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Der Aquarianer

Spektrum

 

Damit Sie in etwa wissen mit wem Sie es hier zu tun haben,
einiges aus meiner „aquaristischen Entwicklung”

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Klein-Uwe_mit_Vogel_ThOffenbar war mein gutes Verhältnis zur Natur schon sehr früh vorhanden - auf dem Foto links kann man sehen, daß mich schon als Säugling ein kleiner Vogel besucht hat. lachen-transp
Einige Jahre später bestand mein Kontakt mit der Vogelwelt dann darin, daß ich den Hühnern auf dem Bauernhof, auf welchem wir nach dem Krieg einquartiert waren, die bunten Kunststoffringe an den Beinen gemopst habe. Schließlich gab es zu dieser Zeit - 1945, 1946 - kein normales Spielzeug für 5-jährige Knäbleins. Den Hühnern wird es egal gewesen sein - dem Bauern weniger.
Zur Aquaristik bin ich gekommen, als ich mit einer Gehirnerschütterung im Bett liegen mußte und mir ein Schulkamerad eine Elritze in einem Maggiglas mitgebracht hat - einfach so, da war ich 10 oder 11 Jahre alt - genau weiß ich das nicht mehr. „Einfach so” ist eigentlich nicht ganz richtig, er wußte ja, daß ich lieber am „Kaubach” (offiziell Königsbächle, in Sonthofen) und an der Iller war anstatt Schularbeiten zu machen. Bogenschuetzen_1952_ThEtwas später habe ich öfter Forellen aus dem Kaubach für das Lagerfeuer besorgt - mit Pfeil und Bogen! Es war eine schöne Zeit, fast immer im Freien - wenn nur die Schule nicht gewesen wäre! Es folgte ein vielleicht 10-Liter Aquarium mit Holzrahmen!, ein 50 cm hohes und 30 cm „langes” Akkuglas und dann mit ca. 13 Jahren ein „richtiges Aquarium” mit 78 x 38 x 38 cm oder so, dessen Rahmen mir ein Schlosser nach Scheiben angefertigt hat, die  ich aus einem Lebensmittelgeschäft ergattert hatte - daher das krumme Maß. 80er_um_1958_ThDieses Aquarium hatte einen viel zu schmalen Winkelrahmen, so daß ich es im Laufe der Jahre sehr oft neu einglasen mußte, weil es undicht geworden war - schließlich gab es da noch lange kein Silikon. Es hatte aber oben bereits ein Bandeisen mit überstehenden Glasscheiben, für die Zeit absolut neu! Offenbar war ich damals schon nicht ganz dämlich. zwinkern-transp_neu
Als ich ca. 14 war meinte mein Vater, daß man mir das Aquarium wegnehmen solle, da ich doch bloß die Fische umbringen würde! Ich hatte mir Salzsäure und Lackmuspapier besorgt und mit dem pH-Wert „experimentiert”. Oberallgäuer_Aquarienfreunde_1_1955_Th1Dabei hat es dann leider einige tote Fische gegeben. Das Aquarium durfte ich dann doch behalten. Nach Ober- und Handelsschule habe ich eine Lehre als Großhandelskaufmann in einem Samenfachgeschäft mit Zooabteilung gemacht. Später war ich bei einem Münchner Importeur angestellt. In dieser Zeit konnte ich mir viel Hintergrundwissen aneignen, z.B. habe ich da das erste Mal genau erfahren, aus welchen Ländern die verschiedenen Fische importiert wurden. Auch begegnete ich da neben anderen interessanten Leuten dem Verhaltensforscher und späteren Nobelpreisträger Konrad Lorenz, der bei dieser Firma Seewasserfische für das Max-Plank-Institut in Seewiesen gekauft hat.
1968 haben wir - meine Frau und ich - in München zuerst in der Schleißheimer Str. 70 (für Ortskundige: gegenüber dem Massmannbergl) ein kleines Zoofachgeschäft mit knapp 35 qm eröffnet. Sicherheitshalber ging da meine Frau noch zum arbeiten. Meine solide kaufmännische Ausbildung - sowohl schulisch als auch praktisch -  kam mir bei der Führung des Geschäftes - auch später - sehr zu gute. Das Geschäft lief dann so gut, daß wir bereits nach eineinhalb Jahren in einen größeren Laden umziehen konnten. Laden_von_aussen_Th(Schleißheimer Str. 98, Ecke Görresstr). Anfangs haben wir da vom Hamster bis zum Ara alles verkauft - wir hatten nach heutiger Wortwahl ein „volles Sortiment”. Da ich aber ein Mensch bin, der nicht nur verbal ein Tierfreund ist, sondern auch nach seiner Überzeugung handelt, habe ich mit mir selber Schwierigkeiten bekommen, z.B. einen Papagei zu verkaufen der dann in einem Käfig sitzen muß. Inzwischen bin ich der Meinung, daß sehr viele Tiere (dazu gehören auch übermäßig große Fische) nicht in Gefangenschaft gehalten werden sollten. Diese Tiere gehören in den Urwald - solange es ihn noch gibt! Jedenfalls war das ein richtig gutes aquaristisches Zoofachgeschäft mit solider Beratung und guten Fischen (siehe Fotos: ZOO-SPLETT).
Da ich letztlich aber kein Stadtmensch bin und jedes Wochenende - wenn der Laden, bzw die Fische versorgt waren - die gleiche Frage aufgetaucht ist: was wir denn machen bzw. wohin wir denn fahren sollen (gemeint war auf’s Land), haben wir 1977 das Geschäft verkauft und sind „aufs Land” gezogen. Dort haben wir zuerst vorrangig importiert und ich habe nur etwas gezüchtet. Da mein Anspruch an Qualität mit der Qualität der importierten Fische aber nicht so recht in Einklang zu bringen war, Rote_Neon_WF_weniger_gute_Thich sie andererseits aber auch nicht ändern konnte, habe ich mich schon sehr bald entschlossen, alle Fische selber zu züchten. Meine Frau war damals der Meinung, daß das - freundlich ausgedrückt - nicht zu machen sei.  (Zum besseren Verständnis: In den 1970ern und 1980ern war das Fische züchten bedeutend schwieriger, damals konnten in Deutschland nur wenige Leute z.B. Kongosalmler oder Rote Neons züchten. Heute laichen die Stämme dieser Fische bereits im Gesellschaftsaquarium!) Schließlich haben wir Zoogeschäfte Rote_Neon_laichen_Ausschnitt_200beliefert und somit mußten wir immer über 50 verschiedene Arten vorrätig haben, maximal hatten wir auch schon mal 80! Es ist aber nach finanziellen Anlaufschwierigkeiten dann doch recht gut gegangen. Die Aquarien-Anlage war in einem ca. 200qm brutto (18,55m x 11,10m Außenmaß, die Nettofläche des Gebäudes weiß ich bis heute nicht) großen Gebäude untergebracht, das an einem Südhang liegt, das Erdgeschoß (Anlage) ist vorne und seitwärts frei - also mit Fenster, auf der Nordseite hat es eine 1,5 m hohe Beton-Stützmauer und ist bis da in der Erde. Brutto deshalb, weil es da auch noch ein Treppenhaus, Toilette und einen Nebenraum gab/gibt - und natürlich die Mauern weggehen, für die Aquarien waren also keine 200qm da. Es waren aber immer noch ganz schön viele - und auch sehr viel Arbeit für uns zwei! Anfangs war das Gebäude ein „Betonbunker” mit Glasdach, später haben wir das Glasdach entfernt und ein Stockwerk darauf gebaut. Das wir stimmt schon: Das einzige, was eine Firma gemacht hat, war der Dachstuhl! Den Rest haben meine Frau und ich und zeitweise ein junger Helfer gemacht! Jetzt ist es ein schönes Haus mit einer großen Wohnung oben. Siehe Fotos unten.

Haus_von_Osten_01_ThHaus_von_Suedwesten_Maerz-2006_Th2









Im Jahr 2004 haben wir für das Finanzamt eine Schlußbilanz erstellt und den Gewerbebetrieb abgemeldet. Aquarianer bin ich natürlich geblieben, wenn auch mit weniger Aquarien.
Die Anzahl der Aquarien schwankt jetzt so zwischen 3 und 10. Je nachdem, an was ich gerade herumspiele - Pardon - was ich gerade für Versuche mache. lachen-transp

Aquarien_um_1960Der „Halbstarke” und seine Aquarien.
Das muß so im 1960 gewesen sein, das rechte Aquarium war Seewasser. Dahinter war ein großes Akkuglas als Filter, mit Basaltkies gefüllt. Bereits mit mehreren Steigrohren, damit mehr Wasser durch den Filter läuft! Abschäumer gab es noch nicht!
In dem kleinen Aquarium am Fenster habe ich „Versuche” durchgeführt. Da habe ich halt  herumprobiert.
Im mittleren Aquarium war zum Zeitpunkt der Aufnahme Torfwasser, daher ist es so dunkel.

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Erstellt:  November 2006
Diese Seite wurde zuletzt im April 2017 geändert.
 

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