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Artemia

Balken_Futter

 

Eine recht ausführliche Seite über den Umgang mit Artemiaeiern

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Dieses mal den Schlußsatz an den Anfang: Es gibt keinen Super-Artemiatrick. Der einzige Trick besteht darin gute Eier zu kaufen. Der Rest ist zweitrangig.


Sanders_Dose_Th

Wir haben Artemiaeier (Nauplien) von folgenden Firmen verfüttert, alphabetisch geordnet:

Argentemia, Bio Marine, Mackey Marine, Olympic, Red Dragon, Royal Artemia, Sanders
und noch verschiedene „Namenlose”, welche mit wohlklingenden „Phantasienamen” und „Selbstgepackte” in Plastikbeuteln und auch welche in Blechdosen, die sehr große Ähnlichkeit mit den früheren Einmachdosen hatten.

 

Allgemeines über Artemiaeier
Naupliengröße,
Der Bau eines Artemiakulturgerätes, Vorrichtungen für den kleinen bis großen Bedarf an Artemianauplien
Das Ansetzen von Artemiaeiern, Salzkonzentration, Temperatur, Licht usw.
Schlechte Artemiaeier, was zu tun ist, wenn man eine schlechte Qualität bekommen hat
Artemia verfüttern,
“entkapsulierte” Artemiaeier, oder “geschälte” oder “nackte” Artemiaeier,
Schlupfrate von Artemiaeiern
Wie lange kann man Artemiaeier lagern?
Nachsatz zur Qualität,
Patrick Lavens and Patrick Sorgeloos, ein ganzer Abschnitt über Artemia
Eine total verrückte Geschichte, was man mit Artemia alles erleben kann

 

Allgemeines
Wir haben in den letzten 30 Jahren zwischen 500 und 700 Dosen Artemia unterschiedlicher Marken verfüttert. Wieviel Dosen es genau waren weiß ich nicht mehr, weil wir zu Zeiten, da die Dose gerade mal 20,- DM gekostet hat, mit den Artemien ziemlich großzügig umgegangen sind. Andererseits haben wir auch schon 120,- DM (einhundertzwanzig) für eine Dose bezahlt, da waren wir dann schon eher knauserig. In diesen 30 Jahren ist einiges an Erfahrung zusammengekommen, speziell deshalb, weil die Qualität öfter gewechselt hat und wir auch mit weniger guten bis schlechten Artemiaeiern zurechtkommen mußten - schließlich haben wir das Futter ja gebraucht!
Die besten Artemien waren von Sanders, Argentemia und Red Dragon. Nicht, daß ....
Artemia-Sanders_Th
Man möge bitte entschuldigen, daß die Geschichte jetzt so lange geworden ist, aber ich habe in einigen Jahrzehnten intensiver Zierfischzucht nie - aber auch nie! - feststellen müssen, daß da Junge an Artemiaeiern gestorben sind. Die sterben nur bei Schreibtischtätern! Oder habe ich immer die falschen - oder richtigen - Fische gezüchtet? lachen-transp1
Daß die Eier wie auf den Fotos eingedullt sind, ist normal. Das beeinflußt die Schlupfrate nicht! Die Qualität der Eier auf den Fotos ist ausgezeichnet!
Artemia_Makro_ok-1 200Artemia_Makro_ok-2 200
Diese Aufnahme ist neueren Datums. Das Raster ist mm-Papier. Die Eier sind aus einer Dose von 1996, geöffnet Januar 2017!! Schlupfrate ausgezeichnet!
(Nikon D800, Nikon AF-S VR Micro-Nikkor 105 mm, ISO 100, f/14, Ausschnitt)

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Zur Größe der Nauplien
San_Francisco_Bay_Google_ThArtemiasiebe_Hobby_Th










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Bau eines Artemiakulturgerätes
Wenn man ganz wenig Bedarf oder gar keine Lust zu basteln hat oder warum auch immer, kann man ganz normale Glasflaschen nehmen

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Gardena_Luftverschraubung_Th 






 Blauer_Schraubverschluss_und_Nippel_Th Artemia_kleiner_Bedarf_2_Th















 

Artemia_kl_Bedarf_01_250Artemia_kl_Bedarf_02_300








2019
Hier ist ein neueres Modell mit Heizung. Das habe ich in meiner „neuen” Werkstatt  benützt, da es da im Winter ca. 15° kalt ist. Es sind auch bessere Flaschen.

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Wenn man noch mehr Artemien braucht, sind Zugergläser eine recht elegante Methode. Das sind praktisch umgedrehte große Glasflaschen ohne Boden. Normalerweise wurden in diesen Gläsern früher Hechteier ausgebrütet. Es lief unten immeArtemia_grosser_Bedarf_Thr Wasser nach, das oben überlief. Die Eier wurden in dem von unten nach oben aufsteigenden Wasserstrom ständig in Bewegung gehalten und verklebten deshalb nicht. Das zu den Original-Zugergläsern. Ob das heute immer noch so gehandhabt wird, weiß ich nicht. Ich habe einige Zugergläser gehabt, auf dem Foto kann man links zwei erkennen. Nebenbei hatten wir aber auch eine selbstgeklebte „Brutanlage”. Da haben wir von oben ein 4mm-Luftrohr bis zum Boden in den Auslaufhahn hineingesteckt. .....


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Ich habe einen Groß-Züchter gekannt, der hat seine Artemia in einem schräggestelltem 20-L-Plexiaquarium schlüpfen lassen. Letztens habe ich bei einem Discounter eine 5-Liter-Wasserflasche aus Plastik gesehen, die man mit Sicherheit auch als Artemiakulturgerät verwenden kann. Preis 68 Cent! Ohne Pfand. 5-Liter_Wasserflasche_Th
Es ist halt alles Ansichtssache. Gehen tut alles! Aber nicht alles gleich gut! Oder: auch in der Aquaristik führen sehr viele Wege zum Ziel!
Auf den Fotos können Sie sich die Einzelteile genauer anschauen.
Artemiaflaschen_von_Willi_ThLinks sind die Artemiaflaschen von Zücherfreund W., einem „Kellerzüchter” aus dem Nachbardorf. Er hat vor vielen Jahren den Boden der Glasflaschen abgeflext und es geht sehr gut. Er hat unten zwei Luftschäuche angeschlossen: einen zur Belüftung und einen zum Artemia ablassen, so muß er nicht umstecken. Diese Flaschen stehen relativ dunkel und funktionieren trotzdem.

Bei allen oben beschriebenen Vorrichtungen - also umgedrehten Flaschen - setzen sich bei richtiger Luftmenge keine Artemiaeier an den Wänden ab. Das passiert nur wenn die Turbulenz zu gering ist oder die Flaschen nicht gereinigt

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Das Ansetzen der Artemiaeier
Ansetzen kann man die Artemia auf verschiedene Weise. Wenn man eine sehr gute Qualität hat, dann ist die Ansetzmethode nicht so wichtig, man bekommt fast immer ein zufriedenstellendes Ergebnis. Je schlechter die Qualität wird, desto schwieriger wird es zu einem guten Ergebnis zu kommen, oder eben möglichst viele Eier zum Schlüpfen zu bewegen.
Nehmen wir erst ein Mal den Normalfall mit guten Eiern. Man kann zum Ansetzen kaltes oder warmes Wasser nehmen. Bei kaltem Wasser dauert die Entwicklung natürlich länger. Manche geben die Eier auch in Süßwasser und das Salz erst eine Stunde später dazu. Wir haben - in über drei Jahrzehnten - alle möglichen Varianten ausprobiert,  Salztabletten_Th........










Es ist wirklich so, daß die Ansetzmethode nicht so wichtig ist, solange die Eier gut sind.
Vielleicht ist der beste Ratschlag den ich geben kann der, daß man sofort

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Nachtrag Dezember 2016: Habe noch geschlossene Sanders-Artemiadosen von 1996. Aus diesen Dosen habe ich Weihnachten 2016 welche angesetzt. Die Schlupfrate war ausgezeichnet! Also schlüpfen die Eier auch noch nach gut 20 Jahren! Jedenfalls bei guten Eiern. Das ist schon bemerkenswert!

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Schlechte Artemien
Wenn man dagegen schlechte Eier hat, dann wird es schwieriger. Dann haben wir sehr warmes Wasser für den Ansatz genommen, das ging bis maximal 37°. Dann müssen schlechte Artemien hell stehen, am besten am Fenster. Da darf es aber nicht kalt werden. Für solche schlechten Artemien hatten wir einige Methoden entwickelt, die man natürlich den verschiedenen Artemien anpassen muß. Man muß dann ausprobieren, welche Methode funktioniert: ......

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Verfüttern von Artemia
Artemiasieb_auf_Glas_ThWill man Artemia verfüttern, muß zuerst die Luft abgestellt werden - logisch. Wenn man es genau machen will oder wenig Eier hat, dann dunkelt man das .....








Leider habe ich schon oft gelesen, daß die Artemia in Süsswasser sehr schnell absterben würden. Das ist nicht richtig oder besser absolut falsch!!! Morgens verfütterte und nicht gefressene Nauplien leben z.B. bei 50µs am Nachmittag immer noch! Sie können also mindestens 5 Stunden in Süßwasser überleben - bei 50µs!!! Jedenfalls war es bei uns immer so! Und über Jahrzehnte und mit allen möglichen Artemien!

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Etwas zur prozentualen Schlupfrate
Manche Aquarianer bewerten die Qualität einer Artmiasorte in Prozent. Da heißt es dann: Diese Artemia haben eine Schlupfrate von 70, 85 oder 90 %. Wenn das die großen Firmen auf das Etikett schreiben, dann ist das wahrscheinlich ok. Anscheinend zählen die ja sogar die Eier - wenn man den Angaben glauben soll! Wie aber soll ein normaler Aquarianer oder eine kleine Firma nachzählen, wieviel % der Eier geschlüpft sind oder nicht!
Beispiel: Mit viel Erfahrung kann man ......
 

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Noch etwas zur Qualität
Der Hauptgrund für die Qualität liegt meiner Meinung nach nicht unbedingt in den Eiern bzw. dem Vorkommen selber, sondern in der Art der Weiterverarbeitung. Nur so ist zu erklären, daß es z.B. mehrere Firmen um den Großen Salzsee gibt, die zwar alle die gleichen Eier ernten, aber sehr unterschiedliche Qualitäten verkaufen.
Auch muß man wissen, daß die Artemien für die Aquarianer nur einen kleinen Teil des Umsatzes der großen Artemia-Firmen ausmachen. Der weitaus größere Teil geht an die Garnelenzüchter weltweit. (Nicht die Garnelen für die Aquarianer, sondern die für den Supermarkt). Wahrscheinlich bekommen die auch die besseren Artemien. Nach dem uralten kaufmännischen Motto: „Wer am meisten kauft, bekommt die beste Qualität”.  .....

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entkapsulierte Artemia
Man kann Artemiaeier „schälen”, dazu muß man sie in eine Chlorbleichlauge geben. Diese Bleichlauge entfernt die äußere Schicht. Danach muß man die „nackten” Eier gut spülen und völlig trocknen. Die geschälten Eier kann man wie gewohnt ansetzen oder auch so verfüttern.
Ich habe diese Prozedur „der Ordnung halber” auch mal durchgeführt. (Nach dem Rezept von Dr. Bauer aus dem Buch „Erkrankungen der Aquarienfische” vom Parey-Verlag.) Dabei habe ich festgestellt, daß die Angaben über Dosierung der Chlorbleichlauge und Einwirkzeit nicht zusammengepaßt haben, die Einwirkzeit mußte in der Praxis länger sein - oder die Dosierung hätte höher sein müssen. Somit war der Artikel höchstwahrscheinlich abgeschrieben. Jedoch sehe ich keinerlei Sinn in dieser Arbeit! Gute Artemia schlüpfen genausogut mit Schale wie ohne, eher umgekehrt. Nackte Artemia werden von schwierigeren Fische genauso wenig gefressen wie Trockenfutter - weil sie sich nicht bewegen. Fische, die unbewegliche entkapsulierte Artemiaeier fressen, fressen auch anderes Trockenfutter, z.B. „Perla-Larva”.
Ich habe gelesen, daß diese entschälten Artemia auch für eigene Trockenfuttermischungen verwendet und die ganze Mischung im Mörser zerstoßen wird. Dabei muß man bedenken, daß dabei die Schale der Artemiaeier zerstört wird und das Innere des Artemiaeies mit Sauerstoff in Berührung kommt und oxydiert. Auf deutsch: vergammelt. So etwas sollte man besser bleiben lassen!!
Es gibt da noch ein Argument für das schälen der Eier, es sollen nämlich Jungfische daran gestorben sein, daß sie Artemiaschalen nicht verdauen konnten. Eigenartigerweise habe ich das nie feststellen können. Und im allgemeinen habe ich gut beobachtet, es hätte mir auffallen müssen! Könnte es möglich sein, daß diese Leute mehr Schalen als Artemia gefüttert haben? Jungfische fressen normalerweise lieber Nauplien als Schalen. Allerdings sollte man - wie gesagt -  möglichst keine Billigstartemia kaufen, da man da sehr oft die Schlauben und die ungeschlüpften Eier sehr schlecht von den Nauplien trennen kann.

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Es gibt im Internet ein Buch von Patrick Lavens and Patrick Sorgeloos mit dem Titel “Manual on the Production and Use of Live Food for Aquaculture”, da ist auch ein ganzer Absatz über Artemia drin.
hier der Link zum ganzen Buch:
http://www.fao.org/DOCREP/003/W3732E/W3732E00.HTM
In der Mitte der Seite ist bei 4. der Artemia-Absatz. Dieser Absatz hat gut 30 Druckseiten.

Wenn man den Absatz gelesen hat, ist man theoretischer „Artemiaspezialist”.
Zum praktischen Artemiaspezialisten fehlen dann noch einige Dutzend verfütterte Dosen verschiedener Hersteller - in verschiedenen Jahren - zu verschiedenen Jahreszeiten - an verschiedenen Standorten und mit verschiedenen Temperaturen. zwinkern-transp_grau

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Eine total verrückte Geschichte
Artemiaflaschen_von_Willi_ThWas man für verrückte Dinge mit Artemien erleben kann zeigt folgende Geschichte:
Vor einiger Zeit hatte Züchterfreund W. Probleme mit Artemia. Er hatte billige Eier im Beutel gekauft. Die Nauplien schlüpften zwar, sie starben aber sehr schnell und er hatte deshalb praktisch keine lebenden Nauplien zum verfüttern.

 

 

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Juni 2006
Letzte Änderung: Mai 2019

 

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