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Dies und Das

Spektrum

 

Hier ist das drin, was für eine extra Seite zu wenig aber möglicherweise trotzdem interessant oder lustig ist.

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Wie ich zum Aquariumwäscher wurde
Professor Dr. Konrad Lorenz, meine Begegnung mit dem späteren Nobelpreisträger
Die Geschichte mit dem Eiweißabschäumer

 

Wie ich zum „Aquariumwäscher” wurde
Meinen Wehrdienst - W18 - habe ich als „Späteingezogener” 1963-64 bei den Gebirgspionieren in Degerndorf (Brannenburg) abgeleistet. Während dieser Zeit hatte ich logischerweise kein Aquarium. Um endlich wieder Fische zu sehen, bin ich auf der Heimreise in München aus dem Zug gestiegen und zu dem Importeur gegangen, bei dem ich für meinen früheren Arbeitgeber Fische eingekauft hatte. Es war ein überwältigendes Erlebnis nach der langen fischlosen Zeit! Da ich ja gerade entlassen und somit arbeitslos war, fragte ich die Frau des Besitzers - eigentlich mehr im Spaß - ob sie nicht wüßte wo ich arbeiten könnte. Die Antwort war ein kurzes: „Hier!”. Meine nächste Frage „und wo kann ich wohnen?” wurde auch mit „Hier!” beantwortet. Darauf habe ich gesagt: „Dann hole ich nur noch meine Koffer vom Bahnhof”.
Damals bin ich gar nicht mehr nach Hause gefahren, sondern gleich in München geblieben. Die Arbeit war für einen Fischbegeisterten wie mich sehr interessant. Ich habe gelernt wo die verschiedenen Fische herkommen, welche Fische als Wildfänge und welche als Nachzuchten gekauft werden. Wie man die frisch angekommenen Fische versorgt, wie das mit dem verschicken und auspacken geht und habe verschiedene interessante Leute kennen gelernt.
Natürlich hatte ich auch noch andere Aufgaben als nur Aquarien zu waschen lachen-transp.

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Meine Begegnung mit Professor Dr. Konrad Lorenz
Dr. Konrad Lorenz war während meiner Zeit als „Aquariumwäscher” Direktor des Max Planck-Instituts für Verhaltensforschung in Seewiesen am Starnberger See. Dort hat er auch seine bekannten Versuche mit den Gänsen gemacht, auch wenn er schon viel früher damit angefangen hatte. In Seewiesen waren aber auch sehr viele Versuchsaquarien, darunter auch viele Seewasserbecken. Im Büro von Lorenz war ein sehr großes eingebaut. Die Fische wurden bei eben dem Importeur gekauft wo ich gearbeitet habe. So lernte ich Dr. Konrad Lorenz kennen. Er war ein sehr freundlicher, ja richtig lustiger Mensch (er war halt ein „Wiener”). Da ich damals auch Pfeife geraucht habe, hat er mir natürlich von seinem Tabak aus dem Lederbeutel angeboten - schließlich „solle ich ja auch mal richtig guten Tabak rauchen”. Was mich aber am meisten beeindruckt hat war seine Begeisterungsfähigkeit. Er konnte sich an einem x-beliebigen kleinen Fisch richtig ehrlich erfreuen! Es ging ihm nie um den Seltenheitsgrad eines Fisches, wichtig war nur der Fisch selber. Das ist leider allgemein nicht üblich, ich habe später viele Leute kennen gelernt, denen es nur um den „neuen Fisch ohne Namen” und nie um den Fisch selber ging. Hatte der Fisch erst einen Namen und war er beschrieben, so wurde er völlig uninteressant und wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen. Diese Einstellung finde ich irgendwie traurig.

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Die Geschichte mit dem Eiweißabschäumer
Eines Tages war Dr. Konrad Lorenz (noch) etwas aufgedrehter als sonst. Er erzählte folgendes: „Hückstedt hat einen Kaffeebehälter aus Kunststoff genommen und unten ein Rohr eingeklebt. Dann hat er in dieses Rohr einen Ausströmer getan, in ein Seewasserbecken ein Eiweiß hinein gegeben und das Eiweiß wieder herausgeschäumt.” Zwar weiß ich es nicht mehr ganz genau wörtlich, aber es war schon ziemlich wörtlich.
Da ich damals auch Seewasseraquarianer war, ging natürlich sofort die Bastelei los. Die Dinger, die ich damals mit einfachsten Mitteln gebastelt hatte waren nicht ein mal schlecht. Sie waren nur ungemein empfindlich. Ein Mal hatte ich einige Tropfen Vitamine ins Wasser gegeben. Als ich spät nachts nach meinem Nebenerwerb als Taxifahrer nach Hause kam war das halbe Aquarium leergeschäumt. Der Aufbau dieser Eiweißabschäumer war genauso einfach wie effektiv. Unten war ein 20mm PVC-Rohr mit Wassereinlauf und feinem Holz-Ausströmer, in der Mitte die Schaumkammer mit größerem Durchmesser und Rücklauf ins Aquarium und oben nach einem Art Trichter wieder ein 20er oder 25er Rohr, in dem der Schaum nach oben stieg. In diesem Rohr waren in verschiedenen Höhen waagrechte verschließbare Röhrchen eingeklebt, hier kam der Schaum heraus. Je nach Wasserqualität in verschiedener Höhe. Die Dinger waren leicht 60cm hoch und höher. Komischerweise waren die PVC-Rohre damals alle rot, heute sind sie alle langweilig grau.
Von diesen Abschäumern existieren logischerweise keine Fotos.
Zwar bin ich legitimer Besitzer von „TurboCad” und sogar „SolidEdge”, aber zeichnen kann ich deswegen noch lange nicht. So werden diese und andere Zeichnungen noch eine Weile warten müssen.
Nachtrag: Wahrscheinlich wird es sie nie geben.

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Erstellt: Mai 2007
Letzte Änderung: Februar 2017

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