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Allgemeines über Zierfische

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Allgemeine Bemerkungen über Zierfische
 

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Diese Seiten sind Erfahrungen aus vielen Jahren - oder besser Jahrzehnten - die ich mit diesen Fischarten gemacht habe.

Sollte ein Name nicht mehr stimmen oder falsch geschrieben sein, kann man mich berichtigen. Soo wichtig sind mir die richtigen Namen aber nicht mehr - sie haben sich in den Jahren zu oft geändert. Und die Zeiten, wo wir - mehrere Zoohändler und Aquarianer - stundenlang über den richtigen Namen oder die Endgröße eines Fisches diskutiert haben, sind schon lange vorbei. Ich trauere ihnen nicht nach!

Diese Seiten mit den Fischen werden wohl nie voll werden!
Da ich nur wenige alte Fotos habe, müßte ich neue machen. Das erfordert viel Aufwand und ich habe momentan nicht die richtigen eigenen Fische zum fotografieren. So wird es hier nicht viele Fotos geben.
Die bis jetzt verwendeten Fotos sind alle sehr alt und entsprechend schlecht. Ich bitte die schlechte Qualität zu entschuldigen.

 

Fischeinkauf
Über die Empfindlichkeit der Fische
Fische für Anfänger
Die Fische müssen zusammenpassen
Die weitere Entwicklung der Fische
Das Verhalten der Fische in den verschiedenen Aquarien
Gute Fische und schlecht Fische

 

Aquarienatlas_1_Umschlag_vorne_ThEin sehr gutes Buch über Fische ist der Mergus Aquarienatlas Nr. 1.

Es werden hier auch Technik und Pflanzen beschrieben. Es ist wahrscheinlich das preiswerteste Allroundbuch über Fische.
Auch wenn die Pflanzen nicht komplett sind, die Fische sind sehr ausführlich beschrieben.











Aquarienatlas_1_Inhalt_600

 


 

An den Anfang dieser Fischseiten das wichtigste über Zierfische:
Fischeinkauf
Man sollte auf gar keinen Fall schlechte Fische kaufen und beim Fischeinkauf knausern!
Es ist letztlich nicht so wichtig, ob ein Fisch einen halben Euro mehr oder weniger kostet, selbst wenn man 100 Fische in seinem Aquarium hat - und das sind schon ziemlich viele - so wären das gerade mal 50 €. Zwar ist das natürlich für manchen viel Geld, dafür muß man aber teure Medikamente kaufen, hat Ärger, tote Fische und wenn man dann die tatsächlichen Kosten für die verbliebenen Fische ausrechnet, so waren sie letztlich mehr als nur einen halben Euro teurer!

Das soll nun nicht heißen, daß die teureren Fische garantiert besser sind - aber die billigsten sind meistens auch die schlechtesten. Hat die jahrzehntelange Erfahrung gezeigt!
Daher ein ganz wichtiger Rat: Gehen Sie nur zu einem soliden Zoohändler und in ein sauberes Geschäft mit sauberen Aquarien. Woran man einen guten oder schlechten Zoohändler erkennt steht unter Fischeinkauf in „Meine-Aquaristik”.
Wenn Ihnen der Zoohändler bei kleinen oder auch etwas größeren Skalaren „ein Paar” verkaufen will, gehen Sie wieder, er lügt oder hat keine Ahnung. Genauso ist es mit „Babyantennies”. Wenn der Händler im 21. Jahrhundert  immer noch Haibarben und Haiwelse verkauft und womöglich noch erklärt, daß die Fische sich dem Aquarium anpassen würden, so ist er zumindest suspekt und es stimmen mit Sicherheit andere Dinge auch nicht. Als Zoohändler habe ich ziemlich heftigen Zoff mit einem Spezikunden bekommen, weil er eine fast 30cm !!! große Haibarbe samt 70cm !! Schrank-Aquarium einem Anfänger ohne Ahnung verscheuert hat. Ich habe ihn einen Grattler genannt und hatte einen Kunden weniger.
Nebenbei: Daß für die „normale Aquaristik” zu groß werdende Fische immer noch verkauft werden ist nicht nur die Schuld der Händler, sondern auch die der Aquarianer! Wenn kein Bedarf da wäre, gäbe es bald auch kein Angebot mehr! Damit meine ich nicht nur besagte Haibarben und Haiwelse (der Name „Hai” ist anscheinend unwiderstehlich), sondern genauso auch einige andere Welse und Barsche, die für ein Wohnzimmeraquarium viel zu groß werden. Als Zoohändler habe ich einem befreundeten Importeur ein mal vorgeworfen, daß damals oft verkaufte Plecostomus eigentlich viel zu groß werden würden. Seine lakonische Antwort: „Wie viele bekommst Du denn so in der Woche zurück?” (Er meinte zu groß gewordene.) Ich habe damals sehr wenig zurückbekommen (wir haben sie auch nicht verkauft), die Aquarianer haben sie wohl ins Klo entsorgt, eine äußerst fiese Methode!

Etwas über Fischbörsen.
Hier in der Gegend gibt es einen sehr großen Aquarienverein - er hatte mal knapp 1000 (eintausend) Mitglieder und war angeblich einer der größten - oder der größte - von Deutschland. Diese Börsen habe ich öfter besucht und da auch Zuchtfische gekauft. Das Angebot war recht unterschiedlich. Zum einen war da ein ehemaliger verkrachter Zoohändler, der gekaufte Fische angeboten hat. Das war allgemein bekannt und für einen Profi auch zu erkennen. So etwas ist zwar offiziell verboten, wurde aber toleriert, weil die Börse ohne diesen Menschen noch trauriger gewesen wäre. Andererseits waren aber auch richtig gute Aquarianer vertreten, wenn auch wenige.
Was mich an diesen Börsen immer gestört hat ist die Arroganz mancher Privatzüchter. Einerseits schimpfen sie mit bösen Worten über alle Zoohändler und bieten andererseits Fische in einer Qualität an, mit der mich meine Kunden in die Wüste geschickt hätten! Das sind die einen, zum Glück gibt es da noch einige wenige Andere. Mit diesen Anderen bin ich immer gut ausgekommen.

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Über die Empfindlichkeit der Fische
Mancher mag sich vielleicht wundern, daß ich Fische als empfindlich bezeichne, die er als hart im nehmen erlebt hat - oder umgekehrt. Das kommt einerseits daher, daß es unter den Fischen natürlich verschieden robuste Stämme gibt. Hauptsächlich ist es aber so, daß die Fische bei den verschiedenen Händlern oder in den verschiedenen Stationen, die sie nach ihrer Ankunft in Deutschland durchlaufen, verschieden empfindlich sind. Das heißt nichts anderes, als daß die Fische nicht überall gleich reagieren. Ein sehr gutes Beispiel dafür sind Prachtschmerlen: Sie sind - oder waren es jedenfalls in den 70er bis 90er-Jahren - für den Importeur nach der Ankunft eigentlich immer Sorgenkinder und absolute Ichtio-Kandidaten. Richtig eingewöhnt sind sie aber später bei den Aquarianern durchaus als robust zu bezeichnen. Ähnlich ist es mit Südamerikaimporte wie Corydoras und auch anderen Welsen. Diese Fische kommen oft ziemlich verhungert an, sie sind aber bei den Aquarianern dann alles recht stabile Fische. Da gäbe es noch mehr Beispiele. So ist es durchaus möglich, daß der Importeur oder Großhändler z.B. Trichogaster leeri als empfindlich einstuft, die meisten Aquarianer die selben Fische aber als eher umempfindlich bezeichnen. Ich habe zwar mit den meisten Fischen ziemlich viel Erfahrungen in verschiedenen „Stationen”, deshalb muß meine Einschätzung aber nicht unbedingt stimmen. Lebewesen sind eben nicht alle gleich! Das gilt auch für „kleine Fische”!

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Fische für Anfänger
Das größte Problem für Anfänger ist neben der Fütterung - meiner Meinung nach - die richtige Wahl der Fischarten.
Hier wird bereits festgelegt, ob das Aquarium länger oder kürzer in der Wohnung bleiben wird. Natürlich hängt das auch von der allgemeinen Einstellung des Besitzers ab. Aber selbst Menschen, die ihren Garten am liebsten zubetonieren würden, um nicht mehr Rasen mähen zu müssen, behalten ihr Aquarium Jahrzehnte lang - wenn es ohne viel Aufwand funktioniert. „Das Aquarium des Verwandten” ist so ein Fall. Ob das „richtige Aquarianer” sind, ist natürlich Ansichtssache - jedenfalls „haben sie ein Aquarium”.
Da das erste Aquarium heutzutage meistens ein 60e-Set ist, kommen für den Erstbesatz nur „klein bleibende” Fische in Frage. Beinahe hätte ich „kleine” Fische geschrieben. Die Handelsgröße der Fische ist aber „eher klein” und auf gar keinen Fall „ausgewachsen”. Das ist keine Spitzfindigkeit, sondern in der Praxis wichtig.
Der Händler sollte also den neuen Aquarianer auf die Endgröße der Fische hinweisen.

Eine kleine Aufstellung geeigneter Anfängerfische:
Alle Platyarten, Guppys, hier speziell Wildformen wie Endler-Guppies, da sie meistens stabiler und auch kleiner sind. Man kann die Gesundheit von Lebendgebärenden eigentlich recht einfach feststellen: Hauptsächlich die Weibchen müssen richtig dick sein, die Fische dürfen nicht schaukeln oder die Flossen klemmen. Natürlich dürfen sie auch keine Flecken auf den Schuppen oder ausgefranste Flossen haben. Wenn sie dann noch munter durch die Gegend schwimmen ist alles ok.
Alle klein bleibenden Salmler, wie Neonsalmler, (Rote Neonsalmler - da meistens Wildfänge - eher etwas später, außer es sind richtig gut eingewöhne stabile Fische, dann muß man dem Verkäufer aber glauben können, da ein Anfänger es nicht beurteilen kann), Glühlichtsalmler, Rote von Rio (sind alt nicht mehr so schön), Schwarze Phantomsalmler (wenn gesund und stabil, einer meiner Lieblingsfische), Schmucksalmler (wird für ein 60er schon zu groß), Nannostomus beckfordi (aripirangensis), die anderen Arten sind eher für später. Trauermantelsamler (wird für ein 60er auch zu groß und ist ausgewachsen nicht mehr so schön schwarz, sondern grau und blaß), Kardinalfische und Zebrabarben (zwei sehr empfehlenswerte Arten, eigentlich DIE Anfängerfische überhaupt, immer munter und völlig unempfindlich. Trotzdem darauf achten wohlgenährte Fische zu kaufen). Eventuell kleinere Barben wie Kirschbarben (Titteyabarben) oder Eilandbarben (das sind beides schöne friedliche kleine Barben), eventuell Fünfgürtelbarben (eher ab einem 80er).

Fische, die für Anfänger nicht oder nur bedingt geeignet sind
Schwerträger; sie werden nicht nur zu groß, sondern die Männchen sind untereinander sehr unverträglich. Selbstverständlich alle Skalare, sie werden ganz einfach zu groß (sie passen sich nicht der Beckengröße an, siehe hier). Die beliebten „Königscichliden” in allen Arten (sie sind für ein 60er nicht nur zu groß, sie brauchen auch selber mehr Platz, womöglich fangen sie noch zum laichen an - dann brauchen sie das 60er, oder besser ein größeres Aquarium für sich alleine -  also erst später). Alle größeren Labyrinthfische wie Mosaikfadenfische, alle Trichogasterarten (zu groß), Colisa lalia, Zwergfadenfisch, alle Farbformen (zu empfindlich und eigentlich gar kein „Zwerg”). Genaugenommen sind alle Labyrinthfische für Anfänger zu empfindlich, außer Makropoden, sie sind sehr interessant, benötigen aber mindestens ein extra 60er, eher größer, also später für den Interessierten empfehlenswert. Alle Regenbogenfische (die größeren Arten werden zu groß und die kleineren sind meistens zu empfindlich), alle größer werdenden Barben wie Sumatra-, Pracht-, Rubin-, Purpurkopfbarben.
Haibarben und Haiwelse sowieso nicht, die gehören nicht in den Handel!
Aber wie so oft ist da nicht nur der Handel alleine schuld, sondern auch der „Verbraucher”: Wenn kein Bedarf da wäre, könnte man sie nicht verkaufen. Der „Bedarf” sind in diesem Fall die Aquarianer, die ganz wild auf alles sind was die Bezeichnung „Hai” trägt.

Auf keinen Fall für Anfänger geeignet sind z.B. Elefanten-Rüsselfische (Gnathonemus petersii), das sind hochinteressante Fische, für deren Pflege man nicht nur Fortgeschrittener, sondern besser schon ein richtig guter Aquarianer sein sollte.

Diese Bemerkung deshalb, weil ein Eintrag im Gästebuch meinte mit Gnathonemus anfangen zu müssen, eigentlich dachte ich, daß solche Fische für Anfänger sowieso tabu sind. Warum eigentlich? Habe gerade im Mergus Aquariumatlas 1 nachgesehen, da steht, daß diese Fische zwar bis 23cm groß werden, daß man sie aber ab Beckenlänge 80cm halten kann. Das ist  viel zu klein! Und von etwas schwierig zu halten oder höhere Ansprüche an den Pfleger steht nichts! Finde ich nicht so gut.
Erklärung, warum ich Fische die einerseits ziemlich hart im nehmen sind, andererseits aber als „schwierig” bezeichne. Gnathonemus „sterben” zwar nicht so schnell - wenn sie aber wirklich „leben” sollen benötigen sie ein speziell eingerichtetes Aquarium mit dunklen Stellen und weichem Untergrund, Pflanzendickicht und „Gestrüpp”, aber auch freie Flächen. Es ist also wieder ein mal ein Unterschied, ob etwas „geht” oder „nicht geht”! Oder: Alles ist Ansichtssache - nur sind Fische im allgemeinen und speziell diese und ähnliche Fische für mich viel „zu schade”, um in irgendeinem Anfängerbecken dahin zu vegetieren! Gnathonemus sind ausgesprochen sympatisch und sehr interessant - aber bitte nur für Fachleute - und große Aquarien.

Dies Aufzählung ist natürlich nicht vollzählig!

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Die Fische müssen zusammenpassen
Daß die Fische in der Endgröße der Größe des Aquariums angepaßt sein müssen, habe ich im vorigen Absatz erklärt. Es ist aber auch sehr wichtig, daß die vergesellschafteten Fische überhaupt zusammenpassen. Damit meine ich nicht Härte oder pH-Wert. Das ist in der Praxis nicht soo wichtig. Der größte Teil der angebotenen Fische kommt aus Züchtereien mit völlig anderen Wasserwerten als an den Originalfundorten. Daher ist die Einordnung der Fische nach Härtegraden heutzutage nur etwas für Schreibtischtäter - die Realität sieht anders aus. Beispiel: Unsere Lebendgebärende sind im selben Wasser aufgewachsen wie Rote Neon- oder Kongosalmler. Importierte Prachtguppy aus Israel kommen aus sehr salzigem Wasser, 1000 - 2000 µS - oder noch mehr - sind da normal. Prachtguppy aus Indonesien dagegen kommen mitunter aus sehr weichem und saurem Wasser, da säuern manche Importeure das Wasser extra an - für Guppies! Den Fischen kann man das nicht ansehen. Wozu soll man sie später wieder in Wasserwerte setzen, aus denen sie eigentlich nie gekommen sind? Viel wichtiger ist, daß sie im Charakter oder eben im Verhalten harmonieren. Wenn kleine Salmler oder Barben im Schwarm schwimmen, weil sie ewig gejagt werden, hat der Aquarianer etwas falsch gemacht. Wenn die Skalare nur deshalb keine Neonsalmler fressen, weil sie vor lauter vollgefressen sein keine mehr herunterbringen würden, hat er auch was falsch gemacht. Es ist also immer der Aquarianer schuld - und nie die Fische! Gilt immer!
Aus diesem Grund werde ich auf den Seiten über die Fischarten zwar eventuell grobe Fundortangaben machen, z.B. ob ein Fisch aus Afrika oder Südamerika kommt, aber spezielle Empfehlungen über Wasserwerte werden selten sein. Es ist mir wichtiger wie sich die einzelnen Fische normalerweise im Aquarium verhalten. Selbstverständlich gibt es immer noch anspruchsvollere Fische, welche spezielles Wasser benötigen oder bevorzugen, wie z.B. einige Zwergcichliden, spezielle Bettas oder Wildfänge von Barben oder Salmlern. Diese Fische sind aber im ganzen gesehen eher selten. Selbst viele Salmler kann man heute in „etwas härterem” Wasser nachzüchten. Damit meine ich Leitfähigkeiten von durchaus 200µS und mehr. Das gilt sogar für Diskus. Und die waren vor Jahren wohl der Hauptgrund für die ganze Wasserpanscherei!

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Die weitere Entwicklung der Fische
Wichtig erscheint mir auch darauf hinzuweisen, daß manche oder eher viele Fische sich im Laufe ihres Lebens verändern; und zwar meistens negativ. Trauermantelsalmer sind als junge Fische schön schwarz, aktiv und klein. Als ausgewachsene Fische sind sie blaß, locker 5cm „lang”, genauso hoch und äußerst langweilig. Das gleiche gilt für viele Barben und andere Fische.

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Das Verhalten der Fische in den verschiedenen Aquarien
Das Verhalten der Fische in verschieden großen Aquarien ist durchaus nicht identisch. Es ist auch nicht egal, ob von einer Art 5, 10 oder 50 Fische in einem Aquarium sitzen.
Beispiele: Ein 150er voller Raufbolde (also irgend eine etwas aggressivere Barschart; ich habe absichtlich keine direkte Art genannt, es ist sowieso - fast - bei allen gleich) ist ein „friedliches Aquarium”, da passiert nichts. Es sind zu viele Fische drin! Sollte dazwischen ein aggressiveres Männchen sitzen, so muß es zu viele Artgenossen verprügeln. Es ist dauernd damit beschäftigt, während die Geprügelten immer andere Fische sind - es macht ihnen somit nichts aus. Es ist keiner dabei, der „Dauerprügel” bekommt. Also gibt es der aggressive Fisch irgendwann auf und wird auch friedlicher - oder ganz einfach müder! Vereinfacht - das Aquarium ist „friedlich”. Natürlich haben die Fische in so einem Aquarium kein normales Verhalten, sie haben gar keins - sie schwimmen halt herum.
Nimmt man das selbe Aquarium, aber nur 10 Barsche der gleichen Art, so ändert sich das insofern, als daß die Geprügelten dann immer die gleichen sind und über kurz oder lang im Fischhimmel landen. Wenn man in einem solchem Fall den Besatz richtig wählt, so spielt sich eine gewisse Rangordnung ein. Die schwächeren werden nicht mehr verprügelt, sondern nur noch verscheucht. Sie werden sich irgendwann nur in ungefährlichen Bereichen bewegen und das Aquarium ist auch wieder „friedlich”. Hat man da die richtige Art, die richtige Aquariumgröße und das richtige Verhältnis von Männchen und Weibchen, so funktioniert das - fast - immer. Wenn sich jemand über das ewige - fast - wundert, es muß eben nicht immer so sein. Nur meistens. Außerdem braucht man für solche „Zusammenstellungen” Fingerspitzengefühl und Erfahrung. Bei einem 0815-Aquarianer wird das sowieso nicht funktionieren. Da sind aber dann logischerweise die Fische schuld.
So kann es auch paradoxerweise passieren, daß sich viele Fische in einem kleinen Aquarium besser vertragen als weniger in einem größeren. Der Grund ist der, daß sie sich in dem kleinen Aquarium nicht wohl fühlen und somit nicht ihr arteigenes Verhalten zeigen. Sie leben in dem kleinen Aquarium nicht wirklich, sie versuchen zu überleben und haben keinen eigenen „Charakter”. Bei den Menschen ist es manchmal ähnlich Natürlich nicht in einem Aquarium, sondern z.B. bei der Arbeit oder eben im sozialen Zusammenleben.  lachen-grau
Als nächstes sind Fische in einem Aquarium, welches möglichst nahe an ihre natürlichen Ansprüche herankommt, bedeutend farbiger, lebhafter und interessanter zu beobachten. Bei den „natürlichen Ansprüchen” liegen die Wasserwerte nicht unbedingt an erster Stelle. Die Größe, die Einrichtung und Bepflanzung des Aquariums sind genauso wichtig - wenn nicht wichtiger. Das mit den Wasserwerten gilt allerdings nur für Oberbayern und Schwaben, da beträgt die Härte um 14-16° mit einer Leitfähigkeit um 500 µS +- und einem pH-Wert um und unter 7. So ein Wasser ist durchaus ein „gutes” Fischwasser. Mit Wasserwerten über 20° DH habe ich keine eigenen Erfahrungen, nur mit niedrigeren. Wenn manche Aquarianer noch nie gesehen haben, wie Schwarze Phantomsalmler oder ähnliche Fische in Prachtfärbung durch’s ganze -150er- Aquarium segeln, so haben sie sehr viel von der Aquaristik versäumt. Das und ähnliches ist aber für die meisten Aquarianer schon „Höhere Aquaristik”. Über „Höhere Aquaristik” wird es irgendwann eine extra Seite geben.
Ist inzwischen da, hier.

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Gute Fische - Schlechte Fische
Die Überschrift mag für den einen oder anderen etwas irreführend sein. Natürlich gibt es keine „guten” oder „schlechten” Fische. Aber es gibt Fische, die sich gut oder eher schlecht für eine Aquariumhaltung eignen. So habe ich das gemeint.
Fangen wir mit den „Guten” an:
Rote_Neon_WF_schlechte_330Auf einem der ersten Plätze steht wohl der Rote Neonsalmler, Paracheirodon axelrodi. Zuerst etwas über die Empfindlichkeit. Früher - ab 1965 bis vielleicht 1970 - galten Rote Neons eher als empfindlich bis richtig problematisch. Es wurden nur WF gehandelt. Die kamen meistens eher schlecht als recht an und hatten so bereits einen Knacks weg. Ab etwa 1970 kamen die Fische oft schon besser an und es waren einige Importeure bereits in der Lage, die Fische richtig aufzufangen und somit besserte sich die Qualität etwas. Es gab aber immer noch viele „schlechte” RN. In den darauf folgenden Jahren ging es mit der Qualität rauf und runter. Es gab sehr gute RN und auch sehr viele Fische, die bereits als Todeskandaten ankamen. Oft wurde damit der Goldabbau mit Quecksilber in den Amazonasnebenläufen in Verbindung gebracht. Inwieweit das gestimmt hat, weiß ich nicht. Ich habe damals keine mehr importiert, es waren mir zu viel tote Fische. Zwar haben wir die Toten nicht bezahlen müssen, sondern meine Meinung galt dem Spediteur (sozusagen dem „Oberimporteur”) sogar als Anhaltspunkt für die Beurteilung der ganzen Sendungen, aber ich habe nun mal prinzipiell etwas gegen zu viele tote Fische. Siehe auch hier.
Also, das war früher! Im Jahr 2011 werden zwar immer noch extrem viel RN als WF importiert, ein großer Teil der verkauften Fische sind aber bereits Nachzuchten. Und wie bei Nachzuchten üblich, sind sie zwar härter im nehmen, aber auch recht verschieden im Aussehen. So muß man beim Kauf eben auf gutes Rot und eine gleichmäßige Körperform achten. Auch sind bei RN Verkrüppelungen der Flossen nicht selten. Kann man einwandfrei gewachsene RN mit einem wohl gerundeten Bauch kaufen, so sind das eher harte als empfindliche Fische. Vielleicht auch darauf achten, daß alle Fische des ganze Schwarms möglichst gleich groß sind. Es sollten keine Nachwüchser dabei sein.
Dann kommen die „Lebendgebärenden”, von welchen mehr Fische als man denkt gar nicht soo gute Aquarienfische sind.
Die  Hochzuchtguppies mit den wunderschönen Farben in allen Tönen sind leider mehr oder weniger empfindliche Fische. Leider meistens mehr. Sie sind allgemein Sorgenkinder des Handels und werden im Aquarium nicht alt. Besser geeignet sind alle sog. Wildformen. „So genannt” deshalb, weil es in Wirklichkeit eh keine Wildformen mehr sind. Das ist aber eigentlich egal, wichtiger ist, daß diese Arten bedeuten robuster sind. Zwar haben sie nicht diese extrem langen Flossen, aber sie sind trotzdem recht ansprechend, munter im Benehmen und sehr vital. Die Vitalität hat aber auch wieder einen Hacken. Die Fische bekommen laufend Junge im Aquarium und wenn die niemand frißt, so sind es ganz schnell  zu viele. Und irgendwann sind nur noch Guppies da und das Aquarium hoffnungslos überbesetzt!
Sehr gut geeignet sind fast alle Platyarten.

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Überarbeitet, ergänzt:  März/April/September 2008,  Mai 2009
 

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