Logo_143
Horn_150mr

 

Die Zucht von Ährenfischen

Balken_blau-rot-gelb

 

Wie man  Ährenfische züchtet

line

 

Bedotia geayi, Rotschwänziger Ährenfisch
Glossolepis incisus, Lachsroter Regenbogenfisch
Iriatherina werneri, Irian Segelfisch
Melanotaenia praecox, Brilliantregenbogenfisch
Pseudomugil furcatus, Blauaugenregenbogenfisch, alter Name Popondetta furcatus
Pseudomugil gertrudae,
Pseudomugil signifer,

 

Allgemein
Da die Zucht dieser Fische irgendwie ähnlich ist, zuerst eine allgemeine Zusammenfassung.
Sie laichen alle zumindest auch an einen Mop. Die großen Arten in 70ern an einem Jumbo-Mop frei im Wasser treibend oder auf dem Boden aufgesetzt, das muß man ausprobieren und die kleineren Arten an einem kleineren Mop in einem 60er. (Mops siehe Zuchtutensilien.) M. praecox haben bei mir meistens in das untere Drittel eines frei schwimmenden Mops gelaicht, das muß aber nicht so sein, die Fische sind durchaus verschieden. Entweder kann man die Fische nach einigen Tagen aus dem Aquarium herausholen und den Mop drin lassen oder die Eier absammeln und in ein gutes biologisch einwandfreies Aquarium geben. Man kann auch den ganzen Mop austauschen und in ein anderes Aquarium geben, das ist die bequemste Methode. Das hängt wohl immer auch mit der Anzahl der vorhandenen Aquarien und der benötigten Jungfischmenge ab. Vielleicht auch mit der Tagesform des Züchters. Ich war da durchaus variabel.  lachen-transp
Die Eier entwickeln sich in einem guten Aquarium ohne Desinfektionsmittel oder Wasserwechsel einwandfrei. Vielleicht muß man aber erst gesehen haben, wie sich gute Eier in einem „nicht sauberen” Aquarium mit Mulm, Schnecken und anderem Mini-Getier entwickelt haben, um auf die mehr biologische Richtung einzuschwenken. Möglicherweise war es auch folgendes Schlüsselerlebnis, das mir „den Rest gegeben hat” - an Überzeugung: Bei der Vorbereitung für den Holz-Nitrat-Versuch habe ich ein Netz voll Schlamm vom Boden unseres Weihers geholt und in eine Plexiröhre gekippt. In diesem Schlamm befand sich offensichtlich ein Schleierschwanzei, der Schleierschwanz ist in der Säule geschlüpft und hat sich zu einem gesunden Fisch entwickelt.
Es dürfen nur keine Planarien im Aquarium sein, das sind die größten Feinde des Zierfischzüchters! Die bringen alles um - auch Posthornschnecken!

oben


Fütterung
Die Jungen sind verschieden groß, bzw. benötigen verschieden großes Futter. M. praecox, G. incisus, I. werneri sind sehr klein, sie benötigen Infusorien. B. geayi, P. furcatus und Ps. gertrudae fressen sofort Artemia.

oben


Bedotia geayi, Rotschwänziger Ährenfisch
Von Bedotia geayi gibt es mehrere Farbformen, zumindest welche mit grauen, schwarzen und roten Flossensäumen. Die mit den roten Flossenrändern haben mir immer am besten gefallen, folglich habe ich nur die gezüchtet. Da die Fische aber schon lange Zeit unmodern sind - auf deutsch nicht mehr zu verkaufen waren, ist das schon eine ganze Weile her. Damals habe ich sie noch wie „normale” Fische mit Laichgitter in 60ern gezüchtet und die Eltern nach ein oder zwei Tagen aus dem Aquarium heraus genommen. Man kann sie aber auch mit einem großen Mop züchten, wie unter Allgemein beschrieben. Die Jungen sind recht groß und fressen sofort Artemia.

oben


Glossolepis incisus, Lachsroter Regenbogenfisch
Diese Fische habe ich früher in größeren Mengen gezüchtet. Die Männchen färben sich meistens spät um und farblose Fische kann man nicht verkaufen. Wir hatten aber später - also ab 1995 - auch schon Fische, die sich nach 6 Monaten mit ca. 6cm Größe schon umgefärbt haben. Das geht dann schon eher. Ansonsten sind G. incisus Modefische, wie gefragt sie momentan sind, weiß ich nicht.
Die Zucht ist mit den neuen Stämmen relativ einfach, die Fische laichen immer und überall. Die Jungen sind zwar klein, man kann sie aber mit Infusorien einfach aufziehen.

oben


Iriatherina werneri, Irian Segelfisch
Iriatherina werneri laichen relativ leicht. Ob in Jumbo-Mop in 70er oder kleinerem Mop in einem 60er ist egal. Die Eier sind sehr klein, aber richtig hart, man kann meinen, daß man Sandkörner zwischen den Fingern hat. Habe noch kein Ei zerdrückt. Sie verpilzen wenig oder gar nicht. Die Jungen sind sehr klein, fressen Infusorien. Die Fische sind nicht schwer zu züchten.
Man muß sich aber trotzdem ziemlich um sie kümmern und die weitere Aufzucht gut überwachen. Sonst kann es schnell passieren, daß sie irgend wie untergehen. Ist mir mal passiert.

oben


Melanotaenia praecox, Brilliantregenbogenfich
Melanotaenia praecox haben eine ganze Weile Ärger gemacht. Sie bekamen immer Geschwüre und starben. Egal, was ich gemacht habe, sie starben trotzdem. Ich hatte einige Theorien über die Geschwüre, bis ich ganz einfach andere Fische bekommen habe und es plötzlich aus war mit den Geschwüren. Die Praecox sind von einem Tag auf den anderen von Sorgenkindern zu normal empfindlichen Fischen geworden! Das sind sie dann auch geblieben. Die Zucht ist einerseits einfach, da M. praecox immer und überall laichen und auch noch die Jungen nicht auffressen. Andererseits ist die Aufzucht - speziell wenn man größere Mengen benötigt - nicht ganz so einfach, da die Jungen sehr klein sind und Infusorien benötigen und die Jungen sehr stark auseinander wachsen.
Die Eier sind sehr klein, glasig und hart. Sie haben nur einen kurzen Faden. Ich habe sie meistens abgesammelt und in ein gutes 60er getan. Wenn man sich auf die Eier im blauen Mop „eingesehen" hat, geht das Absammeln ganz gut. Dann habe ich versucht, die Jungen einigermaßen nach Größe zu sortieren.

oben


Pseudomugil furcatus, Blauaugenregenbogenfisch
Dazu ein Originalabsatz aus der alten Afizucht: Das ist mir am liebsten - da muß ich nichts schreiben.
„24.07.97, momentan sehr gute Methode: die Alten sind wie auch früher im 70er, man muß darauf achten, daß das Verhältnis ca. 1/2 -1/3 ist, also ca. doppelt oder zweimal so viele Weibchen wie Männchen. Dann Eier absuchen und in gutes 60er mit Schaumfilter und leichter Strömung. Ohne Zusätze, mit vielleicht nur 2 Schnecken im ganzen Aq. Die Eier verpilzen nicht, oder wenn, dann nur einzelne. Die sauge ich mit Glasrohr manchmal ab, aber selten. Die Jungen schwimmen dann an der Wasser-Oberfläche, dort fange ich sie mit einem feinen Sieb ab und gebe sie in ein anderes 60er. Wenn es ein stabiles gutes 60er ist, funktioniert diese Methode sehr gut. Sie macht wenig Arbeit und es läppert sich sehr gut. Habe einmal abends - da ich nicht wußte wohin - einen kleinen Ballen Ancistrus hoplogenys-Eier hineingegeben, sie sind weiß geworden und haben sich aufgelöst (A.hoplogenys-Eier brauchen offenbar Pilzmittel und/oder mehr Strömung). Habe dann alles abgesaugt, da war das ganze Aq. etwas trübe und hat geschäumt. Es hat sich aber ohne Wasserwechsel wieder gefangen. Es ist erstaunlich, was ein gutes Aq. alles aushält.
18.08.97, dieses Aq. funktioniert immer noch - ohne WW. Die E liegen direkt im Mulm, ich habe als „Strömungsbremse" eine kleine Wurzel mit Javafarn drin. Bei den Eiern leuchten die Augen aus dem Mulm heraus, es sind auch sehr viele kleine Hüpferling ähnliche Viecher drin. Ich bin selber sehr verwundert, daß dieses ganze Geviech den Eiern nichts tut.”

oben


Pseudomugil gertrudae, Ps. signifer
Pseudomugil gertrudae waren bei mir recht leicht zu vermehren. Sie bekamen in einem 60er einen Mop „normaler” Größe, also keinen Jumbo-Mop wie in den Zuchtutensilien beschrieben. Man kann die Eier absammeln und in ein extra Becken geben oder die Fische nach einigen Tagen umsetzen. Meistens habe ich die Eier abgesammelt und in ein richtig gutes 60er getan. Es sind dann verschieden große Junge in dem Aquarium, das macht auch nichts. Wenn sie zu verschieden werden, dann kann man sie mit einem kleinen feinen Netz - solche mit weißer Gaze - einfach von der Oberfläche löffeln und in ein anderes Aquarium überführen.
Die Eier von Pseudomugil gertrudae sind sehr hart, etwas kleiner als P. furcatus, größer als M. praecox. Die Jungen sind schon recht groß, fast so groß wie P.furcatus, sie fressen sofort Salinenkrebse.

oben


Nachsatz
Zwar habe ich noch andere Ährenfische aus dieser Richtung gezüchtet, aber irgendwie ist das alles gleich, sie sind allesamt ziemlich leicht zu züchten. Die Härte des Wassers ist meistens auch nicht wichtig. Im allgemeinen haben sie in unserem Einheitswasser von ca. 333µs gelaicht. Die größeren Arten benötigen eine Weile bis sie Farbe bekommen und es schöne Fische werden. Das ist aber letztlich bei allen größeren Fischen so, Kongosalmler brauchen eher noch länger.
Die einzige Schwierigkeit besteht wahrscheinlich darin, daß die Jungen der Arten, die Infusorien als Erstfutter benötigen, gerne auseinander wachsen. Wenn sie dann etwas größer sind, erledigt sich das Problem aber wieder.

oben


Erstellt:   Oktober 2006
Überarbeitet, ergänzt:  Juli 2013

 

© 2006 - 2017  Uwe J. Splett, www.afizucht.de