraten mit viel Fett zu den gesündesten Nahrungsmitteln gehören. Schonend gegartes Gemüse hingegen ist im allgemeinen nicht jedermanns Sache - aber nach heutigem Wissensstand sehr gesund!
Selbst wenn jemand der Meinung ist, daß seine Fische speziell mit seinem Superfutter besonders gesund und vital seinen, so weiß er noch lange nicht, welche Verfassung die selben Fische bei der Fütterung mit einem anderen Futter hätten - es fehlen die Vergleichsreihen!
Sollte dieser Absatz einigen nicht gefallen, so ist das ist nicht meine Schuld. Ich kann nichts dafür daß das so ist - es sind ganz einfache Tatsachen! Ich kann auch nichts dafür, wenn manchen Menschen die Wahrheit zu „hart” ist - das Leben ist manchmal hart. Mit träumen kommt man da auch nicht wirklich weiter. lachen-transp

Will man die Qualität eines Futters wirklich beurteilen so muß man Reihenversuche über einen längeren Zeitraum machen. Das hat bei mir so ausgesehen, daß ich die Fische von einer Aquarienreihe - also 10 Becken mit 72x62x35 - die mit dem Futter A gefüttert wurden und eine andere Reihe mit der gleichen „Fischzusammensetzung” die mit dem Futter B und im Idealfall noch eine andere Reihe mit noch einem anderen Futter miteinander verglichen habe. Und das nicht nur 14 Tage, sondern so lange bis die Fische groß waren oder eben verkauft wurden. Und das habe ich nicht nur ein Mal, sondern mehrmals gemacht! Über Jahre hinweg!
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Woher weiß man ob ein Trockenfutter „gut” oder „schlecht” ist?
Das ist nicht einfach. In Zeiten wo die Werbung immer hemmungsloser und Begriffe wie Ehrlichkeit, Wahrheit oder gar Moral und Ethik Fremdworte geworden sind, kann man sich nicht mehr nach den Angaben der Hersteller richten! Man kann also eigentlich nur hoffen einen soliden Hersteller zu finden. Wobei ich mir da etwas leichter tue. Ich kenne die nicht so weißen Schafe der Branche und würde somit von einigen kein Futter kaufen. Da ist auch eine sehr große bekannte Firma dabei!

Nachfolgend einige kleine Hilfen:
Schreibt eine Firma daß dieses Futter nur speziell für sie hergestellt wird, so ist sie zu klein um das Futter selber herstellen zu können und kauft es irgendwo - meistens nicht bei den solideren Herstellern! Das muß nicht immer so sein - ist es aber meistens. (Klein muß nicht zwangsweise schlecht sein, in diesem Fall ist es aber zumindest nicht von Vorteil).
Verkauft jemand z.B. Artemia in Dosen die er selber füllt - die sehen dann aus wie die Dosen worin die Bauern hier früher ihren „Fleischkäse” eingemacht haben, messingfarben und ohne Aufdruck - so kann man sicher sein, daß das verkaufte Futter auch nicht zu den besten gehört, trotz aller Versprechen.
Wird Futter in Beuteln oder anderen einfachen Dosen mit auf normalen Druckern hergestellten Aufdrucken verkauft, würde ich auch die Finger davon lassen. Außer man kennt den Vertreiber und weiß um seine Lauterkeit.

Was man denn nun kaufen soll?
Da gebe ich ganz klar keine Empfehlung!
Ich kaufe normalerweise - wenn ich nicht gerade Granulatfutter für Seewasserspeisefische (Perla Larva)  nehme - eher Fischfutter der Firma Tetra. Daß diese Firma nicht unbedingt zu meinen Freunden zählt kann man unter Kommerz nachlesen. Aber bei Fischfutter bin ich mir wenigstens sicher das kleinere Übel zu wählen.

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Zusammenfassung
Eigentlich könnte man mit einem guten Trockenfutter auskommen, das wird heutzutage von fast allen Fischen gefressen. Die Zeiten wo manche Fische nur Lebendfutter gefressen haben sind zumindest fast vorbei.
Es ist natürlich kein Fehler wenn man nicht nur eine Dose beim Aquarium stehen hat, sondern mehrere. Aber unbedingt notwendig wäre das nicht. Wenn man will kann man ja verschiedene Mischungen von z.B. Tetra kaufen. Vielleicht auch mal ein Granulatfutter für Zierfische ausprobieren, oder verschiedene Tabletten.

Auf diesen Seiten schneidet Lebendfutter oder gar Tiefkühlfutter gegenüber „Trockenfutter” nicht besser ab. Das kommt daher, daß ich bei zusätzlicher Lebend- und Tiefkühlfütterung keinerlei positive Wirkung auf die Fische feststellen konnte. Diese Beobachtung habe ich sehr viele Jahre in sehr vielen Aquarien an sehr vielen Fischen gemacht! Auch wenn man die positiven Inhaltsstoffe von Lebendfutter entgegenhalten kann, in der Praxis ist es eben so. Gutes Trockenfutter hat offenbar alles was die Fische brauchen.

Wenn man als Aquarianer meint, daß Lebendfutter das beste Futter sei so deshalb, weil man keine richtigen Vergleichsreihen hat - meistens subjektiv ist und es ja selbstverständlich ist, daß Lebendfutter besser ist. Ist ja schließlich Lebendfutter!!! Habe ich auch sehr lange geglaubt - aber glauben und wissen ist zweierlei.

Für alle, die das in den falschen Hals bekommen oder nicht richtig gelesen haben:
Ich habe nie gesagt daß „gutes” Lebendfutter - also Futter aus sauberen Gewässern - schlecht ist, man kann und soll es natürlich füttern. Man sollte nur nicht meinen, daß es das bessere Futter sei, das ist es nun mal nicht.

Übrigens:
Mit das größte Übel in der Aquaristik - und überhaupt - sind die „Schlaumeier”, die immer „meinen” und „glauben” und eigentlich von dem was sie sagen oder schreiben recht wenig Ahnung haben.

Früher waren das die „Wirtshausschwätzer”. Die Wirtshäuser sind aber selten geworden - so sind sie jetzt im Internet weit verbreitet. lachen-transp

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Spektrum

 

Erstellt: März 2008
Diese Seite wurde zuletzt am 12. November 2016 geändert.

 

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