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Fragen und Antworten 1

Spektrum

 

Allgemeine Fragen zur Aquaristik - und die Antworten darauf, Teil I

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Mancher wird sich vielleicht wundern, daß er hier nicht immer präzise Antworten bekommt, sondern manchmal auch ein „sowohl als auch”. Das kommt daher, daß die Aquaristik eine „lebendige” Angelegenheit ist und alle Aquarien verschieden sind - in Grenzen natürlich. Da sind sehr viele starre Vorgaben automatisch falsch!
Außerdem ist es ein ganz großes Anliegen von mir die Aquarianer zum denken zu bewegen. Sie sollen selber verstehen, warum sie das oder jenes machen oder eben lassen. Und nicht nur irgendwelche Ratschläge blind befolgen. Es ist ein sehr großer Unterschied, ob man etwas macht „weil man es eben so macht” oder weil „man weiß warum man es tut”.
Das hat mit Arroganz meinerseits nichts zu tun! Ich möchte da bitte nicht falsch verstanden werden!
 

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Aquariumsilikon, eine kleine Warenkunde
„Bakteriendruck” oder „Keimdruck”, was ist das?
„biologisch”, was ist das?
Diffusor, ein im Normalfall eigentlich überflüssiges Gerät.
Druckdose, was ist das und wofür ist sie gut?
Filtereinlauf, wo  plazieren?
Filterströmung, wie macht man das mit der Filterströmung?
Filterströmung zu stark?
Fischeier, muß der Laich von Zierfischen abgedunkelt werden?
Kahmhaut, was macht man dagegen?
Laichen Fische im „Gesellschaftsaquarium”?
Passen sich Fische der Beckengröße an?
Torf, ist Torf im Aquarium von Vorteil?
Torf gegen Algen im Gartenteich
Was mache ich im Urlaub mit meinem Aquarium?
Wie oft muß man Wasser wechseln? Dieser Link geht auf die Seite Wasserwechsel
Wasserwechsel mit warmem oder kaltem Wasser. Dieser Link geht auf die Seite Wasserwechsel
Wie Wasser wechseln? Dieser Link geht auf die Seite Wasserwechsel
Wie oft muß ich den Filter reinigen?
Wieviel füttern?

 

Aquariumsilikon
Vorneweg, ich bin kein Chemiker und ich habe wenig Ahnung von der Herstellung von Silikon. Da ich aber seit Jahrzehnten Aquarien geklebt habe, weiß ich worauf es ankommt.
Die Silikone für das Kleben von Aquarien müssen nach Essig riechen. Man kann sie nicht überstreichen und sie sind leider meistens die teureren. Früher hießen sie einfach „Silikon” zum Glas kleben, da aber inzwischen alles optimiert ist nennt man sie heute „Aquariumsilikon”, das hört sich nicht nur besser an, es läßt sich auch besser verkaufen. Es ist darauf zu achten, daß das Silikon in ausgehärtetem Zustand relativ hart ist. Man nennt das „Shore Härte”. Um ein unnötiges Risiko auszuschließen sollte man momentan (Januar 2007) „Perenator Aquariensilikon” von Illbruck verwenden. Mit Kitt der Firma Perenator wurde 1977 unser Glasdach eingeglast, damals hatte diese Firma bereits sehr gutes Silikon. Die Firma Perenator ist dann irgendwann zu DowCorning „gewandert” und diese wiederum zu Illbruck. So verkaufen diese heute „Perenator Aquariumsilikon”. Das ist zwar nicht mehr die alte Rezeptur der Fa. Perenator, sie ist aber immer noch besser als ein anderes „Aquariumsilikon” aus der nördlichen Hälfte Deutschlands. Dieses Silikon ist etwas weicher und klebt nicht so gut - habe es natürlich ausprobiert.
Bei der Verarbeitung muß man darauf achten, daß das Glas völlig sauber und fettfrei ist. Wir haben es immer mit Aceton gereinigt - es ist gut gegangen. Die Aquarien haben Jahrzehnte gehalten! Ob das Silikon transparent, weiß oder schwarz ist spielt eigentlich keine Rolle. Momentan ist schwarz modern. Theoretisch wäre transparent am besten, da es keinerlei Farbzuschläge enthält und somit die höchste Klebekraft haben müßte. Algen wachsen auch durch das transparente Silikon nicht durch. Sie wachsen durch kein Silikon hindurch!  Hier steht es genauer.
Eine Anleitung wie man Aquarien klebt wird es irgendwann in der Bastelkiste geben. Allerdings habe ich nie sehr sauber geklebt. Unsere Aquarien mussten halten - wir haben sie nicht verkauft. Und gehalten haben sie!
Überlagertes Silikon erkennt man erstens daran, daß es nicht mehr homogen ist, es sind vereinzelt „Verdickungen” im Material. Sicher geht man, wenn man eine Probe aushärten läßt, überlagertes Silikon härtet nicht mehr richtig durch - oder es ist schon durchgehärtet lachen-transp. Wird der Probestrang richtig hart kann man es noch verwenden. Egal welches Verfallsdatum auf der Kartusche steht.

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„Bakterien- oder Keimdruck, was ist das? Oder besser, was soll das sein?
Dieser Ausdruck geistert manchmal durch die Internetaquaristik. Dabei wird offenbar angenommen, daß sich in einem älteren Aquariumwasser oder Aquarium die Bakterienanzahl - oder eben die Anzahl der Keime allgemein - dermaßen erhöhen würde, daß sie einen „Druck” auf die Fische ausüben könnten. Diesem „Bakteriendruck” versucht man mit sehr häufigem Wasserwechsel entgegenzuwirken.
Wie diese Aquarianer die tatsächliche Anzahl der Bakterien feststellen können ist mir etwas schleierhaft. Bakterien kann man nicht sehen, dazu benötigt man ein gutes Mikroskop. Da kann man aber auch nur die Form feststellen, um die Art feststellen zu können bräuchte man einen Nährboden. Ob diejenigen Aquarianer die diesen Ausdruck so gerne benützen die Bakterienbelastung z.B. mit den einigermaßen preiswerten „Dip-Slides” untersuchen wage ich zu bezweifeln! Für den „sehenden Aquarianer” gibt es allerdings Anzeichen für ein nichtfunktionierendes Aquarium, diese Zustände kann man aber mit häufigem Wasserwechsel alleine nicht abstellen. Eine erhöhte Keimzahl gibt es eigentlich nur in verwahrlosten überbesetzten Aquarien. Oder in Züchtereien wo sehr viele Fische auf engem Raum gehalten werden. Diese Leute haben das aber meistens sehr gut im Griff!
Sollte jemand wirklich der Meinung sein, daß sich zu viele Bakterien in seinem Aquariumwasser befinden, so kann er die Keimzahl mit einer UV-Lampe, einem Ozongerät oder vielleicht auch mit einem Diatomfilter senken. Vorher könnte er aber versuchen das Aquarium durch richtigen Besatz, gezieltere oder auch sparsamere Fütterung und regelmäßigen Filterwechsel weniger zu belasten. Ein eingelaufenes Aquarium mit einem zu diesem Aquarium passenden Fischbesatz und vernünftiger Fütterung hat nie eine zu hohe Keimzahl. Es ist im Gleichgewicht!
Mag diese Antwort auch nicht jedem in den Kram passen, so stimmt sie doch.

Nachtrag und Ergänzung:
Natürlich gibt es, wie eigentlich schon weiter oben geschrieben Ausnahmen: Wenn tatsächlich gezüchtet wird,  wenn also einige hundert oder gar tausend Ramirezi auf engem Raum großgezogen werden sollen/müssen , so wird man mit einer zusätzlichen „Wasserentkeimung” mehr Erfolg haben, also bessere und mehr Junge aufziehen können. (Ev. gilt das auch für andere kleine südamerikanische Barscharten oder einige Pelvicachromisarten. Je nach Empfindlichkeit des Stammes.)

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„Biologisch”, was bedeutet das in der Aquaristik oder überhaupt?
Der Ausdruck „biologisch” ist ein in der heutigen Zeit sehr strapaziertes Modewort. Denn eigentlich ist fast alles biologisch! Ob das jetzt ein Kuhfladen auf der Alm oder der Staub im Rinnstein ist - er ist biologisch! Alles was in der Natur abläuft ist biologisch! Selbst die Erde des Ackers auf dem der Bauer Spritzmittel für kurzen Wuchs der Halme und gegen alles mögliche ausbringt funktioniert immer noch „biologisch”. Schon vor vielen Jahren hat der Kommerz festgestellt, daß sich der Ausdruck gut verkaufen läßt - seitdem ist jede verkaufbare Ware irgendwie „bio”.
In der Aquaristik verstehe ich unter „biologisch”, daß ein Aquarium im „biologischen Sinn” funktioniert. Und zwar gut oder möglichst „besser” funktioniert. Also besser als ein „normales” Aquarium. Es gibt da durchaus Unterschiede. Ein Aquarium funktioniert nicht von heute auf morgen „richtig biologisch”, dafür braucht es Zeit. Und es muß behutsam gepflegt werden. Da darf man z.B. nicht alle paar Tage die Hälfte frisches Leitungswasser hineinschütten. Es ist wie so oft im Leben, daß man die Extreme kombinieren oder ausgleichen muß: Früher wurde gar kein Wasser gewechselt - heute wird oft zu viel gewechselt. Ein Mittelmaß mit Gefühl ist die richtige Lösung. Wenn man das irgendwann heraus hat, bekommt man ein „richtig biologisches” Aquarium mit einer Unmenge an Kleinstlebewesen und einer ungemeinen Stabilität. Diese Aquarien funktionieren dann mit recht wenig Aufwand jahrelang sehr gut.
Es ist auch jeder Filter biologisch. Selbst wenn man einen Schnellfilter jeden Tag ausleert, könnte man es gar nicht verhindern, daß sich Bakterien im Filtersubstrat ansiedeln und somit ist er schon biologisch. Natürlich wieder ein Mal: Ein Filter ist mehr und einer weniger „biologisch”. Je mehr Kleinstlebewesen der „Lebensraum Aquarium” beherbergt, um so „biologischer” ist er. Auch wird er dadurch stabiler und er „funktioniert einfach besser”.

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Diffusor
Diffusor_Eheim_ThEin Diffusor ist eine „Venturidüse”. Eine Wasserstrahlpumpe ist auch eine „Venturidüse”. So ein Ding ist ein Rohr, welches sich an einem Ende verjüngt, hier wird der Druck auf das durchfließende Medium und somit die Geschwindigkeit erhöht, wenn sich der Querschnitt nach der Verengung plötzlich wieder erweitert entsteht ein Unterdruck. Durch diesen Unterdruck kann man Luft (Diffusor) oder Wasser (Wasserstrahlpumpe) ansaugen. Je nach dem Druckunterschied zwischen „Verengung” und „Erweiterung” ist der Ansaugunterdruck verschieden hoch.
In der Aquaristik verwendet man einen Diffusor um atmosphärische Luft, also auch Sauerstoff in das Aquarium einzublasen. Das ist eigentlich ein guter Gedanke. Weniger gut ist, daß dabei auch Kohlensäure ausgeblasen wird, die man auf der anderen Seite ins Aquarium einleitet. Auch ist ein Diffusor bei einem normalen Wohnzimmeraquarium - also kein überbesetztes Aufzuchtbecken -  zur Sauerstoffanreicherung genauso wenig notwendig wie ein Ausströmer. Der Sauerstoff, welchen die Pflanzen produzieren und der durch die Oberflächenbewegung eingewaschen wird genügt. Diese Oberflächenbewegung entsteht dadurch, daß man den Filtereinlauf knapp unter der Oberfläche waagrecht auf die gegenüberliegende Schmalseite des Aquariums richtet. Auf der Seite „Das Aquarium des Verwandten” ist es genauer beschrieben (Auf dieser Seite auch). Bitte unbedingt auf die Atemfrequenz der Fische achten! Sollten bei einem normalen Aquarium die Fische ohne Diffusor trotz Oberflächenbewegung eine erhöhte Atemfrequenz haben oder gar an der Oberfläche hängen und nach Luft japsen, so kann man schon mal Schlauch, Eimer und Wannen holen - dann ist das Aquarium nämlich fällig zur Generalausräumung!
Ein Diffusor hat noch einen kleinen Nachteil. Durch die Druckerhöhung wird Energie, sprich Strom benötigt. Wenn man die Verengung weg läßt braucht die Pumpe weniger Strom, bzw fördert bei gleichem Stromverbrauch mehr Wasser - was gehupft wie gesprungen ist.
Es ist mir bekannt, daß es Pumpentypen gibt die bei Drosselung der Durchflußmenge weniger Strom ziehen. Die Pumpen drehen dann sozusagen leer durch. Das ist aber nur bei Pumpen mit wenig Druck so, z.B. bei den alten Turbellen. Druckpumpen brauchen bei mehr Gegendruck auch mehr Strom.

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„Druckdose”, was ist das und wofür ist sie gut?
Diesen Ausdruck habe ich erst im Internet kennen gelernt (man lernt eben nie aus). Das Prinzip selber kenne ich allerdings schon lange. Es geht eigentlich nur darum, daß man eine möglichst geringe Luftmenge der Luftpumpe durch Reibung verliert. Also eigentlich nur um einen größeren Querschnitt der Luftleitung. Die „Dose” hat zwar auch den Vorteil daß sie in etwas wie der Druckkessel eines Kompressors wirkt, das ist aber gar nicht notwendig.
In der Praxis sieht das so aus, daß man - wenn man ein oder zwei Aquarien hat und einen normalen Luftschlauch und eine „normale” Membranpumpe verwendet - so bald wie möglich die Hähne zu den Aquarien anbringt. Die Luftleitung soll also von der Pumpe bis zu den Abzweigungen möglichst kurz sein. Einfach deshalb weil ja in diesem Stück Schlauch noch die gesamte Luftmenge befördert wird. Bereits nach der ersten Abzweigung wird sie weniger. Also eventuell schon vorher ein T-Stück einfügen. Oder eben eine „Druckdose” installieren. Da geht schon ein 15mm Rohr, von dem die einzelnen Aquarien abgehen. Man sollte die Lufthähne aber nicht einfach in ein Hart-PVC-Rohr hineinstecken, sondern besser Luftröhrchen einkleben. So ist man sicher, daß keine Luft an den falschen Stellen entweicht. Von Gardena gibt es ein „Schlauchrohr”, da sind die eingesteckten Hähne luftdicht. Natürlich kann man auch eine richtige „Dose“ nehmen, also einen Behälter in den der Schlauch von der Pumpe hinein - und die Schläuche zu den Aquarien herausgehen. Nur ist das dann gerne ein Schlauchwirrwar.
Hat man mehr Aquarien, so empfiehlt sich eine sogenannte „Ringleitung”. Das ist eine Rohrleitung, die oben an der Wand des Raumes entlang geht und meistens ein echter „Ring” ist - sie hat kein Ende. Je nach Luftmenge kann diese Leitung 15mm oder auch 50mm Durchmesser haben. Bei jedem Aquarium ist ein Hahn, der es mit Luft versorgt. Der Vorteil ist der, daß durch den größeren Querschnitt wenig Luftmenge durch Reibung verloren geht. Wir hatten auch eine Art „Druckdose”: Unsere Luftleitung bestand aus 50mm PCV-Rohren mit abgehenden 25mm PVC-Rohren oberhalb der Aquarienreihen.
Bei „echten” Kompressoren ist die Reibung keine Problem, da sie sehr viel Druck erzeugen und die Luftmenge nicht so groß ist. Darum sind Druckluftschläuche auch recht dünn. Bei Seitenkanalgebläsen ist es umgekehrt und es kann deshalb durch zu dünne Rohre schon zu ernsten Problemen kommen. Die geförderte Luftmenge kühlt auch den Motor und durch zu dünne Luftrohre (wenig Luft)  können sie zu heiß werden und durchbrennen.
Es gibt noch einen positiven Nebeneffekt von Druckdosen jeglicher Art. Durch das größere Volumen wird die Resonanz von Membranpumpen gedämpft. Sie wirken leiser.

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Plazierung des Filtereinlaufs:
Mit „Filtereinlauf” ist hier der Einlauf vom Filter in das Aquarium gemeint. Man könnte es natürlich auch „Filterauslauf” nennen. Dann wäre es der „Auslauf” vom Filter. Somit aber bei einem Außenfilter falsch, da sich da der Auslauf vom Filter am „Filtertopf” oder Motor befindet und somit nicht im Aquarium. Hier interessiert aber nur der „Einlauf” ins Aquarium.
Wenn der Filtereinlauf zu hoch über der Wasseroberfläche ist, spritzt Wasser an die Lampen/Deckscheiben und es gibt Kalkflecken. Außerdem wird Kohlensäure, die man eigentlich der Pflanzen wegen im Aquarium haben will ausgespült. Ist der Einlauf unter der Wasseroberfläche und wird diese nicht bewegt kommt möglicherweise zu wenig Sauerstoff ins Wasser. Nach meinen Erfahrungen ist bei einem Privataquarium (Wohnzimmeraquarium) die beste Stellung knapp unter der Oberfläche, da wird noch kein Co2 ausgespült und die Wasseroberfläche wird etwas bewegt.
Es muß aber unbedingt auf die Atemfrequenz der Fische geachtet werden! Sie dürfen auf keinen Fall zum Japsen anfangen! Auch bitte bedenken, daß die Fische nachts keinen Sauerstoff von den Pflanzen erhalten, also die Atemfrequenz auch Morgens überprüfen!
Daß das gesagte nur für ein normal besetztes Wohnzimmeraquarium gilt und nicht für überbesetzte Aufzuchtbecken oder ähnliches ist hoffentlich klar!
Auf der Seite  „Das Aquarium des Verwandten”  habe ich das auch erläutert.

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Filterströmungsrichtung, wie macht man das mit der Filterströmung.
Das ist theoretisch eigentlich einfach: Man muß darauf achten, daß alle Partikel die im Wasser schweben am Ansaugrohr des Filters und somit im Filter landen.
In der Praxis heißt das bei normalen Serienaquarien bis vielleicht 150cm Länge: Ansaugrohr in einer hinteren Ecke  - gleiche Seite wie Einlauf vom Filter - daß der Einlauf auf der einen Schmalseite etwa in der Mitte bis im hinteren Drittel waagrecht auf die gegenüberliegende Seite Mitte bis vorderes Drittel gerichtet wird. Dadurch entsteht eine einfache Drehung im oberen Aquarium in die eine Richtung und im unteren Aquarium wieder zurück. Kompliziert genug ausgedrückt? Also: Oben in die einer Richtung - unten wieder in die andere Richtung zurück.
Schwieriger wird es bei längeren Aquarien, da gibt es dann meistens mehrere Kreisel.
Wenn man viele oder spezielle Einbauten hat oder sehr viele große Pflanzen, dann muß man halt probieren, das Grundprinzip bleibt aber immer erhalten: Die Strömung muß alle im Wasser treibenden Partikel an den Filtereinlauf befördern. Es darf keine Stelle im ganzen Aquarium geben, wo Mulm liegen bleibt. Außer absichtlich.
Also, Kurzfassung: Absauger/Ansaugrohr befindet sich îmmer auf der selben Seite wie der Einlauf.
Völlig falsch ist die manchmal vertretene Meinung, daß man den Einlauf in die Richtung des Ansaugers richtet. Man kann zwar z.B. eine Terrasse mit einem Schlauch abspritzen, da richtet man den Wasserstrahl direkt auf den Dreck am Boden und befördert ihn auf diese Weise in eine bestimmte Richtung. Im Wasser oder eben unter Wasser funktioniert das aber nicht so.  sad-transp
Es gibt manchmal noch einen Gedankenfehler; da wird der Diffusor schräg nach unten Richtung Boden gelenkt. Dadurch entstehen völlig unkontrollierte Wirbel, der Mulm landet überall, nur nicht am Absauger. Auch kommt deshalb nicht mehr Sauerstoff ins Wasser als wenn man den Diffusor waagrecht knapp unter Wasser auf die gegenüberliegende Seite richtet. Bei einem normalen Aquarium ist ein Diffusor eigentlich überflüssig. Siehe das „Aquarium des Verwandten” unter Anfänger.

Nachtrag: Da das offenbar nicht richtig verstanden wird, versuche ich es noch ein Mal:
Also: Das Wasser kommt vom Filter ins Aquarium, das nenne ich „Filtereinlauf” (obwohl es ja der „Auslauf” vom Filter ist, es ist aber auch zugleich der „Einlauf” vom Filter ins Aquarium). Dieser Filtereinlauf muß sich immer auf der selben Seite befinden wie das „Ansaugrohr des Filters”. Das Filter-Ansaugrohr ist zweckmäßigerweise immer hinten in einer Ecke - da fällt es am wenigsten auf. (Ob in der linken oder rechten Aquariumecke ist logischerweise egal. Obwohl es da eine Geschichte von links-, bzw. rechtsdrehendem Wasser gibt. Ich kenne sie!). Der Filtereinlauf (also das Wasser welches vom Filter kommt) muß von der selben Ecke (oder Aquariumseite, Schmalseite) wo sich das Ansaugrohr des Filters befindet  in Richtung gegenüberliegende Seite gerichtet sein. Und zwar waagrecht knapp unter der Wasseroberfläche. Ob man den Filtereinlauf (das Rohr oder den Schlauch VOM Filter) auf die Mitte der gegenüberliegenden Seite oder etwas mehr links oder rechts (mehr vorne oder hinten) richtet ist nicht so wichtig, da muß man die beste Stelle selber finden. (Im allgemeinen ist es vorteilhaft wenn der Filtereinlauf im hinteren Drittel ist und Richtung vorderes Drittel auf der gegenüberliegenden Seite gerichtet ist, beides Schmalseiten des Aquariums).
So entsteht unter der Wasseroberfläche eine Strömung vom „Einlauf” (Aquariumeinlauf) Richtung andere Aquariumschmalseite. Und da das Wasser irgend wohin muß ergibt es weiter unten im Becken eine entgegengesetzte Strömung - Richtung Filter-Ansaugrohr: Fertig! Hoffentlich ist das jetzt besser erklärt!
Wenn ich hier noch Zeichnugen anfertigen soll, dann würde ich nur noch vor der Kiste sitzen und könnte alle anderen Arbeiten vergessen. lachen-transp
Es ist allerdings noch etwas zu beachten. Das Wasser muß auch direkt an der Oberfläche etwas „kreiseln”. Damit meine ich, daß sich die Oberfläche selber drehen muß, es sollte keine Stellen völlig ohne Bewegung geben! Sollte sich ein noch so feiner Film (noch lange keine „Kahmhaut”) bilden so wird er durch die (leichte) kreiselnde Bewegung der Oberfäche immer wieder an dem  Einlauf vorbei getrieben und früher oder später zerrissen bzw. es bildet sich erst gar kein Film auf der Wasseroberfläche.

Beispiel: Ansaugrohr vom Aquarium zum Filter links hinten, Einlauf vom Filter ins Aquarium auch links hinten. Der Einlauf vom Filter ist auf die Mitte der rechten Scheibe gerichtet, knapp unter der Wasseroberfläche. Die Strömung geht in diesem Fall unter der Wasseroberfläche von links nach rechts, dann nach unten und im unteren Drittel wieder nach links zurück. Alle Schwebeteilchen werden so Richtung linke hintere Ecke an das Ansaugrohr vom Filter getrieben.
Warum genau das so ist weiß ich nicht - ich bin kein Physiker - aber es ist eben so. Vielleicht mal ein kleines Teil mit den Augen verfolgen (ausnahmsweise eine zu viel gefütterte Futterflocke). So kann man am besten sehen was die Strömung macht.

So, besser kann ich es nicht mehr erklären. Also bitte keine E-mails mehr schicken.

Obiges gilt natürlich nur für Außenfilter oder eben für Filter mit getrenntem Absaugrohr und Rücklauf ins Aquarium. Nur bei wenigen Innenfiltern kann man die Einlaufrichtung (zurück ins Aquarium) minimal ändern, die Ansaugstelle eigentlich überhaupt nicht. Vielleicht sollte man zu Innenfiltern sagen daß man - wenn man den  Filter in einer hinteren Ecke installiert hat - den Auslauf am besten in etwa auf die Mitte der gegenüber liegenden Schmalseite richten sollte.

Nachtrag März 2009: Es kann durchaus vorkommen, daß es bei stark bepflanzten größeren Becken vorteilhaft ist, den Ansaugkorb vom Filter weiter in die Mitte des Aquariums - möglichst hinten an der Rückscheibe, damit man ihn nicht sofort sehen kann - anzubringen, da hier möglicherweise aufgewirbelte Teilchen kreiseln und man nur so das Aquarium richtig klar bekommen kann. Ist zwar selten, hatte ich aber auch schon mal. Mein jetziges 160er macht da auch Schwierigkeiten. Das hängt mit den Terrassen und den vielen Pflanzen zusammen.

Nachtrag Nov. 2011:
Eckaquarien.

Da ich nie ein Eckaquarium besessen habe, kann ich dazu keine Ratschläge aus der Praxis geben. Theoretisch würde ich hinten in der Ecke absaugen und die Strömung unter der Wasseroberfläche Richtung Frontscheibe leiten, vielleicht zwei „Filtereinläufe” (vom Filter ins Aquarium), jeweils in einem etwas anderen Winkel zur Frontscheibe. Ob das aber richtig funktioniert weiß ich nicht. Halt selber ausprobieren. Es ist bei einem Eckaquarium auch nicht anders als bei allen Aquarien: Die Strömung sollte die im Wasser schwebenden Partikel an den Ansauger des Filters transportieren.  Ist doch eigentlich ganz einfach! lachen-transp

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Filterströmung zu stark:
Wenn die Pumpenleistung zu stark ist muß man sie reduzieren. Und da man ja nicht die Filterleistung, also die geförderte Wassermenge, sondern nur die Strömung drosseln will, nimmt man eine „Strömungsbremse”. Manche Aquarianer empfehlen ein T-Stück auf den Filtereinlauf zu stecken. Das ist ziemlich falsch, da dadurch die Strömung im Aquarium total durcheinander gerät und auf keinen Fall mehr am Ansaugrohr landet. Siehe auch „Filterströmungsrichtung”.

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Fischeier, muß der Laich von Fischen abgedunkelt werden?
Prinzipiell nein, er muß nicht! In älterer Literatur habe ich schon gelesen, daß man zuschauen könne wie die Eier von Neonsalmlern weiß werden, wenn man sie mit der Taschenlampe anleuchten würde. Das ist absoluter Unsinn! Zu Taschenlampen: Eines der wichtigsten Utensilien beim Fische züchten ist eine gute Taschenlampe. Im Laufe der Jahre, besser Jahrzehnte haben wir die verschiedensten Taschenlampen ausprobiert. Letztendlich bin ich bei einer echten Taucherlampe mit einer 50 Watt Halogenbirne gelandet. Damit die Akkus länger halten habe ich da später zwar „nur” eine 20 Watt Birne eingebaut, das ist aber immer noch sehr hell. So konnte man schnell sehen, ob die Fische gelaicht haben oder nicht. Wegen des Lichts sind nie Eier verpilzt oder weiß geworden.
(In der heutigen Zeit ist das mit den Taschenlampen bedeutend leichter: Momentan - 2012, ich habe sie schon länger - besitze ich eine Fenix TK 40 mit 630 Lumen. Diese Taschenlampe wird nur mit 8 1,5V  AA Akkus betrieben, ist gerade mal 20cm lang und hat trotzdem die Leuchtkraft eines 6V 55W Autoscheinwerfers!!!)
Es gab sogar eine Situation, die die Geschichte mit dem Licht und dem Eierverpilzen absolut ins Reich der Fabeln verbannt. Unser Zuchtraum hat ein ca. 2m breites Fenster genau nach Westen, da scheint im Sommer nachmittags die Sonne im rechten Winkel herein. Im Winter scheint sie nur schräg herein, logisch. Da habe ich ein mal im Gegenlicht ein ganzes 60er voll Neoneier wie kleine Bernsteinkugeln leuchten gesehen. (Neonsalmler habe ich meistens in Gruppen von gut 10 Fischen in 60ern - 60x30x30 - angesetzt, da war dann freilich der ganze Boden voll Eier). Das Aquarium war in der Mitte, auf der einen Seite schien die Sonne herein und auf der anderen Seite habe ich ins Aquarium geschaut. Einige wenige Eier sind natürlich verpilzt, das ist  immer so, aber nicht mehr als sonst auch. Übrigens: Die Sonne hat natürlich bei gutem Wetter jeden Tag in die Zuchtaquarien geschienen - auch wenn ich nicht auf der anderen Seite stand. lachen-transp
Es ist durchaus möglich, daß z.B. Neoneier früher empfindlicher waren als heutzutage, aber jedenfalls sind es die Eier der heutigen Stämme nicht mehr. Da ich in diesem Zuchtraum sehr viele verschiedene Fischarten gezüchtet habe und die Sonne natürlich nicht nur diese Neoneier angeschienen hat gilt obiges auch für andere Fische.

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Kahmhaut, was ist das und was macht man dagegen?Mueckenwanne_1_Woche_Kahmhaut_Th
Mueckenwanne_lauft_200Eine Kahmhaut entsteht durch fett- oder ölhaltigen Staub oder andere Substanzen die sich auf der Wasseroberfläche ablagern. Oder durch Bakterien - wenn ein System noch nicht oder eben allgemein nicht funktioniert. Danach richtet sich die Methode wie man dagegen vorgehen kann. Links eine frisch befüllte Wanne mit Heu zum anlocken von Stechmücken (Schwarze Mückenlarven). Hier kann man sehr deutlich eine dicke Kahmhaut sehen, die nach einer Woche - nachdem das System zu funktionieren angefangen hatte - von alleine wieder verschwunden ist, Foto rechts. Siehe auch Schwarze Mückenlarven. (Das auf dem Foto ist eher eine „Elefantenhaut”, eine „normale” Kahmhaut ist viel dünner und viel weniger auffällig, manchmal kann man sie nur schräg von unten oder oben erkennen. Es ist halt immer irgendein „Film” auf der Wasseroberfläche.)
Das ist also ein eindeutiges Beispiel für eine Schicht aus Bakterien in einem frischen noch nicht funktionierenden System. Diese Art Kahmhaut verschwindet immer von alleine. Verschwindet sie nicht innerhalb von 14 Tagen, so „ist der Wurm drin”. Dann muß kontrolliert werden was an dem Aquarium oder Weiher (im Norden heißt das Teich) oder eben Wasser-System nicht funktioniert oder besser was falsch gemacht worden ist.
Eine andere Kahmhaut - oder besser ein „Film” auf der Wasseroberfläche entsteht nicht durch Bakterien, sondern durch Staub. Ölhaltiger Staub z.B. durch Ölheizung (Einzelölofen) kann Ärger machen, speziell wenn das Aquarium nicht abgedeckt ist! Richtet man ein komplett neues Aquarium ein - das man nicht sorgfältig genug gereinigt hat - kann es auch zu einem Film auf der Wasseroberfläche kommen. Man kann auch eine Fettschicht auf der Wasseroberfläche bekommen, wenn man z.B. Rogen von Süßwasserfischen füttert. Oder zu viel Rinderherz. Oder mit etwas fettigen Händen im Aquarium hantiert. Aber wer macht das schon. zwinkern-transp_grau
Es gibt auch einen ganz dünnen Film auf der Wasseroberfläche. Den kann man oft nur sehen wenn man ganz schräg zur Wasseroberfläche ins Aquarium schaut - oder eben schräg von oben. Und auch weiß, was man sehen will! Der kann alle möglichen Ursachen haben und ist durchaus „normal”, wenn man ihn allerdings mit einem Topf abgeschöpft hat sollte er auch wegbleiben und ohne erneuten Grund nicht wiederkommen. Gründe für so einen „Film” kann z.B. eine Impfung mit viel Weiherschlamm oder auch einsetzen von neuen Pflanzen sein. Eventuell kommt er auch von flüssigen Düngemitteln oder Fetrilon. Durch übermäßige Düngung mit Fetrilon hatte ich auch schon mal einen hellgrünen feinen Film auf der Wasseroberfläche, nach einiger Zeit ist er von alleine wieder verschwunden. Wie gesagt, da gibt es alle möglichen Ursachen.

Man muß also zuerst feststellen woher die „Kahmhaut” kommt, durch was sie verursacht wurde oder immer noch wird.

Kahmhaut_entfernen_Topf_ThMan kann eine Kahmschicht mit einem Diffusor oder öfteres abschöpfen mit einem schräggehaltenen Topf entfernen. Der Topf wird vorsichtig und langsam so ins Aquarium getaucht, daß nur Wasser direkt von der Oberfläche - eben die Kahmhaut - in den Topf gelangen kann. Eventuell nur durch den „Schnabel”. Oder den Topf ziemlich senkrecht untertauchen und das Aquariumwasser über die Kante in den Topf laufen lassen, da bekommt man mehr Haut auf ein mal in den Topf. Ausprobieren!  Das macht man so lange bis keine Haut mehr da ist. Topf zwischendurchTopf_Algenkahmhaut-333 gut abspülen, damit keine Haut am Topf bleibt. Man kann natürlich auch eine Zeit lang einen Diffusor anschließen, die Oberflächenbewegung zerreißt die Schicht und spült sie ins Aquariumwasser. Dabei muß man aber bedenken daß die Kahmhaut dann zwar im Filter landet, aber immer noch im System bleibt. Abschöpfen ist somit letztlich besser. Macht aber viel mehr Arbeit. Und wenn die Kahmhaut immer wieder kommt, muss man sich letztlich eine andere Methode ausdenken. Ein Oberflächenabsauger geht natürlich auch, ist eine feine Sache, macht keine Arbeit und bläst im Gegensatz zum Diffusor keine Kohlensäure aus.
Rechts ein Topf mit Algenkahmhaut.

Man kann auch Küchenpapier auf die Oberfläche legen. Das Papier saugt die Kahmhaut auf. Bei Zeitungen, also bei bedrucktem Papier wäre ich aber vorsichtig. Schließlich hat man Ende der 70er auch Zeitungen gepreßt und in Zimmeröfen verbrannt -ich auch-, ehe man festgestellt hat, daß die Druckerschwärze gesundheitsschädlich ist. Inzwischen gibt auch kein Durchblicker mehr Zeitungspapier auf den Kompost! Und dann damit die Kahmhaut von der Wasseroberfläche aufsauen? Eher doch nicht!

Zusammenfassung:
Wenn man ein geschlossenes Aquarium hat, sollte es keine Kahmhaut geben, außer bei einem neu eingerichteten. Aber auch da sollte sie nach einer oder zwei, drei Wochen von alleine verschwinden. Eventuell einige Male mit Topf abschöpfen, oder zwischendurch Diffusor anbringen. Nicht dauernd, siehe Diffusor. Wenn eine Kahmhaut zum Dauerzustand wird, funktioniert das Aquarium nicht richtig!!
Ein funktionierendes System und eine Kahmhaut vertragen sich nicht!
Jede Bekämpfung der Kahmhaut ist dann eine Bekämpfung der Wirkung und keine Bekämpfung der Ursachen. Die Ursache abzustellen ist bedeutend wirkungsvoller und intelligenter! Immer!
Eventuell ca. 100ccm Weiherschlamm pro 100 Liter Wasser ins Aquarium gießen. Wenn man es umständlich haben will so kann man auch „Walderde” in Wasser aufgießen, abstehen lassen und das Wasser über der Erde ins Aquarium kippen. Die richtigen Bakterien sind überall vorhanden, im Weiherschlamm logischerweise mehr als im Straßenstaub. Selbstverständlich kann man auch die gleiche oder auch doppelte Menge Mulm aus einem guten Aquarium nehmen - oder beides! Keine Angst, das Wasser wird schon wieder klar - wahrscheinlich klarer als vorher. zwinkern-transp_neu

Nachtrag August 2016:
Da ich inzwischen zusätzliche Erfahrungen mit verschiedenen Sorten und Ursachen von Kahmhäuten gemacht habe - auch im Seewasser, sollte es eine eigene Seite über diese Übel geben.
Auch über Oberflächenabsauger, gute und einen weniger guten von Eheim. Das Gerät ist eher eine Garnelen- und Fischfalle denn ein Oberflächenabsauger.

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Laichen Fische im Gesellschaftsaquarium?
Wenn das Aquarium je nach Fischart mit Pflanzen oder anderen Ablaichgegenständen ausgestattet ist, dann laichen die Fische auch ab. Oft oder sogar meistens viel einfacher und eher als in einem Ansetzbecken! Es muß nicht ein mal die Leitfähigkeit genau auf die Fischart eingestellt sein. Das kann einen Züchter ganz schön nerven, wenn die Fische zwar regelmäßig im Aquarium, aber dann nicht im Ablaichbecken laichen! Je dichter der Pflanzendschungel ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, daß auch einige Jungfische durchkommen. Speziell der Nichtfachmann glaubt gerne, daß ablaichen gleich Fische züchten bedeutet. Das ist natürlich nicht so. Wenn Fische ablaichen ist es eine Sache, die Jungen dann auch aufziehen können die andere. Und zwar nicht nur einen oder zwei, sondern möglichst viele.
In unterbesetzten und sehr dicht bepflanzten Aquarien ist die Wahrscheinlichkeit, daß auch einige Jungfische überleben durchaus gegeben. Es sind in solchen Becken - so sie nicht penibel gereinigt werden - immer Kleinstlebewesen vorhanden, von denen sich die Jungen ernähren können. Eventuell Nachts mit einer stärkeren Taschenlampe ins Aquarium leuchten, speziell an die Scheiben. Da wird man sich möglicherweise wundern, was da alles herum fleucht. Allerdings werden solche ohne zusätzliches Futter aufgezogene „Nachzuchten” in den seltensten Fällen zu Prachtexemplaren heranwachsen. Siehe auch hier: „Die weitere Aufzucht der Jungfische”.

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Passen sich die Fische der Beckengröße an?
Es wird machmal behauptet, daß normalerweise groß werdende Fische sich der Beckengröße anpassen würden. Das ist absolut falsch. Genauso falsch ist der Rat kleine Skalare zu kaufen, da die sich der Beckengröße anpassen würden und die Wassermenge unwichtig sei.
Tatsache ist, daß es Untersuchungen gibt, die den sogenannten „Raumfaktor” ganz klar widerlegen. Siehe Buecher. Es geht hier zu weit das Buch erklären zu wollen. In der Praxis ist es so, daß ein Haiwels in einem 80er eben keinen Meter lang wird, er „paßt sich dem Aquarium an”, aber erst ab 20 oder 30cm. Also „viel zu spät”. Er wird also „nur” ca. 20 oder 30cm groß werden. Er paßt sich genaugenommen auch nicht dem Aquarium an, sondern der Menge der vorhandenen Hemmstoffe. Würde man das Haiwels-Aquarium an eine große Wassermenge anschließen oder die Hemmstoffe anderweitig verdünnen oder entfernen, würde er so lange weiter wachsen wie es seine Beweglichkeit erlauben würde. Das hat Meske mit Karpfen bewiesen. Ähnliche Erfahrungen habe ich selber auch  gemacht.
Mein Rat: Man sollte keine Fische kaufen von denen man weiß, daß sie ausgewachsen für das eigene Aquarium zu groß werden. Problematisch wird es erfahrungsgemäß auch immer mit Schleierschwänzen in relativ kleinen Aquarien. Oder größer werdenden Barschen. Selbst Schwertträger gehören nicht in ein 60er oder 80er.
Es gibt inzwischen eine eigene Seite über Hemmstoffe, das sind die Stoffe die das Wachstum der Fische „hemmen”.

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Torf - ist Torf im Aquarium von Vorteil?
Im Prinzip eher nein als ja.
Wenn man Fische züchten will, kann man mit Torf sehr gut das Zuchtwasser ansäuern, dafür ist Torf das beste Mittel. Viel besser als Erlenzapfen, Eichenrindenextrakt (meistens Phosphorsäure) und ähnliche Dinge.
Wenn man fortgeschrittener Aquarianer ist und ein „Schwarzwasseraquarium” haben will ist Torf auch gut. In dem braunstichigen Wasser haben manche Fische bedeutend bessere Farben und sie fühlen sich da auch sichtlich wohler als in „hellem” Wasser - vielleicht noch mit weißem Sand! (Dazu gehören viele Salmler, Kirschflecksalmler, Rotkopfsalmler, Schwarze und Rote Phantom, alle Nannostomusarten, Rote Neon, Beilbäuche, viele oder besser alle Apistogrammaarten, Schachbrettcichliden, asiatische Weichwasserbärblinge u. ä.). Allerdings wird man dann normalerweise Probleme mit dem Pflanzenwuchs bekommen. Jedenfalls werden sie nicht mehr so gut wachsen wie ohne Torf, ausgenommen ev. einige Cryptocorynen. Ein alter Hase wird das möglicherweise trotzdem in den Griff bekommen, ein Anfänger wohl kaum. Nebenbei ist für mich so ein „Schwarzwasserbecken” das absolute Aquarium, es ist aber nicht ganz einfach im Betrieb. Der Anblick rechtfertigt aber die Mühe!
Wenn man gerne experimentiert kann man auf dem Boden des Aquariums unter den Kies Torfplatten legen. Wenn man das an den richtigen Stellen tut und die Torfplatten von größeren Pflanzen (Echinodoren) gut durchwurzelt werden kann das durchaus positiv sein, die Wurzeln dieser Pflanzen sind dann schneeweiß. Wenn die Torfplatten an der falschen Stelle liegen und nicht durchwurzelt werden können die Platten zum faulen anfangen. Ich hatte sowohl als auch!
Manche Importeure lassen ihr Auffangwasser für empfindliche Importfische die mit weichem und saurem Wasser ankommen auch über große Torffilter laufen. Interessanterweise gehören da Prachtguppies aus Indonesien dazu (2007).
Anlage_Zuchtraum_VA-Regal_1_ThDie runde Tonne auf dem Bild links in der Mitte war (oder ist, ich habe ihn ja noch) mein Torffilter oder meine „Torfbombe”, gefüllt mit knapp 4 Säcken Torfgranulat! Interessanterweise säuert Torfgranulat auch noch an, wenn es überhaupt keine Farbe mehr abgibt. Selbstverständlich ausprobiert, ich hatte längere Zeit ein 20er Plexirohr mit 120cm Länge als Torffilter zum Zuchtwasser ansäuern, das war mit Torfgranulat gefüllt. Das Granulat hat noch angesäuert, obwohl das auslaufende Wasser fast glasklar war.

Zusammenfassung:
Für den „normalen” Aquarianer hat Torf im Aquarium keinerlei Vorteile. Manchmal wird empfohlen Torf für besseren Pflanzenwuchs zu verwenden, er bewirkt aber genau das Gegenteil. In einem Aquarium mit Torfwasser wachsen Pflanzen immer schlechter als in einem Vergleichsbecken ohne Torf.
Ob das am veränderten Lichtspektrum und der reduzierten Helligkeit liegt oder am Torf selber weiß ich nicht, es ist aber so.
Früher hat man im Gartenbau viel Torf verwendet und ihm bessere Wurzelbildung zugeschrieben, zu Recht. Seitdem der Torfabbau aber „etwas unter Naturschutz” steht und die Verwendung von Torf verpönt ist hat der Torf keine so positiven Wirkungen mehr. Eigenartig!

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Torf gegen Algen im Gartenteich
Man kann öfter lesen, daß man gegen Algen im Gartenteich Torf nehmen soll. Dazu ist folgendes zu sagen. Der Kommerz (mit Kommerz ist Handel und Industrie gemeint, der ganze verkaufende Verein eben) dreht es gerne so wie er es braucht - will man den Aquarianern Torf verkaufen, so ist er gut für den Pflanzenwuchs, geht es um die Besitzer eines Gartenteiches so ist er gegen Algen gut. Algen und Pflanzen sind aber leider sehr ähnlich. Und es gibt in der Praxis kein Mittel, was die Einen umbringt und den Anderen nützt! Außer vielleicht Glutaraldehyde. Siehe dort.
Aus meiner Jugend kenne ich einen Torfstich im Allgäu, in dem es früher sehr wohl Algen gab, trotz ca. 30 µS. Ein anderes Beispiel ist die runde Torftonne (Bild oben). Obwohl die Tonne nur mit Wasser von 10 - 30 µS in Berührung kommt und da konzentriertes Torfwasser drin ist, bilden sich unten an der Innenwand unter dem Gitter - die Torftonne ist so ähnlich aufgebaut wie ein alter Eheimfilter - Algen, schöne grüne Algen! Zwar ist es da manchmal recht hell, weil die Sonne auf die Tonne scheinen kann - aber bekanntlich scheint sie auch manchmal in den Gartenteich.

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Was mache ich mit meinem Aquarium im Urlaub?
Wir wurden oft gefragt, was man denn mit dem Aquarium im Urlaub machen soll.
Die kürzeste Antwort ist eigentlich: Gar nichts. Einfach alles so lassen wie es ist.
Aber im Ernst: Wenn das Aquarium gut funktioniert, nicht überbesetzt ist, die Fische einigermaßen ausgewachsen sind, sich nicht nur vertragen, weil die größeren nur deshalb friedlich sind weil sie sich vor lauter vollgefressen sein nicht mehr bewegen können, dann schadet eine 14-tägige teilweise Fastenkur nicht. „Teilweise Fastenkur” deshalb, weil die Fische in einem „guten Aquarium” immer etwas fressbares finden können! Sie werden sich bei der Rückkehr nur wundern, wie kristallklar ihr Aquariumwasser geworden ist. Wenn Sie unbedingt wollen, dann installieren Sie einen Futterautomaten, es geht aber auch ohne. „Urlaubsfutter” können Sie vergessen. Es schadet aber auch meistens nicht, wenn sie also unbedingt wollen - bitte sehr. Schalten Sie die Beleuchtung mit einer Zeitschaltuhr und fertig. Eventuell vorhandene Co2-Anlagen, sofern sie vorher monatelang einwandfrei funktioniert haben und eine Nachtabschaltung haben, können weiter laufen. Wenn Sie aber alle paar Tage herumstellen mussten, dann ist es besser sie auszuschalten. Überhaupt werden die Pflanzen nicht gleich eingehen, wenn sie 14 Tage keine zusätzliche Kohlensäure bekommen.
Wir hatten in München auch ein Privataquarium in der Wohnung und sind jedes Jahr 14 Tage weggefahren. Den Laden hat in dieser Zeit ein Bekannter überwacht. Überwacht deshalb, weil seine wichtigste Aufgabe darin bestand darauf zu achten, daß der Kompressor und die restliche Technik einwandfrei funktioniert. Zum füttern der Fische hat er eine große TetraMin Dose gekommen. Dazu eine Anleitung, wie viel er in etwa wo füttern solle. Bei jeder Rückkehr hatte er zu viel gefüttert, ich habe ihn dann gebeten bei meinem Privataquarium nur noch nach der Technik zu sehen. Jedoch - bitte bitte - nicht zu füttern. Der Bekannte war natürlich auch Aquarianer!  lachen-transp

Nachtrag März 2012
Leider muß ich obige Aussage revidieren:
Zwar stimmt es, daß die Fische in meinem damaligen „Privataquarium” 14 Tage nicht gefüttert wurden und es natürlich auch keine Probleme dadurch gegeben hat. Aber das war ein sehr gut funktionierendes und unterbesetztes Aquarium. Auch habe ich diesen Ratschlag im Laden mehreren oder besser vielen Leuten gegeben, deren Aquarien habe ich aber alle gekannt! Die Becken der meisten „normalen” Aquarianer sind heute eher mehr oder weniger überbesetzt und funktionieren nicht unbedingt wirklich gut. Jedenfalls ist das mein Eindruck, wenn ich mich mal wieder im Internet „umgehört” habe.
Also: Sollte Jemand nicht sicher sein, daß seinen Fischen eine 14-tägige teilweise Fastenkur nicht schadet und er nicht unbedingt zu den richtig fortgeschrittenen Aquarianern gehört, so möge er sich doch bitte einen Futterautomaten kaufen.
Die sind inzwischen so billig, daß ich eigentlich den ganzen obigen Absatz löschen könnte. zwinkern-transp_blau

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Wieviel füttern?
Es gibt eine extra Seite darüber, wie viel man füttern soll. Schauen Sie bitte da und lesen Sie diese Seite bitte durch. Meiner Meinung nach ist es mit die wichtigste Seite der ganzen Homepage.  Wieviel füttern.

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Wie oft muß ich den Filter reinigen?
Das kommt darauf an.
Wenn man sehr viele Fische hält, dann muß der Filter öfter gereinigt werden als nur bei geringem Besatz. Logisch. Eine genaue Zeit zu sagen ist unmöglich. Wenn der Filter verstopft ist und nichts mehr herauskommt, ist es zu spät gewesen. Früher gab es von Tunze® Außenfilter mit einem Topf, den man sehr einfach und schnell herausnehmenSpletts_Aussenfilter_Behaelter_schraeg_Th konnte, da konnte man öfter den Filter wechseln. Ähnlich funktionieren meine Außenfilter, nur sind die „Töpfe” größer. Wenn auch speziell größer dimensionierte Filter eine längere Standzeit haben, so muß man doch bedenken, daß sich im Filter Mikroorganismen oder chemische Verbindungen ansammeln, die z.B. das Wachstum der Fische hemmen. Was da alles genau passier ist weitgehend unbekannt. (Ich meine hier natürlich nicht den „normalen” Abbau zu Nitrat, darüber hat ja wohl inzwischen jeder schon mal was gelesen). Es ist also schon aus diesen Gründen anzuraten, den Filter vielleicht nach 2 (zwei) Monaten oder so zu reinigen.
Das mit dem Filter reinigen ist eine Gummigeschichte. Das hängt ganz gewaltig vom Aquarium ab! Man kann in unterbesetzten Becken mit gutem Pflanzenwuchs den Filter auch ein oder zwei Jahre laufen lassen, wenn er denn richtig gepackt ist. Das habe ich auch schon gemacht. Es kommt halt tatsächlich auf das Aquarium an.
Einem ganz „normalem Aquarianer” könnte man vielleicht den Rat geben, den Filter alle 1 - 3 Monate zu reinigen. Sollte er vorher verstopft sein, eben früher. Möglicherweise könnte der Filter dann aber auch falsch oder mit den falschen Filtermaterialien gepackt sein, oder ganz einfach zu klein sein. 
Man hört immer wieder, daß man den Filter auf gar keinen Fall völlig reinigen soll - und schon gar nicht parallel zum Wasserwechsel. Das halte ich für übertrieben oder sogar für ein Gerücht. Wenn man das Filtersubstrat mit normalem Wasser (nicht in der Waschmaschine) spült, dann werden sich in dem neu gepackten Filter sofort wieder genug Bakterien ansiedeln. Deswegen bricht kein Aquarium zusammen, außer es war schon vor dem Filterwechsel an der Grenze.
In unserem Münchner Geschäft waren alle Aquarien im Vorderraum mit herausnehmbaren Filter-Töpfen ausgestattet. Da habe ich meistens parallel zum Wasserwechsel die dreckigen Filtertöpfe ausgehängt und austropfen lassen, ausgekippt und mit neuer Perlonwatte gefüllt. Selbstverständlich hat es nie Probleme gegeben  -  sonst hätte ich es ja wohl nur einige Male und nicht immer wieder gemacht!
Hier in unserer Aquarienanlage wurde zwar meistens nur ein Teil Wasser gewechselt. Wenn aber ein Aquarium verkauft war oder auch beim kompletten Umsetzen des Aquarienbesatzes wurde der Filter gereinigt und zugleich auch das ganze Wasser gewechselt. In diese leeren Aquarien mit soeben gereinigtem Filter kamen meistens sofort andere Fische hinein - wir hatten immer wenig Platz. Die wurden auch sofort weiter gefüttert. Die Aquarien hatten keinen Kies, nur blanken Glasboden. Das haben wir tausende Male gemacht! Es sind dabei nie Fische zu Schaden gekommen!

Grosse_Schaumpatrone_ThBei der Filterreinigung wurden die Schaumstoff-Patronen - siehe Foto links - auf den Boden gelegt/geworfen. Dann wurden sie mit dem Schlauch abgespritzt und es wurde mit den Füßen darauf herumgetrampelt. Anschließend wurde mit vollem Schlauchdruck - damals tatsächlich 7-8 bar - in die Bohrung gespritzt und nochmals getrampelt. Da ich von Haus aus ein neugieriger Mensch bin, habe ich mal eine Patrone aufgeschnitten und festgestellt, daß es zwischen Außenwand und Bohrung eine schmale Zone gab, die trotz sorgfältiger Reinigung nie richtig sauber wurde.
Allerdings hatten wir zum Wasserwechsel bereits in unserem Münchner Zoogeschäft abgestandenes Wasser. Wir hatten da in der Toilette einen vor Ort geschweißten heizbaren VA-Behälter mit ca. 700 Litern, der in 2m Höhe auf Trägern befestigt war. Man konnte also noch darunter hindurch aufs Örtchen gehen. Hier in Grünenbaindt waren immer 6000 Liter „Einheits-Wasser” zum wechseln vorhanden. Zuchtansetzwasser nochmals einige tausend Liter. Diese Tanks haben uns sehr viel Platz weggenommen, aber ich mag eben kein frisches Leitungswasser! Und auch keine Aufbereitungsmittel! Der riesengroße Vorteil von abgestandenem Wasser ist der, daß man im Ernstfall das ganze Aquarium bis auf einige Zentimeter wechseln kann, es passiert nichts. Ich würde jedem ernsthaften Aquarianer mit Zuchtambitionen einen kleinen Tank oder eine größere Tonne empfehlen. Platz gibt es - fast - immer.
Es ist nur eine Frage der Prioritäten - wie alles und immer!
Wenn jetzt ein normaler Anfänger meint, daß er kein Wasser direkt aus der Leitung nehmen darf, so ist es nicht, siehe wie Wasser wechseln.

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Letztes Update:  August 2016
 

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