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Barben und Bärblinge

Spektrum

 

 

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Blaue Keilfleckbarbe  Originalbeschreibung und Fotos der „Blauen Keilfleckbarbe”, die hier in Grünenbaindt entstanden ist.


Allgemeines
Barben gehören zu den beliebtesten Aquarienfischen. Es sind so bekannte Fische wie Keilfleck-, Zebra- und Sumatrabarben dabei. Sie stehen aber auch in dem Ruf etwas verstritten zu sein. Das stimmt bei einigen Arten zweifellos. Die Streitsucht läßt aber etwas nach, wenn man z.B. Sumatrabarben in größeren Trupps von mindestens 7 Fischen aufwärts hält - und auch in einem 1m-Becken aufwärts. Dann haben sie mit sich selber genug zu tun und lassen die anderen Fische eher in Ruhe. Auch sind Zuchtformen bei allen Fischen nicht nur empfindlicher und nicht so robust wie die Naturform, sie sind meistens auch friedlicher. So kann man “Moosgrüne Sumatrabarben” eher mit Skalaren zusammen halten.
Von der Größe gibt es Zwerge wie die Mosquittobarbe mit gerade mal 2cm oder Riesen wie Barbus schwanefeldi in der Größe eines mittleren Karpfens. Im Aquarium vom Tierpark Hellabrunn schwammen früher einige Exemplare mit ca. 40 - 50 cm Größe. Die früher so beliebte Haibarbe gehört auch zu den Riesen und sollte weder ver-, noch gekauft werden.

Zucht
Bei der Zucht aller hier aufgeführten größeren Barben muß man bedenken, daß sie sehr produktiv sind, da können bis zu 1000 Junge herauskommen, meistens sind es aber weniger. Also muß das An- oder Absetzaquarium mindestens 60cm groß sein. Das Wasser muß nicht so weich sein, bis 100µs geht es immer. Außer man hat Wildfänge, da braucht man weicheres Wasser. Als Laichsubstrat kann man von Wolle über “Eheimgrün” bis auf dem Boden aufsitzenden Mop alles nehmen. Wenn das Männchen sehr treibt, eventuell einen großen Mop nehmen oder zwei, damit sich das Weibchen nach dem laichen verstecken kann. Eventuell zwei Weibchen nehmen. Diese Barbenarten sind alle “Laichräuber”, man muß ein Laichgitter verwenden.  Die Jungen fressen sofort Artemia. Die weitere Aufzucht ist unproblematisch.

Anders ist das Laichverhalten der Keilfleckbarben, sie werden paarweise angesetzt und laichen normalerweise an die Unter- oder Oberseite von Blättern. Oder an Heizern oder sonst irgendwo hin. Wenn die Meinungen über den richtigen Laichplatz von Männchen und Weibchen zu sehr auseinander gehen kann es sein, daß sie überhaupt nicht laichen. Dann muß man einen Partner austauschen. Bei der “Blauen Keilfleckbarbe” sind Fotos vom Laichakt zu sehen. Keilfleckbarben fressen meistens keine Eier. Die Jungen nehmen sofort Artemia und die Aufzucht ist relativ einfach. Allerdings müssen sie gut gefüttert werden. Ungepflegte Keilfleckbarben bekommen sehr schnell Oodinium, was eigentlich ein Indiz für schlechte Pflege und keine Krankheit ist. Natürlich ist es eine Krankheit, sie tritt aber nur bei ungepflegten Fischen auf und ist somit ein Hälterungsfehler. Das gilt bei Kampffischen und Nothobranchius gleichermaßen. Gut gepflegte Fische bekommen kein Oodinium! Süßwasser-Oodinium ist eine typische Krankheit von Fischen mit geschächtem Immunsystem.


Artenbeschreibungen
Barbus conchonius, Prachtbarbe
Barbus nigrofasciatus, Purpurkopfbarbe
Barbus ticto, Rubinbarbe
Barbus tetrazona, Sumatrabarbe
Barbus tetrazona, Sumatrabarbe gold (Feuersumatra)
Barbus tetrazona, Sumatrabarbe moosgrün
Barbus schuberti, Brokatbarbe

Das sind alles bekannte Fische, sie werden ca. 5 - 6cm groß und wirken durch die Körperhöhe ausgewachsen ziemlich kompakt. Die Brokatbarbe wird weniger hoch und wirkt somit ewas zierlicher, aber nur etwas. Von der Prachtbarbe gibt es auch eine Schleierform. In den Ansprüchen sind alle ziemlich gleich - sie haben keine großen Ansprüche. Bei Purpurkopf- und Rubinbarben muß man auf die Farbe achten, da gibt es größere Unterschiede. Der Kopf und die ganze vordere Hälfte eines guten ausgefärbten Männchens der Purpurkopfbarbe ist richtig purpurrot und die hintere Hälfte schwarz, ein prachtvoller Anblick. Moosgrüne Sumatrabarben dürfen keine hellen Flecken haben, die “moosgrüne” Farbe muß flächig über den ganzen Fisch gehen, sie muß metallisch glänzen. Hellere Flecken sind nur im Transportbeutel erlaubt, da ist es eine Art Schreckfärbung, sie muß im Aquarium wieder verschwinden. Auch auf die Form achten, sie dürfen keinen “spitzen Kopf” haben. Manche sehen aus wie eine “Concorde”, so darf es nicht sein.

Barbus oligolepis, Eilandbarbe
Barbus titteya, Kirschbarbe, Bitterlingsbarbe

Zwei kleiner bleibende Arten, beide sehr empfehlenswert und umempfindlich. Von der Kirschbarbe gibt es Stämme mit richtiger Prachtfärbung - mit knallroten Männchen. Die Eilandbarbe ist weniger auffällig, aber nett im Verhalten und völlig friedlich. Sie halten sich mehr in Bodennähe auf und sind immer in Bewegung.
Beides gute Fische für 60er-Aquarien.
Bei der Zucht dieser Fische kann man auch 40er oder sogar 30er nehmen, mit Laichrost. Paarweise ansetzen, die Jungen fressen sofort Artemia. Nur richtig rote Titteyamännchen nehmen. Als Substrat geht von Javamoos über einen etwas fülligeren Mop oder Eheimgrün alles. Es muß aber noch Schwimmraum frei bleiben.


Barbus pentazona, Fünfgürtelbarbe
Barbus rhombocellatus, Rhombenbarbe

Fünfgürtelbarben sind zierlicher als Sumatrabarben und bleiben etwas kleiner, sie sind auch im Verhalten sehr verschieden. Im Vergleich zu Sumatraberben sind Fünfgürtelbarben richtig elegant. Es sind schöne, friedliche und empfehlenswerte Fische. Die Streifen sollten regelmäßig durchgehen und metallisch glänzen. Die Rhombenbarbe hat nur eine etwas abweichende Färbung, ansonsten sind es die gleichen Fische.
Die Zucht ist eventuell nicht so einfach, je nach Stamm. Eventuell weicheres Wasser nehmen mit mehr Torf.


Brachydanio "frankei", Tüpfelbärbling
Brachydanio albolineatus, Schillerbarbe
Brachydanio rerio, Zebrabarbe

Diese Fische haben eins gemeinsam, sie sind “unermüdliche Schwimmer” und sie sind immer in Bewegung. Mir sind sie allerdings zu unermüdlich - sie nerven schon fast. Wegen ihrer Kleinheit und Robustheit gut für Anfänger geeignet. Die Zucht ist einfach. Die Jungen sind allerdings sehr klein, schwimmen alle unter der Wasseroberfläche und brauchen Staubfutter, notfalls geht aber fein zerriebenes Trockenfutter.


Boraras brigittae, Mosquittobarbe, alter Name Rasbora urophthalma brigittae
Ein Juwel unter den kleinen Fischen. Sie haben eine phantastische Farbe und was man bei der Kleinheit fast nicht glauben will - sie werden alt, 3 oder 4 Jahre allemal, wahrscheinlich noch älter. MIt der Zucht habe ich mich etwas schwer getan. Das ging erst besser, nachdem ich einen speziellen Laichrost mit feinem Gitter angefertigt hatte. Die Eier sind unerwartet groß, die Jungen benötigen Infusorien. Man kann die Fische auch ohne Gitter mit grobem Kies oder Lecaton ansetzen, laut einem guten Kellerzüchter geht das besser. Ich habe es nicht ausprobiert.


Trigonostigma heteromorpha, Keilfleckbarbe
Trigonostigma heteromorpha, spec. Keilfleckbarbe, blau
Trigonostigma hengeli, alter Name Rasbora hengeli
Rasbora maculata

Keilfleckbarbe siehe weiter oben
Im Handel gibt es manchmal eine etwas kleinere Keilfleckbarbe mit einem schmaleren und kleineren Keil und sehr schöner kräftiger Färbung. Hier handelt es sich um Tr. hengeli. Die Fische haben in der Regel deshalb so schöne Farben weil es sich um Wildfänge handelt. Die normalen Keilfleckbarben sind fast immer Nachzuchten. Wenn man beide Arten genauer miteinander vergleicht, ist T. heterpmorpha die schönere Art. Ist natürlich Ansichtssache, man sollte aber immer WF mit WF und NZ mit NZ vergleichen.
Rasbora maculate (oder Bora maculata) ist von der Größe her mit  Boraras brigittae zu vergleichen, es sind sehr empfehlenswerte schöne Fische für den fortgeschrittenen Aquarianer. Allerdings finde ich die Mosquittobarbe inzwischen noch schöner, sie ist einfach phantastisch.
 

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Überarbeitet, ergänzt: Febr. 2007
 

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