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Einachser

Spektrum

 

Einachsschlepper - oder kurz Einachser
Beschreibung und Bilder eines IRUS U300, ein Balkenmäher mit nützlichem Zubehör

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Hier sind einige Bilder von meinem neuesten Spielzeug (2008), einem sogenannten „Einachser”. Es ist ein Irus U-300, Baujahr ca. 1960 oder etwas später.
 


Die Vorgeschichte.

Brennholz_2008_3_Pfeil

Der Holzlaster. Das waren richtig dicke Stämme. Zum Größenvergleich - das kleine Männlein am Kran.
Und der ist nun wirklich kein Zwerg!

Brennholzlaster_2008_3


Im Frühjahr 2008 habe ich wieder einen Lastwagen mit Hartholzstämmen bekommen. Dieses Holz wurde nicht weit von unserer Einfahrt abgeladen. Die Entfernung zum endgültigen Lagerplatz beträgt um 50 Meter, teilweise leicht bergauf. Nun arbeite ich nicht um müde zu werden, sondern um die Arbeit zu erledigen. Und bei dieser Entfernung bin ich beim Transport mit dem Schubkarren - neben dem sägen, spalten und aufladen - zu schnell müde geworden, schließlich bin ich nicht mehr ganz jung! Also mußte ich mir eine andere Transportmöglichkeit einfallen lassen. Ein Traktor geht nicht, da ich mit dem Holz durch die Garage und eine knapp 1m breite Tür hindurch muß.
Zuerst dachte ich an eine elektrische Schubkarre - gibt es nicht mehr. (Nachtrag 2012, inzwischen gibt es sie wieder, ich habe eine lachen-transp) Selberbauen ist zu teuer. Andere Möglichkeit - Rollermotor als Antrieb - zu umständlich und letztlich auch nicht wirklich gut. Ein Minifahrzeug mit Ladewanne darauf war mir zu teuer - 2 bis 4000 €. Also kam die Idee aus einem Balkenmäher selber bauen - Mähbalken entfernen, zwei lenkbare Räder dran, Wanne drauf und gut. Dann habe ich zum Glück den alten Irus gesehen. Man muß bei den Balkenmähern nämlich sehr auf den Motor achten, die Motore der preiswerten sind meistens nicht so gut - und die guten richtig teuer.
Eigentlich war das also recht einfach - nur habe ich mindestens 6 Wochen gebraucht um das festzustellen!


Irus_original


Als ich ihn gekauft habe hat er recht traurig ausgesehen. Nach Überholung von Kupplung, neuem Simmering zwischen Motor und Getriebe, neuen Dichtungen und neuer Farbe nach viel Wasser macht er wieder einen frischen Eindruck. Er hat einen Zweitakt Hirth Motor mit 4,5 PS, der nach einigen Vergasereinstellungen sehr gut anspringt. Durch die Untersetzung hat er eine ungemeine Kraft. Er zieht den Anhänger und auch den schweren Spalter mit halbem Gas die Einfahrt hoch.


Irus-mit-Anhaenger


Das Grundgerät mit selbstgebautem Anhänger.


Irus_Anhaenger_Spalter


Irus mit Anhänger. Man kann ihn mit frischem Hartholz vollladen - er verkraftet es gut. Er ist Eigenbau und er hat auch eine funktionierende Bremse. Die Motorsäge links ist kein kleines Spielzeug - es ist eine Stihl 026 mit einem 40er Schwert - sondern die Stämme waren schon „richtige Stämme”.


Anhänger_Rahmen


Der Anhängerrahmen noch ohne Holzboden. Die Räder sind Schubkarrenräder. Wider Erwarten halten sie das Gewicht des vollbeladenen Hängers gut aus. Ich hatte überlegt eventuell Zwillingsreifen oder Räder von einem Heuwender zu nehmen.


Irus-zieht-Spalter


Eine wirkliche Arbeitserleichterung ist der Adapter um den doch recht schweren Spalter nicht selber bergauf in die Einfahrt ziehen/schieben zu müssen. Den habe ich nachträglich an meine Konstruktion mit dem dritten Rad angeschweißt. Ist sehr hilfreich und geht gut. Den kompletten Holm kann man um 180° verdrehen. Das Gerät hat zwei Vorwärtsgänge und einen Rückwärtsgang - oder umgekehrt, wenn man den Holm umdreht. Auch kann man die Griffe seitwärts schwenken und so neben dem vollgepackten Anhänger hergehen. Einfach saugut - und macht Spaß! Ein Superspielzeug!

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Etwas über die Kupplung bei diesem Gerät:
Sollte Jemand Probleme mit der Kupplung haben, so gibt es zumindest zwei Möglichkeiten.
Erstens können die Lamellen nicht mehr greifen, also abgeschliffen sein oder zweitens - eher wahrscheinlich - die Kupplungseinstellung vermurkst sein. Diese Einstellung ist nämlich etwas diffizil. Dazu sollte man sich zuerst die Fotos unten genau anschauen. Die Kupplung besteht aus den Scheibenfedern (links) und den Lamellen (rechts, Fotos obere Reihe).
Die Lamellen werden in einer „Glocke” auf der Motorsseite fixiert (Fotos mittlere Reihe). Wird die Kupplung betätigt, so werden die Scheiben-Federn zusammengepreßt und die Lamellen bekommen etwas Spiel. Und nun kommt der Knackpunkt: Die Lamellen dürfen nur ganz wenig auseinander gedrückt werden, also nur „schleifen”, da sonst die erste Lamelle aus der Glocke „herausfallen” kann. Und dann ist es natürlich vorbei mit der Kupplungsfunktion! Dann kann sie nicht mehr einkuppeln und die Maschine fährt nicht. Deshalb muss die Einstellung sehr sorgfältig vorgenommen werden!
Die Kupplung - samt den Lamellen - läuft im Ölbad. Laut einem durchblickenden Landmaschinenmechaniker ist es das selbe Prinzip wie bei großen Traktoren und er meinte auch, daß die Lamellen sehr selten wirklich hinüber sind. Sind sie es tatsächlich, so kann man sie zwar noch kaufen (IRUS), aber sie sollen ziemlich teuer sein. Ich weiß den Preis nicht mehr auswendig, ich glaube es waren 30,- €, pro Stück. Ein gebrauchtes Getriebe mit funktionierender Kupplung wäre wahrscheinlich günstiger. zwinkern-transp_grau
Die Einstellschraube für die Kupplung sitzt am Getriebe auf der Motorseite. Fotos unterste Reihe.

Fotos der Kupplung, man kann sie mit der linken Maustaste als manuelle Diashow anschauen.

Irus_Kupplung_Teile_1_330Irus_Kupplung_zusammengeb_330














Irus_300_Kupplungsglocke_330Irus_300_Kupplungsglocke2_330













Irus_300_Kupplung_Schraubstock_222Kupplungseinstellschraube_2_222PfIrus_300_Kupplungsgehäuse_222









Spurverbreiterung
Irus_300_Spurverbreiterung_222Die Räder dieses Irus stehen ziemlich eng zusammen, dadurch ist er zwar sehr wendig, er kann aber auch schnell umkippen. Mit Anhänger - speziell wenn man darauf sitzt -  ist das nicht so gut. Es gibt aber für dieses Gerät auch eine Spurverbreiterung. Die wird zwischen Getriebe/Achse und Räder montiert - geht schnell und einfach. Leider hat sie neben Vorteilen auch Nachteile!
Sie ist nämlich nicht starr. Das hat zwar den Vorteil, daß man mit ihr besser um enge Kurven fahren kann. Der gravierende Nachteil ist aber der, daß man mit ihr auch das Getriebe ruinieren kann!
Versuch einer Erklärung: Jede Seite der Verbreiterung besteht aus zwei miteinander verbundenen Teilen mit ca. einer viertel Umdrehung Spiel. Das deshalb, damit man trotz der Verbreiterung gut um die Kurven kommt. Es ist also eine Art Differenzial. Fährt man nun mit dem Gerät etwas heftig los und die Achsverbreiterung hat gerade Spiel, so bekommt das Getriebe einen Schlag. Macht man das öfter, so hat irgend ein Zahnrad über kurz oder lang einige Zähne weniger. Wer es nicht glaubt - meine Spurverbreiterung war an so einem Getriebe mit verlorenen Zähnen! Deshalb habe ich die Verbreiterung durchgebohrt und das Ganze mit einer Schraube fixiert. Kann man auf dem Foto sehen. Das hatte natürlich zur Folge, daß man mit der dann starren Achse schlechter um enge Kurven fahren konnte. Probeweise habe ich nur eine Seite fixiert. War aber auch nicht gut, dann zieht das Gerät nämlich etwas auf eine Seite. Eine richtig gute Lösung wäre, wenn man den Schlag auf das Getriebe abfedern könnte. Man müßte also einen Puffer einbauen. Leider war ich dazu zu dämlich - mir ist keine praktikable Lösung eingefallen! Ich würde mir das Teil nicht wieder besorgen. Also vielleicht die Vor- und Nachteile vor der Anschaffung gegeneinander abwägen!  zwinkern-transp_grau

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Wenn Sie mehr über solche Minischlepper erfahren wollen, hier ist eine sehr ausführliche Seite. Der Betreiber kennt sich mit den verschiedensten Einachsern sehr gut aus!

IRUS_Einachserfreund


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Erstellt: Oktober 2008
Letzte Änderung:  5. April 2014
 

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