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Filter - Materialien

Spektrum

 

Beschreibungen und Fotos von verschiedenen Filtermaterialien für die Aquaristik.

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Lavakies, verschiedene Körnungen
Keramikfiltermaterial, poröses
Glaskeramikröhrchen der Firma Schott, heute Siporax®, früher „Rasbora Glaschwämme”
Depotfilter, Tonröhrchen
Ehfifix, Eheimgrün, grobe Kunststofffasern
Diatomerde, ein Material mit dem man feinste Trübungen herausfiltern kann
Schaumstoff, offenporiger und geschlossenporiger

soll noch kommen:
Aktivkohle
Torf, siehe unter Wasserzusätze/Torf
Filterwatte
Filtermatten aus einzelnen Fasern

 

Lavakies
Beschreibung:
Lava_Filterkies-grob_ThLava_einzelnes_Steinchen_Th
Je nachdem, wo es herkommt oder was für eine Sorte man erwischt, ist Lava entweder einfacher Kies oder ein sehr effektives Filtermaterial. In etwa läßt sich die Eignung als Filtermaterial schon am Gewicht beurteilen, leicht = gut, schwerer = weniger gut. Logisch: Je leichter das Material, desto mehr Luft und weniger Stein sind vorhanden, und zum filtern benötigen wir zwar nicht die Luft, aber die Poren, und die bestehen aus Luft. Bei den Fotos links  Lava_Filterkies_feiner_2_Thhabe ich die besseren Steinchen mit grün und die schlechteren Steinchen mit rot markiert. Wenn Sie Filterlava kaufen, achten Sie darauf, daß Sie mehr “grünes” Lava bekommen. Das Lava auf dieser Seite ist sehr gut, viel besseres wird man nicht bekommen.
Vor vielen Jahren wollte ich für mein Pflanzenaquarium feineres Lava haben. Da ich es aber nirgends bekam, habe ich gröberes stundenlang duch die alte Hammermühle vom Nachbarn geschaufelt und „kleingehämmert”. Es war immerhin für 130 x 60 Grundfläche.
Was die Aquarianer so alles fertig bekommen - oder wie Obelix sagen würde: „Die spinnen - die Aquarianer”  lachen-transp.

Beurteilung:
Lava_Filterkies_feiner_1_ThLava ist ein sehr effektives und preiswertes Filtermaterial für biologische (alle „normalen” Filter sind biologisch!) Langsamfilter. Der Nachteil ist, daß man es nur sehr schlecht reinigen kann, da man in die inneren Poren nicht hineinkommt. Man müßte das Material zumindest im Backofen erhitzen oder besser ausglühen. Da Lava aber recht preiswert ist und dieses Problem bei allen porösen Filtermaterialien besteht, ist es allein schon deswegen anderen ähnlichen Materialien vorzuziehen.
Lava hat auch einen Nachteil: Wenn man Lavalit (so hieß früher feines Lava für den Bodengrund allgemein) als Bodengrund verwendet, bekommt man Bartalgen (Pinselalgen) ins Aquarium. Je nach Redoxwert schöne grüne (hohes Redoxpotential), aber auch häßliche graubraune (niedriges Redoxpotential). Man kann also mit Ozon oder auch mit viel Wasserstoffperoxyd aus grauen Bartalgen grüne machen. Wieviel Lava auf wieviel Wasser notwendig sind, damit Bartalgen auftauchen weiß ich nicht, aber bei Bodengrund habe ich das hin- und her probiert. Lava = Bartalgen, normaler Kies = keine Bartalgen, wieder Lava = wieder Bartalgen. Daß die restlichen Umstände die gleichen waren versteht sich von selber. Sonst kann man es schlecht vergleichen!
Nachtrag Sept. 2011: Das war in einem 130er Schauaquarium und muß natürlich nicht immer so sein, es gibt genügend Aquarien, in welchen sich auch ohne Lavalit Bartalgen ansiedeln! Den wahren Grund für das Auftauchen von Bart- oder Pinselalgen kenne ich nicht. Nur, daß es mit Sicherheit nicht an zu hohen Nitrat- oder Phosphatwerten liegt. Es wird demnächst eine Seite über Algen geben, da werde ich es genauer beschreiben.

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Keramikfiltermaterial, poröses
Keramik-Filtermaterial_1_ThKeramikroehrchen_1_Th













Von dieser Art gibt es sehr viele, in allen möglichen Variationen. Allen gleich ist der Versuch, ein Filtermaterial mit möglichst vielen Poren oder Luft herzustellen. Das ist zwar meistens mehr oder minder gelungen, aber die Materialien sind meistens zu teuer. Es gibt billigere Alternativen. Siehe Lava.

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Glaskeramikröhrchen, Sinterglas
Rasbora_Glaschwämmchen_222Glaskeramikröhrchen habe ich Anfang oder Mitte der 80er zum ersten Mal gesehen. Damals hießen sie „Rasbora-Glasschwämme” und wurden in einer netten runden 1-L-Dose verkauft. Auch wenn da eine Schweizer Firma drauf stand, der Hersteller war damals schon Schott. Interessanterweise wurde damals in der Gebrauchsanweisung angeraten, das Material nach einer gewissen Zeit wegzuwerfen. Den Ausdruck „entsorgen” gab es damals noch nicht. Logisch, da ja irgendwann die feinen Poren zu sind. Später konnte man das Material dann auch „ausglühen”. Inzwischen wird es von einem Zoobedarfshersteller im Alleinvertrieb verkauft. (2013)
Mit Glaskeramikröhrchen oder eben „Siporax®” kann man relativ einfach Nitrat aus dem Wasser entfernen. Siehe auch unter „Filter-ein Überblick” Es ist aber recht teuer und mit porösem Lava kann man das auch machen.

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Depotfilter, Tonröhrchen, Keramikröhrchen
Depotfilter_1_ThIch verwende hier den nicht so bekannten Namen „Depotfilter”, da diese Bezeichnung von der Firma Hilena um 1969 zuerst für dieses Material verwendet wurde. (Kipper hat mit der Firma „Hilena” angefangen, Hilena dann an Tetra verkauft und erst dann die Fa. Dupla gegründet. Heute gehört die Fa. Dupla zu Dohse.)
Dieses Filtermaterial gibt es in verschiedenen Durchmessern, es ist relativ „grob” - wenn man das so sagen kann - und deshalb nur für großvolumige Filter geeignet. Bei kleinen Filtern filtert es einfach zu wenig, es gehen zu viele Partikel durch. Das Material nützt das vorhandene Filtervolumen nicht optimal aus. Als Vorfilter - erste Lage -  für Fische die viel „Dreck” produzieren (Goldfische, große Barsche) ist es gut geeignet.
Ansonsten ist es ein preiswertes und gutes Filtermaterial. Wenn eben der Filter groß genug ist.
Allerdings
Innenfilter_4eckig_ThAllerdings kannte ich eine Zoohändlerin, die ihre 60cm-Aquarien mit kleinen viereckigen Spielzeugfiltern mit Tonröhrchen und  Watte betrieben hat. Sie hatte saubere Aquarien und auch gute Fische!
Da hat man wieder ein Beispiel wie „schwammig” oder „diffus” oder was immer  man für einen Ausdruck verwenden will die Aquaristik ist. Da gibt es nicht viel, was ich in den letzten Jahrzehnten nicht gesehen habe! zwinkern-transp_grau

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Eheimgrün, Ehfifix
Eheimgruen_ThUm einiges feiner als Depotfilter und somit als Vorfilter auch für weniger Abfall produzierende Fische geeignet. Aber immer noch ziemlich grob. Es gibt verschiedene Qualitäten, weichere und härtere, auch wird es inzwischen von den verschiedensten Firmen hergestellt.
Ein gutes Material für die erste Lage. Man muß halt darauf achten, wie und ob es überhaupt verschmutzt. Es kann nämlich durchaus sein, daß bei einem „sauberen” Aquarium mit kleinen Fischen das Material zu grob ist.

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Diatomerde
Diatomerde_1_ThDieses Material ist ein ganz feines Pulver und benötigt ein spezielles Filter-System. Es ist eine eigene Seite über Diatomfilter da.









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Schaumstoff
Es gibt „geschlossenporigen” und „offenporigen” Schaumstoff. „Normaler” Schaumstoff ist geschlossenporig. Man kann das leicht feststellen: Bläst man in ein Stück offenporigen Schaum, so entsteht praktisch kein Gegendruck, die Luft geht ungehindert hindurch, bei geschlossenporigem Schaumstoff merkt man dagegen den Gegendruck. Drückt man ein Stück Schaumstoff unter Wasser, so schwimmt ein geschlossenporiger Schaumstoff besser wieder auf als ein offenporiger. Wenn man einen offenporigen Schaum unter Wasser einige Male ausdrückt, bleibt er unten, bzw schwimmt direkt an der Wasseroberfläche, er schaut aber nicht aus dem Wasser heraus. Der heute übliche Filterschaumstoff ist blau oder schwarz und offenporig. Er wurde ursprünglich in der Automobilindustrie verwendet, zur Aquaristik kam er erst später. Es gibt ihn mit verschieden großen Poren. Am Anfang meiner Filterung mit offenporigem Schaumstoff um 1980 habe ich Porengrößen von 15 ppi (parts per inch) bis 50 ppi ausprobiert. Für die normalen Patronen sind wir später bei 40 ppi geblieben. 50 ppi verstopfen zu schnell und die groberen haben als Patronen nicht so gut gefiltert. Ganz zu Anfang und auch noch später vereinzelt hatten wir zum einklemmen in eingeklebte Filter auch Porengrößen von 20 ppi genommen. Dieser grobe Schaum hat den Vorteil, daß ein Großteil des Drecks herausgespült wird, wenn man das Filterabteil auf der Schaumstoffrückseite leer saugt. Interessanterweise fängt selbst dieser grobe Schaumstoff nach einer Zeit recht gut zu filtern an. Zum einklemmen zwischen 2 Scheiben ist somit auch groberer Schaumstoff geeignet.

Grosse_Schaumpatrone_Th70er_leer_vorne_schraeg_oben_THInteressanterweise heißt dieser Schaumstoff-Filter, wenn man ihn zwischen 2 Scheiben einklemmt, plötzlich „Hamburger Mattenfilter”. Interessant ist das deshalb, weil es wohl die einfachste Art ist, mit diesem Filtermaterial einen funktionierenden „Filter” zu basteln. Das habe ich ganz am Anfang um oder kurz vor 1980 auch gemacht. Die Lösung mit den großen Patronen ist aber bedeutend eleganter. Darum bin ich bei dieser Lösung geblieben.

Zusammenfassung:
Dieser offenporige Schaumstoff ist auf Grund seiner großen Oberfläche, leichten Bearbeitbarkeit und auch wegen des günstigen Preises ein hervorragendes Filtermaterial. Auch ist er durch einfaches ausdrücken oder „drauf herum trampeln” und ausspritzen einfach zu reinigen. Man kann ihn sogar in der Waschmaschine - natürlich ohne Persil - waschen. Die meisten Konstruktionen haben aber einen gravierenden Nachteil. Wenn man den Schaumstoff zum reinigen heraus nehmen muß, hat man die ganze Brühe im Aquarium. Wenn man das Material in einem Außenfilter einsetzt, geht das auch sauberer.
Auch hat diese Art Schaumstoff kein Rückstellvermögen. Wenn man z.B. einen größeren Stein auf eine flache Matte legt gibt es ein Dulle, die nicht wieder zurück geht. Man muß daher beim einklemmen von dieser Art Filterschaum darauf achten, daß genau bzw. einige Millimeter zu groß geschnitten wird. Hat man ganz kleine junge Fische im Aquarium, muß sehr genau gearbeitet werden, die Jungen können in den Spalt zwischen Glasscheibe und Schaum geraten. Oder einfach U-Schienen nehrmen und den Schaum da einklemmen. Da Garnelen gerne auf dem Schaum spazieren gehen und so aus dem Aquarium hinaus oder in den Filter wandern, sollte man die Matte oben mit einer Scheibe abschließen lassen.
Der Vorteil von offenporigem Schaum gegenüber geschlossenporigem besteht in der größeren Oberfläche. Es sind keine geschlossenen Poren (Zellen) dabei und somit hat das gleiche Volumen die größere Oberfläche.
Nachtrag Nov. 2010:
Der offenporige Schaumstoff wird seit einiger Zeit nicht mehr in ppi gemessen, sondern irgend wie anders. Irgend wo auf einer der Festplatten muß eine pdf-Datei sein, die ich von einem großen Herstellers bekommen habe. Da steht die neue Art der Bezeichnung drin. Ob ich die noch finde?
(Die Schaumstoff-Firma „Pongs”,, welche ich seit ca. 1980 kenne - ist seitdem zu verschiedenen anderen Firmen „gewandert” und so habe ich im Laufe der Zeit mit mehreren Leuten zu tun gehabt).
Nachtrag: Die Datei habe ich nicht mehr gefunden, werde eine neue besorgen.

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Erstellt: Juli, Oktober 2006
Überarbeitet, ergänzt: Mai 2007, März 2012, April 2013

 

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